Veröffentlicht am 17.08.2019
CHARLOTTE
Die Nacht verläuft ruhig. Insofern ich das mit einem Baby sagen kann. Klara schrie öfter und ich stillte sie. Frederik war jedes Mal mit wach und lief danach mit ihr durchs Zimmer, damit ich schlafen konnte. Das klappte nur bedingt.
Schwester Anna und Schwester Birgit haben regelmäßig nach uns geschaut und immer meinen Blutdruck gemessen. Dr. Viola Grewe kam auch einmal vorbei. Mich beruhigt es zu sehen, dass ich nicht alleine bin.
Frederik hat geschlafen, wenn das Baby schlief.
So wie er hätte ich es auch gerne gekonnt.
Es ist 8 Uhr und ich bin noch müde. Klara schläft. Wer nachts aktiv ist muss auch mal schlafen, denke ich.
Es klopft an der Tür und Dr. Johanna Altenmöller und Schwester Linda kommen herein.
Johanna:"Gutenmorgen."
Frederik&Ich:"Gutenmorgen."
Johanna:"Wie schaut es aus? Wie geht es dir?" und schaut zu mir.
Ich:"Gut."
Johanna:"Irgendwas Besonderes in der Nacht gewesen?"
Ich schüttel den Kopf. "Mal abgesehen von wenig Schlaf wegen Baby, ist nichts besonders."
Johanna:"Hat Klara euch nicht schlafen lassen?"
Ich:"Nein."
Johanna:"Das ändert sich noch. Sie ist noch am Ankommen. In ein paar Tagen sieht das schon anders aus. Ich habe geplant heute ein Ultraschall bei dir zu machen und wir werden Blut abnehmen. Das haben wir gestern gar nicht gemacht und holen wir dann gleich mal nach." Sie schaut zu Linda. "Könntest du die Blutabnahme machen?"
Linda:"Ja."
Johanna:"Danke" und schaut zu uns. "Ergebnisse sollten nachmittags vorliegen. Ultraschall versuche ich im Laufe des Vormittages zu machen. Wenn was sein sollte klingelt ihr bitte."
Ich:"Das machen wir."
Johanna:"Habt ihr noch ein Anliegen?"
Ich überlege kurz und frage:"Darf ich duschen gehen?"
Johanna:"Kommt drauf an. Fühlst du dich in der Lage dazu? Was macht dein Kreislauf?"
Ich:"Alles super."
Johanna:"Ok. Nach den Blutdrucksergebnisse gesehen spricht auch nichts dagegen. Möchtest du, dass eine Schwester dabei ist?"
Ich:"Nein."
Johanna:"Gut. Dann darfst du, aber Frederik ist im Zimmer und wenn was ist klingelst du oder rufst nach ihm."
Ich:"Mach ich."
Johanna:"Sonst noch was?"
Ich:"Nein."
Johanna:"Dann bis später."
Johanna und Linda gehen.
Kurze Zeit später kommt Linda und nimmt mir Blut ab.
Danach gehe ich duschen. Das fühlt sich gut an. Ich fühle mich wohler danach.
Um 11 Uhr werde ich zum Ultraschall in einen Behandlungsraum gebracht.
Weil Klara schreit, obwohl sie gestillt ist, bleibt Frederik mit ihr auf dem Zimmer.
Das Ultraschall ist unauffällig. Das beruhigt mich.
Ich werde im Rollstuhl zurück aufs Zimmer geschoben.
Frederik läuft hin und her und Klara ist ruhig.
Ich lege mich ins Bett.
Frederik:"Wie sieht es aus?"
Ich:"Sono unauffällig. Und bei dir?"
Frederik:"Geht so. Wenn ich stehen bleibe schreit sie."
Ich:"Oh je. Ich glaube, ich lege sie nochmal an. Vielleicht hat sie wieder Hunger."
Frederik:"Ok."
Er gibt mir Klara, welcher erst schreit und sich dann an meiner Brust andockt und ruhig ist. Frederik legt sich auf sein Bett.
Frederik:"Jetzt ist sie ruhig."
Ich:"Da hatte doch wohl noch jemand Hunger."
Frederik:"Das glaub ich auch. Übrigens, Papa hat geschrieben. Mama und er kommen gegen drei mit Emma und Lisa vorbei."
Ich lächel. "Das freut mich."
Frederik:"Wann kommen eigentlich deine Eltern an? Ist das Hotel schon gebucht?"
Ich:"Es ist noch nichts gebucht, weil Papa krank ist. Ich habe heute aber noch nicht mit ihnen telefoniert."
Frederik:"Das ärgert ihn bestimmt, dass er ausgerechnet jetzt krank ist."
Ich:"Es ärgert ihn immer, wenn er krank ist."
Frederik:"Da kenne ich noch jemanden wo das so ist" und grinst.
Ich haue im mit einer Hand leicht auf seinen Arm. "Ey. Ich bin halt lieber gesund."
Frederik:"Das ist auch gut so."
Ich:"Und wer weiß, vielleicht wird Papa mit Klaras Geburt schlagartig gesund."
Frederik:"Das hoffe ich. Schließlich möchte Klara ihren Opa kennenlernen."
Die Zeit vergeht und ich schaffe es, mit Klara auf der Brust liegend, noch ein bisschen zu schlafen.
Um 15 Uhr klopft es an der Tür und Helga, Kurt, Lisa und Emma kommen herein.
Frederik und ich liegen im Bett. Klara still ich gerade.
Sie kommen auf uns zu.
Helga:"Hallo. Es ist so schön euch zu sehen."
Frederik:"Wir freuen uns auch euch zu sehen."
Sie stehen an meinem Bettende. Emma geht zu Frederik und klettert auf sein Bett. Sie kuschelt sich an Frederik.
Ich:"Hallo Emma."
Emma:"Emma pielen" und schaut zu Frederik.
Frederik:"Hast du was zum Spielen mitgebracht?"
Emma:"Eiß nich. Ucke." und klettert vom Bett runter.
Helga:"Wir haben nur Sachen für Mama und Papa mit. Schau doch mal bei Mama. Da ist deine Schwester Klara."
Emma:"Nein."
Ich docke Klara ab und hole sie unter der Decke hervor.
Emma schaut sie kurz an und nimmt dann Helgas Hand. "Ause."
Helga:"Später. Jetzt sind wir bei Mama, Papa und Klara."
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Das verlorene Kind
Fiksi PenggemarDr. Charlotte Engel ist 32 Jahre, Ärztin und arbeitet in der Klinik am Südring. Sie ist eine gute, beliebte Ärztin. Von ihren Kollegen wird sie sehr geschätzt, u.a. für ihre einfühlsame Art, wie auch ihrer Hilfsbereitschaft. Sie versucht jeden Fall...
