111. Das kurze Wiedersehen

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Veröffentlicht am 20.02.2020

FREDERIK
Es ist Anfang April.

Ein Monat ist seit dem Treffen mit Tabea vergangen. Seitdem haben wir kein Kontakt mehr. Ich finde es schade, wobei ich es verstehen kann. Ich habe sie abgewiesen. Hatte sie Gefühle für mich? Wollte sie mehr? Ich habe ihr auch nicht mehr geschrieben. Ich konnte es nicht. Warum? Ich mag sie doch. Sie vertraut mir; ich ihr.

Es ist 9 Uhr. Prof. Filou hat eine Besprechung angeordnet. Ich sitze im Seminarraum zwischen Dr. Oliver Dreyer und Dr. Miriam Dietz.
Oliver:"Was er uns heute wohl mitteilt? Vielleicht kündigt er neue Kollegen an, welche dann nicht kommen."
Miriam grinst. "Kann sein, wobei er nichts dafür kann, dass sie nicht gekommen ist."
Oliver:"Nach Ersatz suchen ist nicht gerade seine Stärke."
Miriam nickt. "Ist aber auch nicht leicht jemanden zu finden."
Oliver:"Ach. Wer will findet jemanden."
Miriam:"Möchtest du den Job übernehmen?"
Oliver:"Ich hab schon genug zu tun."
Miriam:"Oh ja. Mit Autozeitschriften lesen. Oder warum hast du selbst hier eine dabei?"
Ich:"Nicht streiten. Prof. Filou wird uns sagen, warum wir uns heute hier versammelt haben."
Oliver:"Genau."

Die Tür geht auf. Prof. Filou kommt herein und nach ihm eine Frau, welche die Tür schließt. Beide gehen nach vorne.
Oliver:"Was macht sie hier?"
Ich zucke mit den Schultern.
Miriam lächelt.

Prof. Filou nimmt das Mikrofon. "Gutenmorgen liebe Kollegen. Schön, dass so Viele die Zeit gefunden haben hier zu sein. Ich möchte sie auch nicht lange von der Arbeit fernhalten, denn ich weiß, die Patienten warten. In den letzten Wochen haben sie mir als Team wiedermal gezeigt, wie Zusammenhalt geht. Zwar gab es Stöhner und auch mal schlechte Worte, so gab es aber auch getauschte Dienste und als Team haben sie alle Dienste gemeistert. Ich weiß, dass ich ihnen eine neue Kollegin zu Februar angekündigt habe, welche leider nicht kam. Somit waren wir minus eins. Umso glücklicher bin ich, dass eine sehr geschätze, erfahrene und beliebte Ärztin den Weg zurück in die Klinik am Südring gefunden hat. Herzlich Willkommen Dr. Rohde."
Oliver:"Sie ist zurück."
Ich lächel. "Ja."
Er schaut zu Miriam, welche lächelt. "Wusstest du das?"
Miriam nickt.
Oliver:"Und du sagst es uns nicht?"
Miriam:"Dann wäre es keine Überraschung mehr gewesen."
Prof. Filou:"Dr. Rohde wird vorwiegend das Team auf der Kinderstation unterstützen. Und somit verbleibt mir ihnen einen schönen Tag zu wünschen und sage ab an die Arbeit." und verlässt den Raum.

Wir stehen auf und gehen zu Tabea um sie zu begrüßen. Sie lächelt, so wie wir auch.

Danach geht schon mein Pieper und ich muss auf Station.

Mittags laufe ich an der Cafeteria vorbei und sehe, dass Tabea und Miriam an einem Tisch sitzen und essen. Ich gehe hinein, hole mir was zu essen und gehe zu ihnen.
Ich:"Darf ich mich zu euch setzen?"
Beide sagen ja.
Ich setze mich und fange an zu essen.
Miriam:"Darfst du auch mal Pause machen?"
Ich nicke. "Wer weiß wie lange."
Da geht Miriams Pieper. "Da hast du was gesagt. Ich muss weg.", nimmt ihr Tablett mit und geht.

Tabea isst weiter.
Ich:"Ich finde es schön, dass du wieder da bist."
Tabea:"Ich auch."
Ich:"Wie kommt's, dass du wieder gekommen bist?"
Tabea:"Mir wurden die vielen Überstunden zu viel und dass alleine sein auf zwei Stationen. Ich bin nur noch gerannt, hatte keine Pause, immer öfter 24 Stunden Dienst, dann 12 Stunden frei und wieder Dienst. Auf Dauer war das keine Option."
Ich:"Auf keinen Fall. Das hört sich schlimm an. Und dann kommst du ausgerechnet hier hin?"
Tabea:"Ja. Warum nicht?"
Ich stocke kurz. "Nachdem ich dir so unhöflich gegenüber war hätte ich verstehen können, wenn du mich meidest."
Tabea:"Du warst nicht unhöflich, sondern ehrlich. Es ist zu früh und das ist für mich ok."
Ich:"Ich wollte mich auch bei dir melden, aber wusste nicht wie."
Tabea:"Ich auch nicht."
Ich:"Und jetzt sehen wir uns mehrmals die Woche."
Tabea:"Und können miteinander reden. Allemahl besser als schreiben. Persönlich kann man es besser klären, wenn was ist. Und ich würde mich freuen, wenn das was gewesen ist, nicht zwischen uns steht."
Ich lächel. "Für mich tut es das nicht. Du bist eine Freundin für mich. Und wir haben ein Geheimnis."
Tabea nickt. "Welches nur du kennst."
Ich:"Das wird so bleiben" und tu mir einem Finger so, als würde ich meinen Mund verschließen.
Tabea lächelt.
Wir reden noch eine Weile miteinander, bis wir aufgegessen haben und zurück zu unseren Stationen gehen.

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