Veröffentlicht am 20.03.2019
CHARLOTTE:
Seit 8 Wochen ist Frederik weg. Inzwischen resigniere ich, denn ich kann daran nichts ändern und in 4 Wochen ist er wieder da. Und darauf freue ich mich, auch wenn es noch so weit entfernt ist.
Ich arbeite noch immer sehr viel. Eine 60-Stunden-Woche ist völlig normal; oft sogar noch mehr. Ich bin abgelenkt und zu Hause zu müde um lange darüber nachdenken zu können, dass mir Frederik fehlt.
Frederik, er fehlt mir sehr. Keiner kann seinen Platz füllen. Die Kollegen sind total lieb und versuchen Vieles um mich abzulenken.
Besonders Catharina ist da sehr engagiert.
Viel Zeit verbringe ich auch mit Lucy. Sie hat zurzeit öfter mal Streit mit ihren Eltern und spricht mit mir darüber. Sie scheint in mir eine Vertrauensperson gefunden zu haben. Das freut mich sehr. Ich bin gerne für sie da, aber als Tante. Catharina und Robert sind und bleiben ihre Eltern.
Heute habe ich mit Catharina Frühschicht.
Um ca. 11 Uhr klingelt das Telefon. Ich gehe ran und spreche mit der Polizei. Diese möchte aber Catharina sprechen.
CATHARINA:
Ich höre mir an was die Polizei mir sagt. Lucy wurde im Park gefunden. Was macht sie da? Sie hat doch Schule. Die Polizei bittet mich darum, Lucy vom Präsidium abzuholen. Selbstverständlich mache ich mich umgehend auf den Weg dort hin.
Als ich dort ankomme werde ich in einen Raum gebeten und da sitzt Lucy mit einer Polizistin.
Ich:"Lucy. Was machst du hier?"
Lucy schaut mit wütendem Blick zur Polizistin und dann zur Seite.
Polizistin:"Hallo Frau Engel. Mein Name ist Heidi Matera. Nehmen Sie doch bitte Platz."
Ich setze mich neben Lucy hin und schaue sie fragend an.
Heidi:"Wir haben ihre Tochter Lucy im Stadtpark aufgefunden. Passanten hatten uns angerufen, dass dort ein Mädchen scheinbar belästigt wird. Als mein Kollege und ich dort eintrafen standen mehrere Personen um sie herum. Aus der Mimik und Gestik der Personen konnten wir erkennen, dass sie von Lucy etwas forderten. Leider konnten wir nichts hören und als diese uns entdeckten ergriffen sie die Flucht. Mein Kollege konnte noch einen Mann festhalten. Ich habe mich sofort Lucy angenommen. Sie wollte allerdings keine Hilfe und versuchte zu "türmen". Wir haben Sie mit aufs Präsidium genommen. Sie hat bis jetzt kein Wort gesagt. Ihren Namen haben wir über ihre Schulsachen ausfindig gemacht und über die Schule dann ihre Telefonnummer."
Ich bin geschockt. Lucy wird scheinbar bedroht. Aber sie sagt nichts.
Ich:"Lucy. Was wollten die Leute von dir?"
Lucy schaut weg. Wie so oft in letzter Zeit. Ich habe das Gefühl, dass sie mir "entgleist". Wie weit muss es noch kommen?
Heidi:"Da Lucy ihre Aussage verweigert müssen wir den Mann, welchen mein Kollege festhalten konnte, wieder laufen lassen. Er bestreitet, dass er Lucy was Böses wolle und behauptet, dass er ihr Hilfe angeboten hätte. Wir haben nichts gegen ihm warum wir eine Anzeige schreiben könnten oder ihn weiter hier behalten können."
Ich:"Lucy. Was ist das für ein Mann?"
Sie schaut weiter weg und schweigt.
Schlechte Noten, sie sitzt fast nur noch am PC zu Hause, ist alleine im Zimmer, möchte am liebsten gar nichts mehr mit uns machen. Ich dachte, dass wäre schon die Pubertät. Aber Kontakt zur Polizei? Das geht wirklich zu weit.
Heidi:"Es ist ein uns bekannter Drogenhändler."
Drogen? Das kommt ja noch besser. Was hat Lucy damit zu tun.
Heidi:"Wir haben Lucys Tasche durchsucht und nichts bei ihr gefunden."
Ich atme auf. Aber was hat sie damit zu tun?
Ich:"Lucy, bitte. Was hast du mit dem Ganzen zu tun?"
Lucy:"Nichts. Kann ich jetzt gehen?" Fragend und bestimmend zugleich schaut sie Heidi an.
Heidi:"Wenn du nichts mehr sagen möchtest, dann darfst du mit deiner Mutter gehen."
Ein kurzer Blick schweift zu mir und Lucy sagt ärgerlich""Danke." Sie steht auf und geht zur Tür und schaut genervt zu mir. "Kommst du oder willst du noch hier bleiben?"
Ich:"Ich komm ja schon." und stehe auf. Heidi und ich geben uns die Hand.
Heidi:"Und sollte ihre Tochter doch noch reden wollen können sie jederzeit hier hin kommen."
Ich:"Danke."
Mit schnellen Schritten gehen wir zum Auto. Lucy setzt sich auf den Beifahrersitz. Wir sprechen die Fahrt über kein Wort miteinander.
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Das verlorene Kind
FanfictionDr. Charlotte Engel ist 32 Jahre, Ärztin und arbeitet in der Klinik am Südring. Sie ist eine gute, beliebte Ärztin. Von ihren Kollegen wird sie sehr geschätzt, u.a. für ihre einfühlsame Art, wie auch ihrer Hilfsbereitschaft. Sie versucht jeden Fall...
