117. Notfall II

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Veröffentlicht am 03.03.2020

FREDERIK
Es ist Dienstagmorgen, 9 Uhr, als ich auf dem Flur auf Tabea treffe.
Ich:"Gutenmorgen."
Tabea:"Gutenmorgen. Wohin führt dein Weg?"
Ich:"Aufenthaltsraum. Und deiner?"
Tabea:"Auch."
Ich:"Wie waren deine freien Tage?"
Tabea:"Schön. Das Wetter war top und ich bin im Park gejoggt. Und bei dir?"
Ich:"Ich hab angefangen das Bett zu verlassen und seit gestern wieder am arbeiten."
Tabea:"Und fit?"
Ich:"Topfit."
Tabea lächelt.

Wir kommen im Aufenthaltsraum an. Dort treffen wir auf Dr. Oliver Dreier und Anna Moschkowitz.
Tabea und ich:"Gutenmorgen."
Oliver:"Gutenmorgen. Auch mal wieder im Lande?"
Ich:"Ja seit gestern schon, aber da hattest du frei."
Oliver:"Verdienterweise nach drei Nachtdiensten."

Anna:"Möchtet ihr Kaffee?"
Ich:"Ja."
Anna:"Ich mach dir einen. Du auch Tabea?"
Tabea:"Gerne."
Anna:"Setzt euch ruhig hin. Ich bringe ihn euch wenn er durchgelaufen ist."
Ich:"An den Luxus kann ich mich gewöhnen" und setze mich hin.
Tabea setzt sich neben mir.
Oliver:"Wieso macht mein PJler das nicht für mich?"
Ich:"Falsche Erziehung."
Oliver:"Sagt der, der die letzte Woche nicht da war."
Ich:"Und wo die PJlerin scheinbar doch gute Arbeit geleistet hat. Zumindest ist mir nichts anderes zu Ohren gekommen."
Oliver:"Sie macht es auch echt gut" und lächelt zu Anna. "Wobei ich es schade finde, dass Anästhesie nicht ihr Fachgebiet ist."
Ich:"Das hättest du wohl gerne. Dann hättest du noch mehr Freizeit."
Oliver:"Wo habe ich denn bitte Freizeit? Ich habe mit der Arbeit von Niklas genug zu tun."
Ich:"Das sehe ich", und zeige auf eine Autozeitschrift, welche er in der Hand hält, "Wo ist überhaupt Niklas?"
Oliver:"Mit Debbie im OP und das", und wedelt mit der Zeitschrift, "zählt zu Allgemeinbildung."
Ich grinse. "Allgemeinbildung, mm. Früher mussten wir wissen wie die Präsidenten heißen, heute sind es Autos."

Anna bringt zwei Tassen zum Tisch. Eine stellt sie bei Tabea ab, die andere bei mir. Wir bedanken uns dafür.
Anna setzt sich ebenfalls mit einer Tasse Kaffee an den Tisch.

Bevor Tabea einen Schluck nehmen kann geht ihr Pieper und sie verlässt den Raum.

Oliver:"Da geht sie fort, die junge Frau."
Ich:"Eine ist noch da."
Oliver:"Stimmt und auch so hübsch."
Anna lächelt und schaut mich an.
Ich:"Er versucht sich einzuschleimen. Falls du doch noch dein Fachgebiet wechseln möchtest, Oli hilft dir bestimmt."
Oliver nickt.
Anna:"Nein. Ich bin in der Orthopädie sehr zufrieden. Vor allem mit einem so guten Anleiter." und lächelt.
Ich:"Danke."
Oliver:"Immer dies Geschleime. Dadurch gibt es keine besseren Noten."
Ich:"Die gibt es bei ihm nur wenn du seine Arbeit übernimmst" und grinse.
Oliver:"Ey" und wirft die Autozeitschrift zu mir. "Glaub ihm kein Wort. Ich arbeite viel."
Ich:"Das stimmt. Wir machen nur Witze" und werfe die Zeitschrift wieder zu ihm.
Annas Pieper geht und sie verlässt den Raum.

Ich habe meine Tasse Kaffee schon ausgetrunken und nehme nun Tabeas. Sie wird erst zurück kommen wenn der Kaffee schon kalt ist. Also kann ich ihn auch trinken.
Ich unterhalte mich während dem mit Oliver.
Als ich auch den Kaffee ausgetrunken habe gehe ich zur Station und untersuche Patienten.

Es ist 10 Uhr. Ich bin alleine im Behandlungsraum als mir schwindelig wird. Ich versuche mich an der Wand festzuhalten. Ich möchte nach Hilfe rufen, doch ich bekomme keinen Ton raus. Mein Herz rast. Ich bekomme kaum mehr Luft. Mir ist heiß.

OLIVER
Da stehe ich im OP und warte auf Frederik, welcher mir am Telefon zugesagt hat, dass er mir den Bericht bringt. Wenn er das sagt, dann macht er es auch, weil er selbst weiß, dass es sonst zu Verzögerungen kommt. Ich lege den Patienten noch nicht schlafen, weil mir der Bericht der Untersuchung fehlt.
Als Frederik nach 15 Minuten noch nicht da ist und ich ihn nicht erreichen kann und die Krankenschwester am Stationstelefon sagt, dass er auf dem Weg zu mir sei, beschließe ich, ihm entgegen zu gehen.

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