Veröffentlicht am 13.02.2020
FREDERIK
Ende November.
Seit fast einen Monat lerne ich Anna an und sie arbeitet gut. Sie ist sehr enthusiastisch. Es erinnert mich an mein PJ. Da war ich auch so, wobei ein PJ auch noch Schonung heißt. Geregelte Pausen, pünktlich Feierabend machen. Die Zeit wünsche ich mir zurück. Soweit das PJ vorbei ist und man als Arzt angestellt ist endet das und die Frage, mache ich um 12 Uhr Pause oder nicht, wird nicht gestellt, denn der Patient bestimmt die Zeit und somit auch Pause.
- PJ=Praktisches Jahr -
Am Samstag ist Weihnachtsfeier von der Klinik aus. Ich mag so welche Veranstaltungen seit Charlottes Tot gar nicht und werde Emma vorschieben. Schließlich muss ich auf sie aufpassen. Letztes Jahr war ich auch nicht da und gefehlt hat es mir nicht.
Es ist Freitagmittag als Cati auf Station auf mich zukommt.
- Cati= Dr.Catharina Engel, Charlottes Cousine -
Cati:"Hallo Frederik. Warte bitte mal."
Ich gehe auf sie zu. "Hallo Cati."
Cati:"Ich wollte fragen, ob wir dich morgen mitnehmen sollen."
Ich:"Wohin?"
Cati:"Zur Weihnachtsfeier."
Ich:"Ach stimmt die ist morgen. Da geh ich nicht hin."
Cati:"Natürlich gehst du dahin."
Ich:"Geht nicht, weil ich auf Emma aufpasse."
Cati:"Das brauchst du nicht. Deine Eltern passen auf. Das habe ich schon mit denen besprochen."
Ich:"Du hast was?"
Cati:"Mit deinen Eltern gesprochen. Sie finden auch, dass du dort hin gehen sollst und ich finde auch, du musst mal raus. Nur Emma ist kein Leben. Es gibt auch ein Leben draußen."
Ich:"Ja, aber."
Cati unterbricht mich. "Kein Aber. Lotte hätte nicht gewollt, dass du nicht mehr raus gehst. Ihr wart damals auch zusammen weg und Emma bei deinen Eltern. Also geht das jetzt auch."
Ich:"Das entscheidest nicht du, was ich mache."
Cati:"Nein, das entscheidest du. Ich kann dir nur einen Schubs in die Richtung geben. Wenn was ist bist du schnell zuhause. Die Feier ist im Schützenhaus in Erfstadt. Näher ran geht es für dich nicht."
Ich:"Stimmt."
Cati:"Überleg es dir. Ich glaube, dass es dir Spaß machen wird und Emma schläft zu der Zeit. Im besten Fall bekommt sie gar nicht mit, dass du weg warst." Ihr Blick sagt, gib dir einen Ruck.
Ich:"Ich überleg es mir."
Cati:"Ok. Robert würde fahren, dann können wir beide ein Bier trinken" und zwinkert mir mit einem Auge zu. "Meld dich einfach."
Ich:"Mach ich."
Cati:"Ich muss zurück zur Notaufnahme. Tschüß." und geht.
Ich bleibe zurück. Warum nur plant sie das hinter meinen Rücken? Ich will mich nur verkriechen.
Mein Pieper geht und holt mich aus den Gedanken.
Der Tag bei der Arbeit vergeht.
Um 17:15 Uhr komme ich mit Emma nach Hause. Ich öffne die Haustür. Meine Mutter,Helga, kommt aus der Küche zu uns.
Helga:"Hallo ihr zwei. Wie war euer Tag?"
Emma:"Schön. Ich habe wieder eine Extraaufgabe in Mathe bekommen. Ich zeig dir das mal", stellt ihre Schultasche auf den Boden, holt die Mappe raus und zeigt Oma den Zettel.
Helga:"Alles richtig. Sehr gut gemacht."
Emma lacht. "Ich kann das." und zeigt mir den Zettel.
Ich:"Du kannst das richtig gut."
Emma nickt. "Frau Fuh hat mir einen Zettel für dich mitgegeben." und holt den aus ihrer Tasche und gibt ihn mir.
Ich lese ihn.
Helga:"Was möchte Sie?"
Ich:"Sie möchte mit mir sprechen. Ich soll sie anrufen."
Helga:"Hast du das noch nicht gemacht?"
Ich schüttel den Kopf.
Helga:"Dann wird es Zeit. Mach es am besten sofort."
Ich:"Es ist Freitagabend. Da ist sie nicht mehr in der Schule. Ich mach es Montag."
Helga:"Nicht vergessen."
Ich:"Nein Mama. Tu ich schon nicht."
Emma ist in die Küche gegangen, hat sich einen Apfel genommen und an den Tisch gesetzt. Wir gehen auch dort hin.
Helga:"Bringst du Emma morgen noch ins Bett oder soll ich das machen?"
Emma hört auf zu essen und schaut mich fragend an.
Ich:"Ich bringe sie selbst ins Bett."
Helga:"Und bringst uns dann das Babyphon."
Emma:"Wo willst du hin?"
Helga sagt schnell:"Morgen ist die Weihnachtsfeier von Papas Klinik."
Ich:"Ich weiß gar nicht, ob ich da hin gehe. Wahrscheinlich eher nicht "
Emma:"Dann bist du da wenn ich aufwache?"
Ich:"Ja."
Emma beißt in den Apfel.
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Das verlorene Kind
FanfictionDr. Charlotte Engel ist 32 Jahre, Ärztin und arbeitet in der Klinik am Südring. Sie ist eine gute, beliebte Ärztin. Von ihren Kollegen wird sie sehr geschätzt, u.a. für ihre einfühlsame Art, wie auch ihrer Hilfsbereitschaft. Sie versucht jeden Fall...
