Veröffentlicht am 10.07.2024
DR. TABEA ROHDE
14.05.
Mehrmals in der Nacht wache ich auf. Ich schwanke zwischen Wärme und Kälte. Die Schmerzen sind weiterhin da. Die Novalgin sind auf. Ich brauche neue Schmerztabletten. Zu einem Arzt möchte ich nicht gehen. Ich hoffe, dass ich mich mit Ibuprofen therapieren kann.
Durchgeschwitzt wache ich auf. Ich möchte mich umziehen was schwierig ist, weil mir zeitweise schwindelig ist. Nachdem ich das geschafft habe schlafe ich erschöpft ein.
Von starken Schmerzen werde ich geweckt. Ich zucke zusammen. Ich jammer, weil es weh tut. Sofort nehme ich 2 Ibuprofen, welche keine Linderung bringen. Nach ein paar Minuten nehme ich erneut 2 Stück, womit die Schmerzen minimal sinken. Ich merke, dass ich medizinische Hilfe brauche. Ich brauche stärkere Schmerzmittel. Meine Armbanduhr zeigt 16 Uhr an. Es ist Mittwoch. Die ambulanten Praxen haben geschlossen und ins Krankenhaus möchte ich nicht. Die Einzige die mir vielleicht helfen kann ist Johanna. Normalerweise mache ich sowas nicht, aber da die Schmerzen sehr stark sind fahre ich zum Hotel, welches ihrem Mann gehört, und hoffe, dass sie da ist und mir Medikamente verschreiben kann.
Es ist 16:45 Uhr als ich dort ankomme. Ich gehe zur Rezeption.
Dame: „Gutentag. Wie kann ich ihnen weiterhelfen?“
Ich: „Gutentag. Ich möchte gerne zu Frau Altenmöller. Ist sie im Haus?“
Dame: „Haben Sie einen Termin bei ihr?“
Ich: „Nein.“
Sie schaut auf ihren Bildschirm. „Heute hat sie keine Zeit. Ich kann ihnen ein Termin für morgen Nachmittag anbieten. Wäre das ok?“
Ich: „Können Sie sie nicht anrufen und mitteilen, dass ich hier bin? Vielleicht hat sie dann doch kurzfristig Zeit.“
Dame: „Worum geht es denn?“
Ich: „Das möchte ich mit ihr persönlich besprechen.“
Dame: „Es tut mir Leid. Ich muss abwägen wie wichtig es ist und wenn sie mir nicht sagen wollen worum es geht kann ich ihnen nur einen Termin geben. Ich könnte schauen ob Herr Altenmöller im Haus ist.“
Ich: „Nein danke.“
Da kommt jemand um die Ecke und geht zur Dame.
Kind: „Weißt du wo Papa ist?“
Dame: „Einen kleinen Moment bitte“ und beugt sich zum Kind runter „Ist er nicht im Büro?“
Das Kind zuckt mit den Schultern.
Dame: „Ich spreche erst weiter mit der Dame und dann suchen wir gemeinsam deinen Papa.“
Kind: „Ok.“
Die Dame kommt wieder hoch. „Jetzt bin ich wieder für sie da.“
Das Kind schaut mich neugierig an.
Ich: „Du bist Maja.“
Maja: „Woher weißt du meinen Namen?“
Ich: „Von deiner Mama. Du bist groß geworden. Als ich das letzte Mal gesehen habe warst du erst 2 Jahre.“
Maja: „Ich bin schon 4.“
Ich: „Ist deine Mama zu Hause?“
Maja: „Nein. Die ist einkaufen und ich soll zu Papa gehen.“
Dame schaut zum Kind: „Möchtest du nicht was malen bis ich das Gespräch beendet habe?“
Maja: „Ja.“
Die Dame legt ihr ein weißes Blatt und Stifte auf den Tisch. Maja setzt sich auf einen Stuhl davor hin und fängt an zu malen.
Dame: „Entschuldigen Sie bitte. Jetzt ist sie beschäftigt. Wie gesagt morgen können Sie mit ihr sprechen.“
Ich: „Ich kann auch warten bis sie vom einkaufen wieder da ist.“
Dame sagt ernst: „Heute hat Frau Altenmöller keine Zeit für sie. Soll ich ihnen ein Termin für morgen geben?“
Ich: „Nein danke.“
Dame: „Kann ich sonst noch was für sie tun?“
Ich: „Nein“ und schaue nochmal zu Maja. „Grüße Mama von mir. Ich heiße übrigens Tabea.“
Maja schaut kurz hoch und lächelt dabei.
Ich schaue zur Dame: „Dürfte ich bitte eine Toilette nutzen?“
Dame: „Ja. Hier um die Ecke sind diese.“
Ich gehe dort hin und setze mich auf den Toilettendeckel. Mir ist schwindelig und kalt. Johanna wird mir heute nicht helfen können. Ich werde morgen in die Praxis fahren müssen. Ich lehne mich kurz an und schließe meine Augen.
DR. JOHANNA ALTENMÖLLER
Es ist 17:15 Uhr als ich vom einkaufen zurück komme. Nachdem ich die Sachen eingeräumt habe gehe ich ins Hotel um Maja abzuholen. Bei meinem Mann ist die Tür verschlossen. Ich gehe zur Rezeption. Dort sitzt Maja und malt.
Ich: „Hallo. Ich bin wieder da. Ist mein Mann nicht da?“
Dame: „Er hatte einen Termin.“
Ich: „Das wusste ich nicht. Danke, dass sie auf Maja aufgepasst haben“ und hocke mich zu meinem Kind. „Was malst du?“
Maja: „Ganz viele Einhörner. Die machen eine Party.“
Ich: „Ok.“
Maja: „Ich soll dich von Tabea grüßen.“
Ich: „Von welcher Tabea?“
Maja: „Eine Frau die hier war und zu dir wollte. Die kannte mich sogar als ich noch 2 Jahre war. Ich kenne sie nicht.“
In mir kommt ein Gedanke auf. Ich stelle mich hin und schaue zur Dame. „Was wollte sie?“
Dame: „Mit ihnen sprechen. Ein Termin für morgen wollte sie nicht.“
Ich: „Hat sie gesagt warum?“
Dame: „Nein. Ich habe sie auch gefragt, aber sie wollte nur mit ihnen persönlich sprechen. Vielleicht ist sie auch noch da.“
Ich: „Wo?“
Dame: „Sie wollte zur Toilette und ich meine sie nicht rausgehen gesehen zu haben. Ganz sicher bin ich mir da aber nicht. Sie kann auch durch das Restaurant gegangen sein“
Ich: „Passen Sie bitte noch weiter auf Maja auf? Ich schaue nach.“
Dame: „Ok.“
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Das verlorene Kind
FanfictionDr. Charlotte Engel ist 32 Jahre, Ärztin und arbeitet in der Klinik am Südring. Sie ist eine gute, beliebte Ärztin. Von ihren Kollegen wird sie sehr geschätzt, u.a. für ihre einfühlsame Art, wie auch ihrer Hilfsbereitschaft. Sie versucht jeden Fall...
