Veröffentlicht am 12.02.2020
FREDERIK
Es ist der 1.November.
Prof. Filou hat eine Dienstbesprechung um 8:30 Uhr angeordert, wo alle, die können, dran teilnehmen sollen.
Viele sind bereits im Seminarraum angekommen.
Auch ich komme jetzt rein und setze mich neben Dr.Oliver Dreyer.
Ich:"Gutenmorgen."
Oliver:"Morgen. Auch schon da?"
Ich schaue auf meine Uhr. "Es ist 8:27 Uhr."
Oliver:"Wenn du es sagst. Ich bin schon ein paar Minuten eher gekommen."
Hinter und sitzt Dr. Jannik Pfeil. "Er ist seit 8 Uhr hier um ja nichts zu verpassen." und zeigt nach unten. "Vielleicht auch um in Ruhe lesen zu können."
Ich sehe die Autozeitschriften unter seinem Stuhl liegen. "Dafür hat es sich bestimmt gelohnt so früh zu kommen." und grinse.
Oliver:"Zumindest weiß ich wer alles da ist. Aber mal ehrlich, warum sitzen wir überhaupt hier?"
Jannik:"Ich glaub wie jedes Jahr Anfang November. Die Neuen für das praktische Jahr kommen."
Ich:"Stimmt. Es ist schon wieder ein Jahr vorbei." und schau zum Boden.
Oliver klopft mir auf die Schulter. "Leider ja. Ich habe das Gefühl die Zeit rennt."
Ich schaue zu ihm und nicke.
Oliver:"Du denkst an Charlotte."
Ich nicke erneut. "An so welchen Momenten erinnert es mich sehr daran. Sie ist seit über einem Jahr nicht mehr da."
Oliver:"Nicht real, aber in deinem Herzen." und fasst kurz auf meine Brust. "Da wird sie immer bleiben."
Ich nicke.
Oliver:"Gutenmorgen Tabea."
Tabea:"Gutenmorgen."
Ich drehe mich zu ihr. Sie hat sich neben mich gesetzt. "Gutenmorgen."
Ihr Blick sieht betrübt aus. "Alles ok?"
Tabea:"Ja. Ich bin gespannt wer Neues zu uns kommt."
Prof. Filou betritt mit zwei Personen den Raum. Ein Mann und eine Frau. Er nimmt das Mikrofon in die Hand und begrüßt erstmal alle und erzählt das Gleiche wie jedes Jahr, dass die Studienzeit für viele vorüber ist, dass das praktische Jahr folgt und die Klinik dabei gerne hilft und unterstützt. Dieses Jahr bekommen wir zwei angehende Ärzte.
Prof. Filou:"Und unsere PJler brauchen Anleiter. Für Herrn Niklas Roberto wird Dr. Oliver Dreyer die Anleitung übernehmen." und schaut zu Oliver.
- PJ=Praktisches Jahr -
Olivers Blick hingegen ist überrascht. Er sagt leise zu mir:"Das ist nicht sein ernst."
Ich:"Ich glaube doch."
Oliver ruft:"Ich fühle mich geehrt, dass sie mir die anspruchsvolle Aufgabe übertragen, aber ich bin ab morgen zur Fortbildung in München und Herr Roberto sollte besonders in den ersten Tagen Anleitung bekommen. Das kann besser jemand machen, der anwesend ist." und leise zu mir. "Aus der Nummer bin ich raus."
Prof. Filou:"Selbstverständlich habe ich daran gedacht, dass sie zur Fortbildung im Bereich Anästhesie in München sind. Und natürlich braucht ein PJler besonders in den ersten Tagen Anleitung. Desweiteren möchte ein PJler auch fortgebildet werden und daher habe ich mit ihm begesprochen, dass er sie zur Fortbildung begleiten wird. So startet das Praktische Jahr anders wie sonst, wobei nicht mal was ändern, wenn es allen zu Gute kommt."
Olivers Blick ist irritiert. Er sagt leise:"Das meint der ernst oder?"
Ich:"Ja. Drücken ist nicht."
Prof. Filou:"Dr. Dreyer, darf ich Sie bitten Herrn Roberto abzuholen?"
Langsam steht er auf und geht zu ihm.
Prof. Filou:"Und damit sie nicht alleine anleiten, bekommen sie Unterstützung, in Form von, dass Frau Anna Mokowitsch auch einen Anleiter bekommt. Und das ist Dr. Frederik Seehauser-Engel."
Hat er gerade wirklich meinen Namen genannt? Ich habe doch schon genug zu tun.
Prof. Filou:"Darf ich bitten Frau Mokowitsch abzuholen?"
Ich stehe auf und gehe zu ihr. Ich reiche ihr meine Hand, welche sie lächelnd annimmt. "Hallo."
Anna:"Hallo."
Prof.Filou:"Selbstverständlich werden auch alle anderen Kollegen sie im PJ unterstützen. Und jetzt ab an die Arbeit."
Ich:"Dann wollen wir mal auf Station gehen."
Anna:"Gerne." und geht lächelnd neben mir her.
Auf Station begleitet sie mich bei Visite. Danach zeige ich ihr die Räumlichkeiten und das PC-Programm.
Ich:"Am besten lernt man das Programm bei einem echten Patienten."
Anna nickt. "Wie läuft das denn jetzt im PJ? Prof. Filou sagte, dass ich das mit meinem Anleiter besprechen soll."
Ich:"Ich kenne es so, dass der PJler den Anleiter begleitet, erst beobachtet und dann immer mehr an Aufgaben übernimmt bis hin zu, dass er alleine arbeitet."
Anna:"Das klingt gut."
Ich:"Was wünschst du dir von deinem Anleiter?"
Anna:"Dass ich viel von ihm lerne und mir evtl. auch bei den Hausaufgaben hilft."
Ich:"Das mach ich, wobei in der Arbeitszeit zum Hausaufgaben machen keine Zeit sein wird."
Anna:"Das ist mir bewusst."
Ich:"In welchen Kliniken warst du eigentlich vorher?"
Anna:"In der Uniklinik in München und Hannover."
Ich:"Wow. Das sind sehr gute Kliniken. Und warum machst du dein PJ in Köln?"
Anna:"Weil ich in eine neue Stadt wollte. Sie sollte groß sein und die Klinik viefältig."
Ich:"Das ist die Uniklinik auch."
Anna:"Ja, aber wenn im Lebenslauf nur Unikliniken stehen wirkt das komisch."
Ich:"Findest du. Klinik ist Klinik und es hat den Vorteil, dass du höchstwahrscheinlich dort eine Stelle bekommen würdest."
Anna:"Vielleicht, aber vielleicht will ich auch lieber in keiner Uniklinik arbeiten."
Ich:"In einem Jahr wirst du es wissen."
Anna:"Ja." und stockt kurz. "Dutzt du eigentlich alle PJler?"
Ich:"Das kommt einfach so. Ich dutze die Kollegen und da hören mit PJler mit zu. Wenn ich lieber sietzen soll kann ich das auch."
Anna:"Auf keinen Fall. Du ist gut." Sie lächelt.
Ich lächel auch. "Dann haben wir das geklärt. Und du kannst mir erzählen, was du alles schon theoretisch gelernt und vor allem praktisch gemacht hast."
Anna erzählt mir eine Weile davon, bis mein Pieper geht und wir in die Notaufnahme müssen, wo wir die restliche Dienstzeit verbringen.
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Das verlorene Kind
FanfictionDr. Charlotte Engel ist 32 Jahre, Ärztin und arbeitet in der Klinik am Südring. Sie ist eine gute, beliebte Ärztin. Von ihren Kollegen wird sie sehr geschätzt, u.a. für ihre einfühlsame Art, wie auch ihrer Hilfsbereitschaft. Sie versucht jeden Fall...
