Veröffentlicht am 01.04.2019
CHARLOTTE:
Ich bin in der 30.SSW. Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht. Ich erinnere mich noch genau daran, wie mir vor 5 Monaten gesagt wurde, dass ich schwanger bin. Und jetzt soll ich in 10 Wochen mein Baby schon im Arm halten.
Und das obwohl es eigentlich gar nicht möglich wäre. Ein Wunder - das Wunder ist in meinem Bauch. Ich bin so unendlich dankbar dafür, dass Frederik und ich dieses Wunder erleben dürfen.
Frederik ist total glücklich und sehr fürsorglich. Wenn es nach ihm geht, dann soll ich zu Hause bleiben, auf dem Sofa liegen und gar nichts mehr tun. Das bin aber nicht Ich. Ich brauche Aktivität und deshalb mag ich meine Arbeit auch so sehr. Allerdings merke ich auch, wie manche Tätigkeiten mit zunehmenden Bauchumfang schwieriger werden.
Zum Glück habe ich auf Station meistens freundliche und geduldige Patienten. Besonders Senioren freuen sich immer, wenn ich sie behandle und erkundigen sich dann auch nach dem Baby und erzählen von ihrem Leben als Mutter, Oma und Uroma. Das höre ich mir immer gerne an.
Viele fragen uns, was es wird - Mädchen oder Junge? Frederik und ich möchten uns überraschen lassen. Ich finde, dass bringt so ein gewisses Etwas mit sich und es ist mir auch egal, welches Geschlecht das Kind hat. Wichtiger ist mir, dass es dem Kind gut geht und dass es gesund ist.
Die Zeit vergeht so schnell.
Ich bin inzwischen seit 7 1/2 Monaten mit Frederik verheiratet.
Wenn wir es ganz genau nehmen: wahrscheinlich ist unser Baby an dem Tag auch entstanden.
Tessa: Als ich sie kennenlernte war sie 1 1/2 Jahre und jetzt ist sie schon 4.
Und Fritz, er ist auch schon 18 Monate.
Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht.
Seit 4 Wochen habe ich wieder Kontakt zu Lisa. Es ist wohl eines mit der größten Geschenke, welche mir je gemacht wurden. Lisa und ich schreiben viel über Whatsapp und skypen. Wir versuchen uns regelmäßig zu sehen. Sie lebt bei ihren Pflegeeltern Antje und Luis und es geht ihr da gut. Und das ist das was mir wichtig ist: Es soll ihr gut gehen. Natürlich hätte ich sie gerne bei mir, aber was bringt mit ein unglückliches Kind? Nichts! Ein glückliches Kind, womit ich Kontakt habe und es regelmäßig sehen kann, erfüllt mich viel mehr.
Meine Große; Lisa ist schon 12 Jahre.
Es ist Montagmorgen. Frederik hat Frühdienst und ist schon außer Haus. Ich habe wie immer Tagschicht und muss erst um 8.30 Uhr bei der Arbeit sein.
Es ist 6 Uhr als ich aufwache und nicht wieder in den Schlaf finde. Mit zunehmenden Bauchumfang fällt mir das Schlafen schwerer. Ich schlafe so gerne auf dem Bauch; das geht jetzt nicht.
Ich gehe mich erstmal duschen und dann stylen. Um 6.45 Uhr stehe ich in der Küche und möchte mir eine Schnitte Brot schmieren. Allerdings muss ich feststellen, dass wir keines mehr haben. Ich öffne den Kühlschrank, aber da sieht es auch eher leer drin aus. Mal abgesehen von Joghurt, aber darauf habe ich keinen Appetit.
Da der Hunger sehr groß ist - oh ja, das Baby hat immer Hunger - gehe ich die Treppe runter zu meinen Schwiegereltern.
Schon von oben höre ich Geräusche. Tessa ist da und hat dort übernachtet und geht gleich zum Kindergarten.
Ich öffne die Küchentür und gehe hinein. Bevor ich was sagen kann entdeckt Tessa mich und läuft mir entgegen. Ich gehe in die Hocke und wir umarmen uns.
Tessa:"Charlotte. Meine Charlotre" und drückt mich ganz doll.
Die Umarmung löst sich und ich stelle mich wieder hin.
Ich:"Gutenmorgen."
Helga:"Gutenmorgen Charlotte." Sie kommt zu mir und wir umarmen uns.
Ich:"Entschuldige, dass ich so früh schon störe, aber habt ihr zufällig 1 oder 2 Schnitten Brot für mich und vielleicht auch noch Käse?"
Helga:"Ja klar. Setz dich einfach mit dazu. Wir wollen jetzt sowieso frühstücken."
Tessa nimmt meine Hand und zieht mich zum Stuhl. "Du sollst neben mir sitzen."
Ich setze mich hin und Helga deckt den Tisch. Es gibt sehr viel zu essen. Helga hat immer sehr viele verschiedene Sachen zu essen und es ist immer lecker.
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Das verlorene Kind
FanfictionDr. Charlotte Engel ist 32 Jahre, Ärztin und arbeitet in der Klinik am Südring. Sie ist eine gute, beliebte Ärztin. Von ihren Kollegen wird sie sehr geschätzt, u.a. für ihre einfühlsame Art, wie auch ihrer Hilfsbereitschaft. Sie versucht jeden Fall...
