53. Teil 1: Die Entscheidung

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Veröffentlicht am 29.06.2019

CHARLOTTE
Es ist Mitte September.

Die letzten Wochen waren hart.
Die Eingewöhnung im Kindergarten hat nicht funktioniert. Es ist nicht der passende Kindergarten für uns. Ich bin immer noch entsetzt darüber, wie die Erzieherin Jana mit Emma umgegangen ist und auch, wie sie mich angelogen hat. Auf so einer Basis kann kein Vertrauen entstehen.
Es tut mir für Emma so Leid, dass ich es so spät erkannt habe und sie wegen mir durch die "Hölle" gehen musste.

Ich bin froh, dass sich ihr Verhalten jetzt wieder verändert hat und sie wieder zufrieden ist, ruhig schläft, ohne Weinen bei Oma und Opa bleibt, wieder mit uns spielt, uvm.. 

Frederik und ich haben uns Hilfe von der Stadt und vom Jugendamt erhofft, doch diese verweisen darauf, dass sie Emma einen Kindergartenplatz zur Verfügung gestellt haben und somit ihre Pflicht erfüllt haben. Die Gründe, warum wir wechseln möchten, hören sie sich an und meinen, dass sie uns verstehen können, trotzdem keinen anderen Kindergartenplatz haben. Alle Plätze sind belegt.
Es bleibt nur die Möglichkeit auf selber suchen.

Ich rufe in mehreren Kitas in Erfstadt und Umgebung an. Die Plätze dort sind alle belegt. Emma steht auf der Warteliste.
Ich rufe auch bei Krippen an. Diese sagen mir, dass Emma dafür zu alt ist.
Ich rufe bei Tagesmütter an. Manche würden Emma betreuen, allerdings sind alle Plätze belegt.

Für uns ist das blöd, weil wir keine Betreuung für Emma haben und auf die stundenweise Betreuung von meinen Schwiegereltern angewiesen sind. Wir sind abhängig von denen und sowas mag ich gar nicht.

Unsere Kollegen unterstützen uns, indem sie Schichten mit mir tauschen.
Frederik arbeitet immer noch auf 30 Stunden, täglich von 9-15 Uhr.
Ich arbeite in Wechselschicht und zurzeit nur Spät- und Nachtschicht. Somit soll ich vormittags zu Hause sein.
Perfekt ist das definitiv nicht, denn die Beziehung von Frederik und mir leidet darunter, weil wir uns wenig sehen.
Offiziell geht eine Spätschicht von 14-22:30 Uhr und Nachtschicht von 22-6:30 Uhr.
Zurzeit ist es anders. Ich muss viele Überstunden machen, weil mehrere Kollegen erkrankt sind und Urlaub haben.

Oft bin ich auf Station mit 45 Patienten alleine und werde dann noch angefunkt, dass ich zur anderen Station muss, weil der Arzt gerade im OP ist. Im Normalfall sind immer 2 Ärzte pro Station tätig. Wenn ich eine OP habe ist meine Station ohne Arzt und wenn dann dort was ist muss ein Arzt von einer anderen Station kommen. Wertvolle Minuten dauert das, welche dem Patienten helfen würden.
Ich bin froh, wenn ich nach Hause gehe und alle 45 Patienten noch leben. Ich habe offiziell Dienstschluss und schreibe noch Berichte. Ich schaffe das sonst gar nicht und somit arbeite ich zumeist 14 Stunden und mehr. Das ist sehr anstrengend und nicht das, was ich möchte.
Ich hoffe auf schnelle Entlastung.

Dieses Wochenende haben Frederik und ich frei. Wir fahren nach Düsseldorf und machen uns dort schöne Tage.
Frederiks Cousine Martha und ihr Mann Dennis wohnen da in der Nähe und wir treffen uns mit ihnen. Martha ist schwanger. Sie ist in der 36SSW.

Wir sind auf der Fahrt zu ihnen. Emma sitz hinten im Auto und singt zur Musik von Maite Kelly, welche läuft. Es ist schön, sie so zufrieden zu sehen.
Die Fahrt ist stockend und mit vielen Staus verbunden.

Inzwischen sind wir sind in Düsseldorf angekommen und möchten zum zu Martha und Dennis, als wir zum Stehen kommen.
Frederik:"Nicht jetzt. Wir sind fast da."
Ich:"Das halten wir auch noch durch."
Ich schaue mich um und zu sehen, warum wir stehen.
Frederik:"Und dann auch noch aussteigen. Das ist sowas von gefährlich."
Wie er das sagte kommt ein Motorradfahrer über den Fahrradstreifen gefahren und dort stehen Leute, welche er zu spät erkennt. Er fährt in sie hinein.

Das verlorene KindGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt