16. Hochzeit XS

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Veröffentlicht am 25.03.2019

CHARLOTTE:
Frederik und ich sind jetzt 8 Monate verlobt. Einen Verlobungsring habe ich noch immer nicht. Aber warum auch. Frederik und ich sind beide nicht die Personen, den Materielles wichtig ist.

In den letzten Monaten ist so viel passiert. Inkas schwerer Unfall, Tessa wohnte bei uns und meine allergische Reaktion.
Hinzu kommt Frederik und mein Schichtdienst.
Unsere gemeinsame Zeit genießen wir sehr.

Öfter schon haben unsere Eltern und Kollegen uns angesprochen wann wir denn jetzt heiraten würden. Schließlich möchten sie dabei sein und sich dafür frei nehmen.
Frederiks Mutter ist da ganz extrem. Sie ist schon am Planen. Erst Standesamt, dann Kirche, anschließend große Feier.
Frederik weicht bei dem Thema immer seiner Mutter aus.
Und dann plant sie auch schon meinen Einzug. Für sie ist es gar nicht vorstellbar, dass Frederik zu mir ziehen könnte. Sie hat große Angst davor. Immerhin hat sie schon zwei Söhne ziehen lassen.

Frederik und ich sind uns einig. Wir möchten keine große Hochzeit. Wir sind beide nicht die Personen, die im Mittelpunkt stehen möchten. Wir möchten in kleinem Rahmen heiraten. Frederik äußerte auch schon, dass wir alleine heiraten können. Warum brauchen wir Zeugen dafür? Die Trauung ist doch für Frederik und mich.
Es ist sicherlich schön als Gast. Aber im Mittelpunkt soll doch das Paar stehen.

Es ist Freitagabend und Frederik und mir steht ein Dienstwochenende bevor. Wir essen zusammen und kuscheln uns dann aufs Sofa.
Ich bin bei Frederik zu Besuch. Zu Besuch, wie das klingt, nach 22 Monaten Beziehung. Gefühlt wohne ich zurzeit in zwei Wohnungen; einmal bei mir und einmal bei Frederik.

Ich kuschel mich an Frederik ran. Er streichelt mir durch die Haare.
Frederik:"Sag mal Lotte, kannst du dir eigentlich vorstellen ganz hier einzuziehen?"
Ich lehne mich auf und schaue ihn an.
Ich:"Ja."
Ich habe schon oft für mich darüber nachgedacht. Und ich kann mir das gut vorstellen. Ich weiß, wie wichtig Frederik seine Eltern sind und er würde auch zu mir ziehen, aber optimaler ist es bei ihm. Zudem braucht er keine Miete zu zahlen.
Frederik:"Echt?"
Ich:"Ja."
Er umarmt mich ganz fest.

Ich:"Hast du eigentlich inzwischen mal mit deiner Mutter über unsere Hochzeit gesprochen?"
Frederik schüttelt den Kopf.
Ich:"Das wird Zeit. Das die noch nicht Standesamt, Kirche und Saal gebucht hat ist auch alles."
Frederik:"Ich weiß. Aber so ist sie immerhin beschäftigt."
Ich:"Das ist sie auch ohne die Planung. Und es ist unsere Hochzeit. Wir sollten das planen."
Frederik:"Da gebe ich dir recht. Apropro Planen. Was wollen wir denn jetzt? Groß oder klein heiraten? Standesamt und Kirche?"
Ich setze mich hin.
Ich:"Ehrlich? Ich brauche keine große Hochzeit. Mir reicht das Standesamt."
Frederik:"Mir reicht auch eine Trauung nur mit dir"
Ich:"Wie soll das gehen?"
Frederik:"Wir gehen alleine zum Standesamt und geben uns das Ja-Wort. Und dann kommen wir nach Hause und sagen es ihnen. Wir können ja trotzdem zum Grillen einladen. Es wäre dann nur mit unserer Familie."
Ich:"Die Idee finde ich gut. Wobei unsere Eltern traurig sein werden, weil sie nicht dabei waren."
Frederik:"Sie werden damit umgehen können. Schließlich heiraten wir und nicht die."
Ich:"Das stimmt."
Frederik:"Was hältst du davon wenn wir mal schauen wann ein Termin im Standesamt frei ist?"
Ich:"Ich finde die Idee super."
Frederik steht auf und holt seinen Laptop. Er fährt ihn hoch und öffnet die Homepage vom Standesamt. Er schaut sich die freien Daten an. Er lächelt und zeigt auf ein Datum.
Ich lächle auch. "Das wäre perfekt."
Frederik:"Ich finde es wunderbar. Soll ich es reservieren? Dann können wir Montag vorbei gehen und unsere Unterlagen abgeben."
Ich:"Ja".
Frederik reserviert das Datum.

Es ist unser 2.Jahrestag. In 7 Wochen ist es soweit. Der Tag ist perfekt. Er fühlt sich richtig an. Auch das alleine heiraten finde ich gut. Mir reicht es, wenn Frederik da ist. Mehr brauche ich nicht.

Das verlorene KindGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt