Veröffentlicht am 06.05.2021
TABEA
Es ist Ende Februar. Ich bin in der 21SSW.
Es ist Montag.
Am Wochenende hat es geregnet. Frederik und ich haben es zuhause verbracht.
Frederik hat Frühschicht und ist bereits bei der Arbeit. Ich muss erst um 9 Uhr da sein. Somit kann ich in Ruhe in den Tag starten. Ich wache um 6 Uhr auf, dusche und style mich. Danach frühstücke ich ein bisschen. Viel Hunger habe ich morgens nicht. Ich mache noch ein Teil des Haushalts.
Um kurz nach 8 Uhr gehe ich ins Schlafzimmer um mich umzuziehen, denn mit Jogginghose und "Schlabberpullover" möchte ich nicht zur Arbeit. Ich suche mir eine Jeanshose raus. Während ich sie anziehe merke ich, dass sie eng geworden ist. Habe ich übers Wochenende zugenommen? Ich ziehe sie trotzdem an, gehe ein paar Schritte und hoffe, dass sie sich weitet, schließlich ist es aus Stretch. Danach ziehe ich ein Pullover an und schaue in den Spiegel. Ist das etwa eingelaufen?
Bevor ich weiter darüber nachdenken kann höre ich es an meiner Wohnungstür klopfen.
Ich gehe dahin, schaue durch den Türspint und sehe Tessa.
Tessa:"Mach auf. Ich weiß, dass du davor stehst."
Ich schließe die Tür auf und öffne sie.
Tessa:"Endlich. Man hört übrigens wenn du davor stehst."
Bin ich etwa auch lauter geworden?, frage ich mich.
Tessa kommt rein und schaut sich im Flur um.
Ich:"Schön, dass du da und schon drin bist." und mache die Tür zu.
Tessa:"Ist Frederik da?"
Ich:"Nein. Der ist in der Klinik."
Tessa:"Oh man. Der wollte mir sein Buch über den Körper geben."
Ich:"Ich kann es dir geben."
Tessa:"Ok." und schaut mich an, als will sie sagen, dass ich mich beeilen soll.
Ich:"Verrätst du mir noch wie das Buch heißt?"
Tessa:"Keine Ahnung. Papa hat das mit ihm besprochen und jetzt soll ich es abholen."
Ich:"Ok." und denke, Frederik hat viele Bücher. "Worum genau geht es denn im Buch?"
Tessa:"Um den Körper."
Ich:"Und wozu brauchst du es?"
Tessa:"Fürs Projekt für die Schule."
Ich:"Worüber geht das Projekt?"
Tessa:"Um den Körper. Ich muss das Herz beschreiben."
Ich:"Das klingt motiviert.", sage ich ironisch.
Tessa:"Ich habe da gar keinen Bock drauf."
Ich:"Das merk ich. Ich schau jetzt mal nach den Buch."
Tessa:"Mmh."
Ich gehe ins Büro und schaue, welches Buch wohl für Tessas Aufgabe geeignet ist. Ich gebe ihr eines von mir mit.
Ich:"Das ist von mir. Auf Seite 10, 11 und 12 wird das Herz gut erklärt."
Tessas Begeisterung hält sich weiter in Grenzen.
Ich:"Vielleicht kennt dein Lehrer das Buch nicht und du kannst das Bild kopieren und dann erklärst du das, was da geschrieben stehst und bittest deine Mitschüler im Anschluss daran, das Herz zu beschriften. Ihr kontrolliert es gemeinsam. Bearbeitungszeit ist ok, Referat leicht gemacht und Mitarbeit der Mitschüler wird bestimmt gelobt."
Erstaunt schaut sie mich an. "Das hätte ich dir gar nicht zugetraut."
Ich schaue sie fragend an.
Tessa:"Animierst du mich gerade zum schummeln?"
Ich:"Nein. Höchstens um dir die Aufgabe zu erleichtern."
Tessa:"Das finde ich toll. Hoffentlich kennt der Lehrer das Buch nicht."
Ich:"Ich denke nicht. Es ist nicht das klassische Schulbuch."
Tessa lächelt.
Ich schaue auf meine Armbanduhr. "Es tut mir Leid, aber ich muss dich rausschmeißen, denn ich muss arbeiten."
Tessa:"Ok", und schaut mich von oben nach unten an. "Vielleichst solltest du dafür ein anderes Oberteil anziehen. Bauchfrei ist in deinem Alter out."
Ich:"Ich überleg's mir."
Tessa öffnet die Tür und geht die Treppe runter. "Danke fürs Buch und für den Tipp zum Schummeln."
Ich:"Gerne geschehen." und mache die Tür zu.
Ist das Schummeln? Ich finde nicht.
Schnell gehe ich zum Kleiderschrank und wechsel den Pullover. Dieser scheint ein bisschen länger zu sein. Da ich keine Zeit mehr habe ziehe ich den an, mache mich weiter fertig und fahre zur Arbeit.
Um 8:55 Uhr komme ich auf dem Parkplatz an. Mit schnellen Schritten gehe ich in die Klinik zum Umkleideraum. Ich ziehe mich um, wobei es schwierig ist, denn die Hose ist eng. Ich muss wirklich zugenommen haben. Da ich keine andere Hosen im Spint habe quetsche ich mich in die rein. Die anderen Hosen sind gleich und wären vermutlich auch eng. Ich ziehe ein T-Shirt an. Auch das sitzt enger. Der Kittel kommt darüber.
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Das verlorene Kind
FanfictionDr. Charlotte Engel ist 32 Jahre, Ärztin und arbeitet in der Klinik am Südring. Sie ist eine gute, beliebte Ärztin. Von ihren Kollegen wird sie sehr geschätzt, u.a. für ihre einfühlsame Art, wie auch ihrer Hilfsbereitschaft. Sie versucht jeden Fall...
