3.Geiselnahme

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Veröffentlicht am 17.03.2019

CHARLOTTE:
Es war ein Montagmorgen. Ein Wochenenddienst liegt hinter mir. Hätte ich geahnt was mich heute erwartet, dann hätte ich tatsächlich mal "krank gefeiert".
Ich, die Ärztin, die seitdem sie hier in der Klinik ist noch nicht einen Tag krank war.
Ich hatte schon ein paar Fälle gehabt, harmlos gegen das was folgen sollte.
Doch dann kamen diese zwei Männer in die Klinik und wurden mein nächster Fall. Ich begrüßte sie im Schockraum. Der eine Mann ging sofort an mir lang und stellte sich an die Tür. Ich schaute ihn an und bat ihn darum die Tür freizumachen, weil Schwester Selvia noch kommen wird. Ich sah auch wie sie kam und rein wollte, doch er drückte die Tür zu. Im gleichen Moment holte er eine Pistole aus der Jackentasche und richtete sie auf mich.
Er: "Behandle ihn. Mach kein Fehler. Sonst knallts."
Er kam näher und hielt mir die Waffe an den Kopf.
Er: "Und wenn du meinst, das ist hier ist ein Scherz. Nein. Die Waffe ist echt."
Und er ließ einen Schuss neben mir ab und grinste dabei.
Er schrie: "Und jetzt tu was!"
Er stellte sich wieder vor die Tür und die Waffe hielt er auf mich gerichtet.
Von draußen hörte ich Schreie. Ich sah, wie die Schwestern mit Patienten raus rannten. Viele schrien.
Eines hatte er vergessen. Denn die Jalousie zum Sichtfenster hatte er nicht geschlossen. Somit konnte ich das sehen.
Ich wusste, dass die Polizei gerufen wird. Ich wusste aber auch, dass ich bis dahin alleine bin mit einem bewaffneten Mann.
Ich fing an mich um den anderen Mann, dem Patient, zu kümmern. Er hatte eine Schussverletzung. Die Kugel steckte noch im Bauch. Ich machte ein Ultraschall und sah, dass er innere Blutungen hat.
Ich:"Er hat innere Blutungen. Er muss in den OP. Sonst verblutet er."
Er:"Zieh die Kugel raus. Näh es zu und fertig."
Ich:"Das geht so nicht. Er blutet jetzt schon innerlich. Die Milz ist verletzt. Wenn ich jetzt die Kugel rausziehe, dann blutet er noch mehr. Dafür brauche ich sterile Bedingungen. Ich brauche den OP. Ich brauche Kollegen."
Er kam auf mich zu, hält wieder die Waffe an meine Stirn und schaut mich böse an.
Er:"Entweder du holst die Kugel da jetzt raus oder du hast selbst eine im Kopf."
Er spielte am Regler der Waffe. Ich wusste, dass er es ernst meint.
Ich:"Ok. Aber ich muss das erst vorbereiten."
Er:"Du bekommst 5 Minuten. Ansonsten knallts! Und keine Tricks. Sonst knallt es auch."
Ich hoffte, dass bis dahin die Polizei da ist. Ich bereitete alles vor mit den Materialien die mir im Schockraum zur Verfügung standen. Ich hatte alles soweit vorbereitet als ich durch das Sichtfenster Polizisten sah. In mir kam ein Gefühl von Erleichterung auf, aber das war zu früh. Denn er sah es auch und schoss mehrfach auf das Sichtfenster. Bei jedem Schuss zuckte ich zusammen. Er packte mich, hielt mir die Waffe an den Kopf und schrie:"Wenn ich noch einen Polizisten sehe ist sie tot! Verschwindet!"
Dann schaute er zu mir und sagte:"Deine Zeit ist um. Fang an."
Ich zog mir sterile Sachen über und erstmals in meinem Leben operierte ich alleine. Ich intubierte langsam, legte Zugang, gab Narkosemittel, usw.. Ich hoffte noch auf das Wunder, dass der Alptraum der alleinigen OP nicht wahr wird. Doch es passierte nichts und ich schnitt los. Ich operierte alleine und er stand daneben und richtete die Waffe auf mich. Ich konnte die Kugel entfernen; es blutete stark. Ich versuchte die Blutung zu stoppen; mir fehlten Hände. Das EKG schlug Alarm. Ich war Anäthesistin und Chirurgin in einem. Ich sah den Mann unter meinen Händen weg sterben. Ich wusste, dass ich jetzt nur das Nötigste machen kann und hoffen muss, dass der Mann das dann irgendwie aushält.
Ich war so konzentriert am operieren, so dass ich nicht mit bekam was draußen geschah. Und auch er war konzentriert dabei und beobachtete genau was ich machte.

Da schlug plötzlich die Tür auf. Er schaute dort hin und in dem Moment fiel ein Schuss. Ich duckte mich sofort. Dann kam ich blitzartig wieder hoch und sah, dass er schreiend auf dem Boden lag.Ein Polizist hat ihn in den Oberschenkel geschossen.
Ich widmete mich direkt wieder dem Patienten und schrie:"Ich brauche Hilfe. Schnell."
Sofort kamen Frederik und Catharina zu mir, zogen sich sterile Sachen an und halfen. Jannik kam auch und übernahm die Anästhesie.
Catharina fragte mich:"Wie geht es dir? Bist du verletzt?"
Ich:"Nein. Wir müssen die Blutung stoppen."
Gemeinsam operierten wir im Schockraum zu Ende. Nach 1 Stunde war es geschafft und der Patient lebt.
Erleichtert zog ich meine sterilen Sachen aus

Das verlorene KindGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt