Veröffentlicht am 21.10.2020
TABEA
Die Tage vergehen. Ich bin krankgeschrieben zuhause. Ich kann nicht nichts tun, also mache ich ein wenig Haushalt. Frederik gefällt das nicht, wobei er weiß, dass er mich davon nicht abhalten kann.
Mein Schlaf hat sich verbessert. Ich denke, es liegt mit daran, dass ich weiß, dass ich Milan diese Woche nicht sehen muss. Dadurch habe ich auch wieder Appetit bekommen.
Frederik erzählt mir jeden Tag wie es bei der Arbeit ist und wie sehr mich meine Kollegen vermissen.
Von ihm weiß ich auch, dass Milan sich krank gemeldet hat. Niemand weiß was er hat und wenn ich ehrlich bin, mich interessiert's auch nicht. Eher ist es entlastend zu wissen, dass er nicht da ist, denn so sind meine Kollegen vor ihm geschützt.
Ich rechechiere weiter viel im Internet um Möglichkeiten zu finden, wie ich gegen ihn angehen kann. Anzeigen, Kündigen, aus dem Weg gehen, dass alles ist bei mir nicht möglich bzw. will ich das nicht. Es muss doch einen Weg geben es ihm auf legaler Art nachzuweisen und Andere vor ihn zu schützen.
Es erschüttert mich zu lesen, wie viele Frauen sexueller Belästigung am Arbeitsplatz ausgesetzt sind und wie viele Frauen das gemeldet haben und keine Hilfe bekommen haben und noch mehr erschüttert es mich zu wissen, wie viele Frauen schweigen, weil sie Angst davor haben ihren Arbeitsplatz zu verlieren und deswegen ihre Familie nicht finanzieren zu können. Sowas darf es nicht geben. Das macht mich wütend, dass die Täter damit durchkommen. Es muss doch Wege dagegen geben. Es muss doch was geben womit die Opfer sich wehren können und ihnen geglaubt wird.
Ernüchternd stelle ich fest, dass es das nicht gibt.
Und wenn ich daran denke, dass ich in wenigen Tagen dem Mann gegenüber stehe der mir das angetan hat, dann wird mir ganz anders. Ich will ihm nicht gegenüber stehen geschweige denn mit ihm zusammen arbeiten. Allerdings möchte ich auch nicht länger zuhause bleiben. Es ist ein Kreislauf, aus dem ich gerade nicht rauskomme, aber weiß, dass ich rauskommen muss.
Es ist Montag.
Seit Freitag ist Emma da. Sie hat Herbstferien. Es ist schön, sie wieder länger bei uns zu haben.
Frederik hat sich dafür ein paar Tage frei genommen.
Wenn es nach ihm geht soll ich wegen meinem Fuß noch zu Hause bleiben. Doch das möchte ich nicht, denn die Schmerzen sind weniger geworden und die Schwellung weg.
Um 9 Uhr komme ich im Aufenthaltsraum an. Mehrere Kollegen sitzen dort. Auf dem Tisch steht ein Blumenstrauß und liegt eine Karte.
Ich: "Gutenmorgen."
Dr. Oliver Dreyer: "Gutenmorgen Tabea. Wie geht es dir?"
Ich: "Gut. Hab ich was verpasst?" und schaue zum Tisch.
Dr. Catharina Engel: "Heute ist Violas letzter Tag. Ab morgen ist sie im Mutterschutz. Wir dachten, eine Kleinigkeit zum Abschied gefällt ihr bestimmt."
Ich: "Sicher."
Cati: "Möchtest du mitmachen?"
Ich: "Gerne. Frederik ist auch mit dabei."
Oliver: "Sehr gerne. So wird es für uns günstiger."
Cati schaut ihn entsetzt an.
Oliver: "Was? Ich denke für alle."
Cati schüttelt den Kopf und grinst.
Ich gehe zum Tisch und unterschreibe für mich und Frederik auf der Karte.
-Viola=Dr. Viola Greve-
Dr. Miriam Dietz kommt rein. Sie lächelt als sie mich sieht.
Miriam: "Hallo."
Ich: "Hi."
Wir umarmen uns kurz.
Miriam: "Was macht dein Fuß?"
Ich: "Ist noch dran und die Schiene tut ihr Rest."
Miriam: "Geht denn arbeiten damit schon wieder?"
Ich nicke. "Ich gebe mein Bestes und wenn's nicht geht gebe ich an Kollegen ab."
Da kommt Dr. Milan Fleck rein.
Miriam: "Da hast du ja immer Einen an deiner Seite, der dir helfen kann."
Ich: "Mm."
Milan: "Gutenmorgen."
Mehrere Kollegen sagen das auch zu ihm.
Milan: "Gibt es was zu feiern?" und schaut zum Tisch.
Oliver: "Abschied von unserer schwangeren Kollegin Viola. Möchtest du dich am Geschenk beteiligen?"
Milan: "Gerne." und lächelt.
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Das verlorene Kind
Fiksi PenggemarDr. Charlotte Engel ist 32 Jahre, Ärztin und arbeitet in der Klinik am Südring. Sie ist eine gute, beliebte Ärztin. Von ihren Kollegen wird sie sehr geschätzt, u.a. für ihre einfühlsame Art, wie auch ihrer Hilfsbereitschaft. Sie versucht jeden Fall...
