97.Teil III: Niemals geht man so ganz

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Veröffentlicht am 05.02.2020

FREDERIK
Es dauert nicht lange, da klingelt es und Catharina, Lucy, Maria und Franz kommen. Auch sie setzen sich auf ein Sofa.

Emma ist mit Tessa ins Gästezimmer meiner Eltern gegangen, wo Spielsachen sind. Sie spielen dort.

Keiner sagt was. Ich höre nur schluchzen, sehe Personen, bei denen Tränen fließen.
Meine Mutter durchbricht die Stille. "Jetzt wo alle hier sind. Wir sollten uns um die Beerdigung kümmern. Wo soll Charlotte bestattet werden? Von wem? Wann? Wo ist das anschließende Kaffee trinken? Den Nachbarn muss noch Bescheid gegeben werden wegen Adressen auf die Briefumschläge zu schreiben. Oh man, es ist noch so viel zu tun."
Ich:"Mama, mach langsam, bitte. Charlotte ist nicht mal 6 Stunden tot und du planst ihre Beerdigung."
Mama:"Das müssen wir. Sie soll doch nicht ewig über der Erde bleiben."
Ich:"Erstmal wird sie sowieso obduktiert. Das dauert seine Zeit."
Mama:"Warum das?"
Ich:"Um festzustellen was die Todesursache ist."
Mama:"Das ist doch klar. Der Krebs hat zum Herzstillstand versorgt."
Ich:"Davon gehen wir aus, aber ich möchte Gewissheit haben."
Mama:"Ok, aber das war bei Oskar auch und trotzdem muss sich um die Beerdigung gekümmert werden. Ich kann das übernehmen."
Ich stehe auf. "Nein, das wirst du nicht." und verlasse den Raum.

Ich gehe nach oben und lasse mich bäuchlings ins Bett fallen.
Ich höre Schritte und kurz darauf klopft es an der Schlafzimmertür und Catharina kommt rein.
Cati:"Darf ich?" und zeigt auf die Bettkante.
Ich schaue zu ihr und nicke. Langsam setze auch ich mich hin.
Cati:"Es ist eine blöde Situation."
Ich nicke.
Cati:"Du möchtest Lotte nicht zu Grabe tragen und das verstehe ich sehr gut. Ich will das auch nicht, aber du weißt, dass sie nach der Obduktion beerdigt werden muss."
Tränen kommen in meine Augen.
Cati:"Allerdings hat die Planung durchaus Zeit bis morgen und ob sie nach der Obduktion noch 1 oder 3 Tage über der Erde ist, ist auch egal." Sie legt eine Hand auf meine Schulter.
Tränen fließen bei mir.
Cati nimmt mich wortlos in den Arm. Wir weinen. Es tut weh zu wissen, dass Charlotte nie mehr nach Hause kommen wird.

Nach ein paar Minuten sage ich:"Ich will das nicht. Ich möchte Lotte nicht verlieren."
Cati:"Du verlierst sie nicht. In deinem Herz wird sie bleiben."
Ich fasse an mein Herz. "Ja, da wird sie bleiben, aber ich will sie hier haben."
Cati schaut mich an und ich sehe an ihrem Blick, dass sie das auch möchte.
Ich:"Sie hat den Kampf verloren und das tut so weh. Andererseits wusste ich, dass es ein schwerer Weg wird. Sie hat gekämpft, sie wollte nach Hause, und nun ist sie tot." stocke und flüster "immerhin scheint sie ruhig eingeschlafen zu sein."
Cati:"Sie hat gekämpft. Ihr Körper war zu schwach, nicht ihr Kopf, das weißt du. Sie hätte alles dafür getan um weiter leben zu können und dass ihr Herz aufhört zu schlagen, das hat sie nicht geahnt, denn Lucy war noch kurz vorher bei ihr und es war alles gut. Sie ist einfach eingeschlafen" und sagt leise "und nicht wieder aufgewacht."
Ich:"Leider nicht."

Ich atme tief durch. "Wir sollten uns Gedanken über die Beerdigung machen. Ich gebe zu, ich habe nie mit ihr darüber gesprochen, weil ich dachte, dass es nicht soweit kommen wird." Wie ich das gesagt habe weine ich. Cati nimmt mich in den Arm.

Nach kurzer Zeit löst sich die Umarmung.
Ich:"Ich frage mich, wo sie liegen möchte. In Erfstadt oder doch in ihrer Heimat Warngau, bei ihrem Vater?"
Cati:"Ich glaube, sie möchte bei Oskar sein."
Ich schaue sie an. "Wie erkläre ich das Maria? Sie möchte Lotte doch bei ihrem Vater wissen."
Cati:"Ich glaube, dass Maria bewusst ist, dass Lottes Lebensmittelpunkt zuletzt hier war und sie bei ihrem Sohn sein möchte. Und mal ehrlich, selbst sie lebt inzwischen in Köln. Was soll Lotte dann in Warngau?"
Ich:"Stimmt. Da wäre sie alleine."
Cati:"Hier hat sie uns."
Ich:"Dann lassen wir sie in Erfstadt bestatten." und fasse mir an den Kopf. "Wo soll ich nur all die Adressen herbekommen für die Karten?"
Cati:"Lottes Familie haben wir noch von Josefs Tot. Deine hat vermutlich deine Mutter oder sie findet die raus. Möchtest du auch Freunde und Kollegen einladen?"
Ich nicke.
Cati:"Um die Kollegen kümmer ich mich und Freunde, da rufe ich wohl an und erfrage diese. Es reicht auch aus, wenn die Briefumschläge morgen nachmittag beschriftet werden."
Ich nicke. "Muss nur noch Karte und Spruch gefunden werden."
Cati:"Da hat der Bestatter eine Auswahl. Weißt du schon welcher es machen soll?"
Ich:"Ja. Der, der es auch bei Oskar gemacht hat."
Cati:"Soll ich den anrufen?"
Ich:"Nein. Das mach ich", stehe auf und gehe zu einer Schublade, wo wir Visitenkarten aufbewahren. Ich suche die vom Bestatter raus und rufe da an.

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