Veröffentlicht am 23.06.2024.
DR. TABEA ROHDE
13.05.
Ich wache auf. Es ist dunkel. Mir ist kalt. Ich merke, dass ich schwitze. Ich spüre Schmerzen in meinen Brüsten und Unterleib. Nachdem ich zwei Novalgin genommen habe lassen die Schmerzen nach, wobei ich mich weiterhin unwohl fühle. Ich schließe meine Augen und versuche zu schlafen. Ich wache mehrmals auf, fühle mich allerdings so schlapp und müde, dass ich die Augen wieder schließe.
Um 6 Uhr nehme ich zwei Novalgin und das abstillende Medikament. Nachdem die Schmerzen nachgelassen haben verlasse ich das Auto. Die frische Luft tut gut. Ich gehe erstspazieren und dann jogge ich schon wieder. Dabei bin ich frei von Gedanken. Nach zwei Stunden bin ich wieder beim Auto, setze mich rein, lehne mich an und schlafe in kürzester Zeit ein.
DR. OLIVER DREYER
11 Uhr. Die Zentrale leitet einen Anruf zu mir weiter. Ich bin überrascht als ich höre wer am Telefon ist.
Ich: „Dreyer."
Frau: „Dr. Johanna Altenmöller. Hallo Oliver."
Ich: „Hallo Johanna. Das ist ja eine Überraschung, dass du anrufst. Wie geht es dir?"
Johanna: „Mir geht es gut. Ich hoffe dir auch."
Ich: „Mir auch, wobei du bestimmt nicht deshalb anrufst."
Johanna: „Das stimmt. Ich möchte gerne mit Tabea Rohde sprechen."
Ich: „Die ist nicht da."
Johanna: „Das weiß ich. Ich dachte eher, dass du mir ihre private Telefonnummer geben kannst."
Ich: „Warum möchtest du die haben?"
Johanna: „Das darf ich dir nicht sagen. Schweigepflicht. "
Ich: „Ich darf keine Daten rausgeben wegen Datenschutz."
Johanna: „Da sind wir beide an etwas gebunden. Hast du eine Idee wie ich an die Nummer komme?"
Ich: „Nein. Wobei es sehr wichtig sein muss wenn du über die Klinik nach ihr suchst."
Johanna: „Genau so ist es."
Ich: „Ich habe eine Idee. Ich rufe sie an und sage ihr, dass sie sich bei dir melden soll. Und wenn ich sie nicht erreiche fahre ich bei ihr vorbei und sage es ihr persönlich."
Johanna: „Das klingt sehr gut. Wie spät wird es sein?"
Ich: „Bei Anruf schnell, bei persönlich 13, 14 Uhr. Je nachdem wie ich hier rauskomme."
Johanna atmet durch. „Dann drücke ich die Daumen, dass du sie erreichst. Bitte sage ihr, dass sie sich unbedingt sofort bei mir melden soll."
Ich: „Das klingt sehr ernst."
Johanna: „Ich verlasse mich auf dich. Danke und Tschüß."
Ich: „Tschüß."
- Dr. Johanna Altenmöller = ehemalige Ärztin in der Klinik -
Warum möchte Johanna mit ihr sprechen? Ich wusste gar nicht, dass die zwei noch Kontakt haben. Ich versuche Tabea anzurufen. Da ihr Handy aus ist spreche ich ihr auf den Anrufbeantworter. Auch bei weiteren Anrufen ist ihr Handy aus.
Wegen eines Notfalls ist es 13:55 Uhr als ich mich umziehen möchte. Auf dem Weg zur Umkleide kommen mir Cati und Miriam entgegen. Sie scheinen im Gespräch miteinander zu sein. Als wir auf einer Höhe sind sagte ich „Hallo."
Beide schauen mich überrascht an und sagen „Hallo."
Ich: „Ich möchte euer Gespräch nicht stören. Nur eine kurze Frage. Ist Tabea hier oder bei dir zu Hause?"
Cati schaut mich erschrocken an und sagt dann „Zu Hause".
Ich: „Danke für die Info. Ich fahre gleich bei ihr vorbei."
Cati: „Das geht nicht. Sie schläft."
Ich: „Dann werde ich sie wecken müssen."
Cati: „Nein. Sie braucht Ruhe."
Ich: „Ja, aber ich habe Johanna zugesagt ihr mitzuteilen, dass sie sich bei ihr melden soll. Und da sie telefonisch nicht erreichbar ist mache ich es persönlich."
Cati: „Von welcher Johanna sprichst du?"
Ich: „Johanna Altenmöller. Unsere ehemalige Kollegin."
Cati: „Was will Johanna von ihr?"
Ich: „Sie wollte ihre private Telefonnummer, welche ich nicht rausgebe wegen Datenschutz."
Cati: „Und warum will sie mit ihr sprechen?"
Ich: „Schweigepflicht sagt sie."
Cati und Miriam schauen sich fragend an.
Ich: „Gibt es etwas was ich wissen sollte?"
Erneut schauen sie sich fragend an.
Ich: „Raus mit der Sprache. Was ist los? Ich merke doch, dass was nicht ok ist."
Cati: „Du darfst es keinem sagen."
Ich: „Was darf ich keinem sagen?"
Cati: „Tabea ist weg."
Ich: „Wie weg?"
Cati: „Sie ist seit drei Tagen weg. Wohin wissen wir nicht."
Ich: „Gibt es keine Spur?"
Cati: „Nur einen Brief indem sie schreibt, dass sie weg ist. Leo will sie abgeben und Ole soll bestattet werden. Sie glaubt keine gute Mutter zu sein."
Ich: „Wieso weiß ich davon nichts?"
Cati: „Weil wir gehofft haben, dass wir bis heute um 14:30 Uhr eine Spur zu haben. Dann läuft das Ultimatum ab und Prof. Filou informiert das Jugendamt."
Ich: „Immerhin weiß der Professor Bescheid" und schaue auf meine Armbanduhr. „Es ist gleich 14 Uhr. Das Ultimatum läuft in einer halben Stunden ab. Vielleicht kann Johanna uns helfen? Schließlich möchte sie mit ihr sprechen."
Cati: „Ich rufe sie an. Hast du ihre Nummer?"
Ich: „Nein, wobei diese vielleicht in meinem Diensttelefon steht. Außer sie hat mit unterdrückter Nummer angerufen." Ich nehme mein Telefon und schaue nach.
Cati: „Warum ruft Johanna eigentlich direkt dich an?"
Ich: „Hat sie nicht. Sie wurde von der Zentrale zu mir geleitet. Hier ist eine Nummer. Ich glaube, das ist die" und gebe Cati das Telefon.
Cati: „ Lass uns in einen Raum gehen und dann rufe ich da an."
DU LIEST GERADE
Das verlorene Kind
Fiksi PenggemarDr. Charlotte Engel ist 32 Jahre, Ärztin und arbeitet in der Klinik am Südring. Sie ist eine gute, beliebte Ärztin. Von ihren Kollegen wird sie sehr geschätzt, u.a. für ihre einfühlsame Art, wie auch ihrer Hilfsbereitschaft. Sie versucht jeden Fall...
