Veröffentlicht am 14.02.2020
FREDERIK
Am nächsten Mittag komme ich in den Aufenthaltsraum, wo Cati am Tisch sitzt und was isst.
-Cati=Dr. Catharina Engel, Charlottes Cousine -
Ich:"Hallo."
Cati:"Hi. Sehe ich dich auch nochmal?"
Ich:"Ähm ja.", gehe zum Kühlschrank und hole meine Dose mit Essen drin raus. Danach setze ich mich an den Tisch.
Cati:"Ich dachte schon du bist jetzt jeden Abend unterwegs."
Ich schaue sie fragend an.
Cati:"Samstag scheint es dir gefallen zu haben. Warum sonst bist du nicht bei Robert mitgefahren?"
Ich:"Ja, war ganz gut" und fange an zu essen.
Cati:"Wobei ich den Polizeieinsatz am Sonntagmorgen noch am besten finde und dann ist Tabea auch noch bei euch in der Wohnung."
Ich:"Woher weißt du das?"
Cati:"Von deiner Mutter. Ich habe sie gestern zufällig beim einkaufen getroffen und da hat sie es mir erzählt. Sie wollte übrigens von mir wissen, wie Tabea so ist."
Ich:"Was hast du ihr gesagt?"
Cati:"Dass ich Tabea nur als Kollegin kenne und weiteres solle sie dich fragen. Wobei sie meinte, dass du ihr darauf nicht antwortest."
Ich:"Wo es nichts zu erzählen gibt muss ich auch nichts sagen. Tabea hat auf dem Sofa geschlafen, weil die Bahn erst morgens wieder fuhr und die Taxen weg waren."
Cati:"Und das ist alles?"
Ich:"Ja."
Cati:"Ok. Das klang bei Helga etwas anders. Da könnte man meinen, du hättest das nur so gesagt und ich echt war es anders."
Ich:"Es war so wie ich es sage. Frage Tabea doch selbst."
Cati:"Ich untersteh mich. Wie fand sie es denn so Einbrecherin zu sein?"
Ich:"Total cool. Das wollte sie immer schon mal. Nee im ernst. Es war ihr genauso unangenehm wie mir."
Cati:"Das glaube ich. Wobei Emma total geschockt gewesen sein soll laut deiner Mutter."
Ich:"Anfangs vielleicht. Später nicht mehr. Die hat das gut weggesteckt."
Cati:"Tabea und du auch?"
Ich:"Ich ja. Tabea glaub ich auch."
Cati:"Hast du noch nicht mit ihr darüber gesprochen?"
Ich:"Ich hab mich entschuldigt. Da muss man jetzt auch nicht übertreiben. Es ist passiert und fertig."
Cati:"Stimmt auch, wobei Emma nicht gerade nett zu ihr gewesen sein soll."
Ich:"Sie mag sie nicht."
Cati:"Warum?"
Ich zucke mit den Schultern. "Frag Emma. Vielleicht verrät sie es dir."
Cati:"Meinst du, es ist wegen Lotte?"
-Lotte=Charlotte Engel -
Ich:"Vielleicht. Ist mir auch egal. Ich nehme das so hin und die Wege der beiden kreuzen sich in der Klinik nicht. Somit ist das Thema für mich durch."
Cati:"Ok. Auch ein Weg damit umzugehen."
Ich:"Lass uns lieber über was anderes reden. Was macht Lucys Studium?"
TABEA
Wollte ich das so hören? Nein. Immerhin weiß ich woran ich bin. Unsere Wege kreuzen sich nur bei der Arbeit. Deutlicher kann er es nicht ausdrücken. Es tut weh, das zu hören. Ändern kann ich daran nichts. Ob er es mir auch wohl so ins Gesicht gesagt hätte?
Ich werde aus meinen Gedanken gerissen.
Miriam:"Tabea. Was machst du da?"
Ich sage zögernd:"Ich hab an was gedacht."
Miriam:"An was?"
Ich:"Ist egal."
Miriam:"Ok. Kommst du mit rein?"
Ich sehe, dass Frederik und Cati zu uns schauen.
Ich:"Ich muss zur Station." und gehe schnell weg.
- Miriam=Dr. Miriam Dietz -
FREDERIK
Komisch, dass Tabea nicht mit rein kommt. Vermutlich ein Notfall.
Miriam:"Hallo ihr zwei. Wisst ihr was mit Tabea los ist?"
Cati:"Nein. Warum?"
Miriam:"Steht an der Seite der Tür und war völlig überrascht als ich sie angesprochen habe."
Cati:"Vielleicht in Gedanken?"
Miriam:"Das sagte sie auch."
Ich:"Und wo ist sie jetzt hin?"
Miriam:"Zur Station." und setzt sich zu uns.
Kurz bevor ich Feierabend habe treffe ich im Gang auf Anna, welche heute mit Birgit unterwegs war.
- Dr. Birgit Maß -
Ich:"Hallo Anna."
Anna:"Hallo."
Ich:"Wie läuft es bei dir?"
Anna:"Alles gut."
Ich:"Denkst du bitte daran, dass ich morgen den Bericht haben möchte?"
Anna:"Mit Dienstbeginn wird er bei dir sein."
- Anna=Anna Moschkowitz, PJlerin -
Ich sehe, dass Tabea auf uns zu kommt.
Ich:"Super. Bis morgen Anna."
Anna:"Bis morgen."
Tabea läuft an uns lang.
Ich:"Hallo Tabea."
Sie stoppt und dreht sich zu mir. "Hallo."
Ich:"Grüßt du gar nicht mehr?"
Tabea:"Ich war in Gedanken. Ich muss auch weiter. Die Arbeit ruft." und geht.
Sie scheint viel zu tun zu haben, denke ich.
Ich habe für heute frei.
Am nächsten morgen, pünktlich zu Dienstbeginn, gibt Anna mir ihren Bericht. Nachdem ich mit ihr auf Station Visite gemacht habe, nehme ich mir die Zeit zum lesen. Da alles soweit ok ist unterschreibe ich und sie gibt ihm am nächsten Tag in der Uni ab.
Anfang Januar teilt sie mir mit, dass sie für den Bericht eine 2,0 bekommen hat.
Die Zeit dahin musste sie, wie sonst auch, in der Klinik arbeiten. Sie macht ihre Arbeit gut, so dass sie auch schon mal alleine einen Patienten untersuchen kann.
Die Weihnachtstage hatten wir beide frei. Dafür allerdings Silvester Dienst. Das war mir auch recht. Was soll ich auch ins neue Jahr feiern. Vor allem alleine, weil Emma das verschläft.
Tabea hatte zwei Wochen Urlaub. Gut gelegt, denk ich mir, keine Feiertage in der Klinik verbringen zu müssen. Ich gönne ihr das, weil sie sehr viel zu tun hatte und wir gar nicht mehr alleine miteinander ins Gespräch gekommen sind. Was erwarte ich da auch? Sie ist meine Kollegin und miteinander gesprochen haben wir schon im Beisein von anderen Kollegen.
Gerade sitze ich in der großen Dienstbesprechung im Seminarraum. Oliver sitzt neben mir und liest in einer Autozeitschrift.
Prof. Filou stellt Fälle vor, erzählt was es Neues geben soll, was gut lief, was zu verbessern ist und vieles mehr. Seit über zwei Stunden höre ich mir das an und frage mich, warum mein Pieper nicht mal gehen kann. Dann dürfte ich nämlich gehen. Das Ende naht, denn es kommt Punkt Sonstiges.
Prof. Filou:"Leider habe ich keine schöne Nachricht zu verkünden. Einer unserer Ärzte konnte uns abgeworben werden. Dr. Tabea Rohde wird zu Februar in die Uniklinik wechseln."
Wörter wie >>Was?<< und Stöhner sind zu hören.
Prof. Filou:"Es ist sehr schade, aber Reisende halten wir nicht auf. Zudem brauchen sie sich keine Sorgen machen bzgl. Überstunden usw., denn eine Ärztin von der die Uniklinik Hannover wird ab Februar in unserer Klinik anfangen."
Oliver hat seine Zeitschrift auf den Schoß gelegt und ruft:"Das war doch sowieso geplant, dass eine neue Ärztin kommt. Wer kommt denn für Tabea, ich meine Dr. Rohde?"
Prof. Filou:"Ja, es war geplant, dass jemand zu Februar kommt. Die Ärztin hat als Schwerpunkt die Kindermedizin, was sehr gut passt. Sie wird also für Dr. Rohde kommen."
Oliver ruft:"Es sollte doch zusätzlich jemand kommen, damit wir einen Arzt mehr im Team haben. Wenn einer geht und einer kommt, ist das nicht der Fall."
Prof. Filou:"Das ist unser Ziel und wir suchen weiterhin nach einem Arzt. So einfach ist das gar nicht. Ich bin erstmal froh, dass wir mit dem Weggang unserer geschätzten Ärztin nicht Minus im Personal haben, sondern es taggenau ausgleichen können."
Oliver zu mir:"Der hält sich auch an nichts. Erst prahlen, dass wir zusätzliches Personal bekommen und dann ist das gar nicht so."
In meinem Kopf kreisen Gedanken. Warum geht Tabea? Ich dachte, sie arbeitet gerne hier.
Oliver:"Frederik? Noch da?"
Ich:"Ja."
Oliver:"Was sagst du denn dazu?"
Ich:"Was soll ich dazu sagen? Es ist wie es ist."
Oliver:"Wir müssen was unternehmen."
Ich:"Ja sollten wir. Ich muss los", stehe auf und verlasse den Raum.
Nichts hält mich mehr dort. Ich kann Prof. Filou sowieso nicht mehr folgen. Also gehe ich besser und versuche mich zu sammeln. Ich finde es immer schade, wenn ein Kollege geht und so ist es diesmal auch. Ich frage mich nur warum und vor allem so schnell? Oder weiß Prof. Filou es schon länger? Weiß Tabea es schon länger und hat nichts gesagt? Kann ich mir irgendwie nicht vorstellen, doch wer weiß.
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Das verlorene Kind
FanficDr. Charlotte Engel ist 32 Jahre, Ärztin und arbeitet in der Klinik am Südring. Sie ist eine gute, beliebte Ärztin. Von ihren Kollegen wird sie sehr geschätzt, u.a. für ihre einfühlsame Art, wie auch ihrer Hilfsbereitschaft. Sie versucht jeden Fall...
