86. Plus eins oder nicht?

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Veröffentlicht am 11.01.2020

CHARLOTTE
Es ist Montag, 14 Uhr. Emma ist zu Hause geblieben, weil sie in der Nacht Fieber hatte. Heute morgen hat sie bis 11 Uhr geschlafen, so dass sie jetzt noch nicht wieder müde ist.
Jetzt wirkt sie fit und rennt durch die Wohnung.
Frederik ist bei der Arbeit und Klara schläft gerade.

Es klingelt an der Tür. Gemeinsam mit Emma gehe ich runter. Ich mache die Tür auf. Meine Nichte Lucy (18) und ihr Freund Felix (20) stehen davor. Sie halten Händchen.
Ich:"Hallo Lucy. Hallo Felix."
Lucy:"Hallo Charlotte."
Felix:"Hallo."
Lucy schaut zu Felix und dann zu mir. "Wir brauchen deine Hilfe."
Ich merke, dass es Lucy sehr bedrückt. "Ok. Kommt erstmal mit hoch."
Wortlos kommen sie mit rein, gehen mit hoch, ziehen da ihre Schuhe und Jacke aus und gehen mit ins Wohnzimmer.
Emma hüpft auf und ab. "Emma war heute nicht in der Kita, weil sie krank ist."
Felix:"Was hast du denn?"
Emma:"Fieber."
Felix:"Das ist nicht schön. Und geht es dir schon besser?"
Emma:"Ja. Emma hat sich gesund geschlafen."
Felix:"Das hört sich gut an."

Ich hole in der Zeit Gläser und Wasser aus der Küche, stelle es auf dem Wohnzimmertisch ab und gieße in jedem Glas was ein.
Ich beobachte dabei Lucy, welche erstarrt da steht.
Ich gehe zu ihr hin. "Wollen wir uns mal hinsetzen und reden?"
Lucy nickt und setzt sich.
Felix:"Ich setze mich mal zu Lucy und Mama."
Emma:"Emma auch." und setzt sich auch aufs Sofa.
Ich merke an den Blicken von den beiden, dass es ihnen nicht recht ist.
Ich:"Emma, gehst du mal spielen. Du hast heute noch gar nicht mit deinen Murmeln gespielt."
Emma:"Emma spielt jetzt damit." und rennt dort hin.
Ich:"Du kannst auch gehen" und schaue zu Lucy und Felix. "Ich warte auf den Tag, wo sie mal nicht rennt."
Felix grinst.

Ich:"Was kann ich für euch beide tun?"
Lucy schaut zu Felix und dann zum Boden.
Ich:"Lucy."
Lucy schaut zu mir.
Ich:"Was ist los?"
Lucy:"Wir haben ein Problem."
Ich schaue sie fragend an.
Lucy schaut zu Felix. Ich schaue auch zu Felix.
Felix:"Sie wird uns helfen, hoffe ich."
Lucy:"Wenn meine Eltern davon erfahren, die rasten aus."
Ich schaue beide fragend an. "Jetzt Butter bei den Fischen. Was ist los?"
Lucy:"Das gibt Ärger."
Ich:"Erklärt mir doch erstmal was passiert ist."
Lucy:"Ich bin vielleicht schwanger" und schaut zum Boden.
Ich atme tief durch. "Ok. Was heißt vielleicht?"
Lucy:"Ich bin überfällig."
Ich:"Schaust du mich bitte mal an?"
Lucy schaut zu mir.
Ich:"Seit wann bist du überfällig?"
Lucy:"Seit ein paar Wochen. So genau weiß ich das nicht."
Ich:"Und ihr hattet vor ein paar Wochen ungeschützten Geschlechtsverkehr?"
Lucy:"Nein. Ich nehme die Pille."
Ich:"Und die hast du täglich genommen?"
Lucy:"Natürlich hab ich das. Ich bin 18 und will noch kein Kind. Ich mach im Sommer Abi; ich will studieren. Und Felix hat auch andere Pläne."
Ich:"Das glaub ich euch, dass ihr andere Pläne habt. Aber wir sollten jetzt schon rausfinden, was mit dir ist."
Lucy:"Es kann doch auch andere Ursachen haben oder?" und schaut mich fragend an.
Ich:"Ja, das kann es. Am schnellsten wissen wir ob du schwanger bist, wenn du einen Test machst. Wir sollten in die Klinik fahren und es da testen."
Lucy:"Auf keinen Fall in die Klinik. Da arbeitet Mama. Die darf es auf keinen Fall erfahren."
Ich:"Ok. Die zweite Möglichkeit ist ein Schwangerschaftstest."
Lucy:"Ok. Hast du so einen hier?"
Ich:"Nein."
Lucys Atmung wird schneller. "Ich kann so einen nicht kaufen. Das kommt doch sofort raus."
Ich:"Versuch dich zu beruhigen. Atme langsamer."
Lucy:"Das darf alles nicht sein."
Ich:"Beruhig dich. Wir werden das raus finden und den Test kann ich holen."
Lucy:"Das würdest du tun?"
Ich nicke. "Ihr versprecht mir, hier zu bleiben. Emma lass ich euch hier."
Lucy:"Ok."
Ich: "Klara schläft. Wenn sie wach wird holt ihr sie einfach raus und gebt ihr was zu essen. Das steht schon fertig im Kühlschrank. Emma weiß das sonst auch alles."
Felix:"Das machen wir."
Ich:"Ich fahre nur zu Rossmann und komme dann wieder."

Mit dem Auto fahre ich zu Rossmann. Ich schaue mich in den Abteilen um und entdecke die Schwangerschaftstests. Es gibt mehrere davon. Damit habe ich nicht gerechnet. Ich habe so einen nie gebraucht. Bei mir wurden die Schwangerschaften immer zufällig in der Klinik festgestellt.
Ich stehe vor dem Abteil und schaue mir die verschiedenen Tests an. Da spricht mich jemand an.
Catharina:"Hallo Lotte."
In meiner Hand halte ich zwei Tests.
Catharina:"Möchtest du mir was sagen?" und grinst.
Ich:"Ähm nein. Das ist auch nicht so wie es aussieht."
Catharina:"Sondern?"
Ich:"Anders."
Catharina zieht ihre Augenbrauen hoch. "Anders. Das musst du mir erklären."
Ich schüttel den Kopf. "Nicht jetzt. Klara schläft und Emma ist krank. Ich muss nach Hause."
Schnell lege ich einen Test zurück und gehe mit dem anderen zur Kasse.
Catharina folgt mir. "Ich finde es überhaupt nicht schlimm wenn ihr nochmal ein Baby bekommt."
Ich:"Cati, ich bin nicht schwanger."
Catharina:"Aber kaufst einen Schwangerschaftstest?"
Ich:"Ja für eine Freundin. Sie traut sich nicht und da hab ich gesagt, ich mach es. Ich bin jetzt auch mit bezahlen dran. Wir sehen uns. Tschüß."
Ich bezahle und Catharina sagt "Tschüß" und geht weiter einkaufen.

Das verlorene KindGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt