149. Emma "bockt" (veröffentlicht ab 2021)

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Veröffentlicht am 22.02.2021

FREDERIK
Es ist Sonntagmorgen, 8 Uhr. Lisa und Emma wissen, dass Tabea schwanger ist. Das beruhigt mich, weil ich es nicht mehr verheimlichen muss. Es fiel mir schon schwer immer darauf zu achten, dass ich mich nicht verspreche.
Lisa plant ein Praktikum in der Klinik am Südring zu machen. Drei Monate wird sie dann bei uns wohnen und zufällig fallen Emmas Sommerferien auch in die Zeit. Und wenn alles nach Plan läuft wird das Baby auch in der Zeit kommen. Ich plane direkt nach der Geburt Elternzeit zu nehmen. Wenn alles planmäßig läuft haben wir dann mehrere Wochen Familienzeit, wo die meisten den ganzen Tag zuhause sind. Ich freue mich sehr darauf, denn seit Emma nur noch manchmal am Wochenende oder in den Ferien da ist, ist die Zeit als ganze Familie schon beschränkt und vor allem ist Lisa dann meist gar nicht mit da.

Tabea wacht auf. Sie dreht sich zu mir.
Tabea:"Gutenmorgen. Schon wach?"
Ich drehe mich seitlich zu ihr. "Ja. Und du?" und grinse.
Tabea:"Jetzt ja. Hast du gut geschlafen?"
Ich:"Ja und du?"
Tabea:"Seit Tagen mal wieder ja.", stockt, "die Situation hat mich doch mehr belastet als ich dachte. Aber nun wissen Lisa und Emma Bescheid und das ist gut."
Vorsichtig streiche ich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht. "Das ist es auch und vor allem brauchen wir nichts mehr verheimlichen. Wir können endlich mit Baby planen."
Tabea schaut mich fragend an.
Ich:"Ich meine das in Hinsicht auf Ausstattung, Kinderzimmer, Namen, Elternzeit, usw.."
Tabea:"Findest du das nicht ein bisschen zu früh?"
Ich:"Nein. Z.B.muss ich meine Elternzeit mindestens 7 Wochen vor dem errechnetem Termin schriftlich melden. Besser sogar eher, damit Franz planen kann."
Tabea:"Du planst jetzt schon Elternzeit?"
Ich:"Ja. Du nicht?"
Sie schüttelt ihren Kopf.
Ich:"Was planst du denn schon?"
Tabea:"Garnichts. Ich lasse es auf mich zu kommen."
Ich:"Aber manche Dinge müssen geplant werden. Klar, du hast Mutterschutz, aber die Elternzeit danach musst du auch rechtzeitig melden."
Tabea:"Wer sagt eigentlich, dass ich danach in Elternzeit gehe? Du bist doch schon in Elternzeit. Dann kann ich arbeiten gehen."
Ich:"Wenn du stillst ist das mit Baby zuhause sicher einfacher. Natürlich kann ich dir das Baby auch zum Stillen vorbei bringen."
Tabea:"Wer sagt denn überhaupt, dass ich stille?"
Ich schaue sie fragend an.
Tabea:"Stillen ist kein Muss. Ich habe schon so viele Kinder kennengelernt, die ohne stillen groß geworden sind. Z.B. Emma."
Ich:"Emma ist was anderes. Lotte durfte nicht mehr stillen. Hätte sie gedurft, hätte sie es getan."
Tabea:"Ich weiß, aber trotzdem ist stillen kein Muss."
Ich:"Zur Förderung des Immunsystems vom Baby durchaus sinnvoll."
Tabea:"Sagen die Studien, ich weiß. Wie gesagt, auch ohne gestillt geworden zu sein wird man groß und hat ein gutes Immunsystem."
Sie legt sich auf den Rücken.
Ich: "Hast du dir überhaupt schon mal Gedanken um unsere Zukunft gemacht?"
Tabea:"So richtig nicht."
Ich:"Ein bisschen müssen wir doch planen. Und eigentlich wollte ich nur 1-2 Monate in Elternzeit gehen."
Tabea dreht sich zu mir. "Und wo soll dann das Baby hin?"
Ich:"Ich dachte, dass du zuhause bleibst."
Tabea:"Das dachtest du. Was spricht denn dagegen, dass du zuhause bleibst?"
Ich schaue sie fragend an.
Tabea:"Männer können das auch und nur weil das in der Klinik noch keiner gemacht hast, darfst du es. Du würdest dann zeigen, dass es geht."
Ich lege mich auf den Rücken. Tabea macht es auch.
- Franz=Professor Filou -
- Lotte=Dr. Charlotte Engel -

Wenn ich ehrlich bin habe ich noch garnicht darüber nachgedacht, dass ich mehrere Monate zuhause bleibe. Für mich war klar, dass Tabea zuhause bleibt. Damals bei Emma, das war eine andere Situation, welche nach 3 Monaten wieder geändert wurde. Und jetzt soll ich vielleicht 1 Jahr oder mehr nicht arbeiten? Das kann ich mir nicht vorstellen.

Ich höre Geräusche vom Flur.

Tabea scheint sie auch gehört zu haben. Wir stehen beide auf.
Tabea:"Alles ok bei dir?"
Ich nicke.
Tabea:"Lass uns darüber nochmal in Ruhe reden. Nicht im Bett und nicht heute. Ok?"
Ich:"Ok." und schaue ihr in die Augen. Sie lächelt.
Ich: "Gutenmorgen."
Tabea:"Gutenmorgen."
Wir umarmen uns und geben uns einen Kuss.

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