Veröffentlicht am 22.01.2020
CHARLOTTE
Eine Woche ist vergangen. Montag ist mein erster Arbeitstag nach fast 1 Jahr Pause wegen Mutterschutz und Elternzeit. Auch Frederik wird da seine Arbeit wieder aufnehmen.
Seit ein paar Tagen schon fühle ich mich nicht so gut. Ich glaube, dass ich eine Grippe bekomme. Mit grippostat halte ich mich gut übern Berg.
Es ist Samstag. Heute ist Emmas Einschulung. Sie freut sich sehr darauf.
Es startet um 10 Uhr mit einem Gottesdienst. Danach wird gemeinsam zur Schule gegangen, wo die Kinder in der Aula begrüßt werden und dann in ihre Klassen gehen.
Und da geht sie hin, unsere große Maus. Wie schnell die Zeit vergangen ist. Gefühlt ist sie noch mein Baby und in Realität ein Schulkind. Es ist schön zu wissen, dass sie den Weg geht.
Frederik und ich warten mit den anderen Eltern auf dem Schulhof.
Nach einer Stunde kommen die Kinder raus. Emma kommt zu uns.
Emma:"Das ist so toll und wir haben Hausaufgaben auf."
Frederik:"Was habt ihr denn auf?"
Emma:"Wir müssen ein Mandala ausmalen. Ein bisschen langweilig, aber für den Anfang ok. Montag lernen wir dann schreiben, lesen und rechnen."
Frederik:"Alles an einem Tag?"
Emma:"Ja. Deshalb geht man doch zur Schule. Das wird so toll. Ich geh noch zu Greta. Meiner neuen Freundin." und ehe ich überhaupt was sagen konnte, lief sie zu einem Mädchen.
Frederik lächelt. "Sie findet die Hausaufgabe langweilig und das am ersten Tag und am Montag lernt sie schreiben, lesen und rechnen. Hoffentlich ist sie nicht zu enttäuscht, wenn nicht alles an einem Tag gelernt wird."
Ich lächel. "Wer weiß. Und sonst wird sie schon sagen was sie will."
Frederik nickt. "Oh ja. Hoffentlich sind wir nicht die ersten Eltern die zum Gespräch geladen werden, weil unser Kind zu viel fordert."
Ich lache. "Lass uns erstmal zu Gretas Eltern gehen und vorstellen."
Gemeinsam gehen wir dort hin. Emma und Greta spielen mit mit einem Seil. Ein Junge ist auch dabei. Seine Eltern stehen bei Gretas Eltern.
Ich:"Hallo. Charlotte Engel. Emmas Mutter."
Frau 1:"Hallo. Schön sie kennenzulernen. Imke Vahr. Gretas Mutter. Das ist mein Mann Jens."
Jens:"Hallo."
Frederik:"Ich bin Frederik."
Frau 2:"Hallo. Arzu. Oskars Mama und das ist mein Mann Philipp und unsere Kleinen Max und Pauline. Seit ihr auch aus dem Westernkindergarten?"
Ich:"Nein. Emma war in der Schildkrötenkita."
Imke:"Die kenne ich auch. Unser Neffe ist da." und schaut zu den Kindern. "Wie groß sie geworden ist. Jetzt ist sie Schulkind."
Ich:"Oh ja. Irgendwie kann ich das noch gar nicht glauben."
Imke:"Ich auch nicht. Aber die Zeit wird es machen. Wir müssen auch los. Man sieht sich."
Ich:"Ja, bis bald."
Imke, Jens und Greta gehen.
Arzu:"Sie hat einen straffen Zeitplan. Da müssen sie sich nichts bei denken. Greta spielt Klavier, geht zum Balett, reitet und geht ab und zum Kinderyoga. Obwohl wir in der gleichen Straße wohnen und Oskar gerne mit ihr spielt, geht das nicht so oft, weil sie nicht da ist. Welche Hobbies hat Emma denn?"
Ich schaue zu Frederik, welcher nur kurz grinst und weiter mit Philipp spricht. Ich schaue zu Arzu. "Emma interessiert sich für vieles. Sie ist gerne im Wald, puzzelt und baut mit Bausteinen."
Arzu:"Mit Bausteine spielt Oskar auch sehr gerne und Bilderbücher anschauen. Er kann davon viele auch schon auswendig."
Ich:"Emma auch."
Arzu:"Gerne ist er auch draußen in seinem Baumhaus und auf dem Trampolin. Zu einem Verein geht er nicht. Noch wollte er das auch nicht. Wenn er es bald möchte kann er es machen. Er soll das für sich entscheiden."
Ich merke, dass Arzu und ich auf einer Ebene sind. Es freut mich.
Philipp:"Entschuldige. Die Klinik. Ich muss weg. Soll ich euch zu Hause absetzen?"
Arzu:"Auf jeden Fall. Er ist Arzt und hat Bereitschaft."
Ich lächel. "Das kenn ich. Ich bin Ärztin."
Arzu:"Echt? In welcher Klinik?"
Ich:"Klinik am Südring. Und Philipp?"
Arzu:"Uniklinik. Ich da auch als Krankenschwester. Und was macht dein Mann?"
Ich:"Arzt in der Klinik am Südring."
Arzu:"Das stelle ich mir schwierig vor. Beide Ärzte und dann der Schichtdienst und Bereitschaft. Selten pünktlich frei. Ich habe da den Vorteil als Krankenschwester so gut wie pünktlich frei zu haben. Das ist für die Kinder gut. Immer geht das auch nicht und ohne unsere Kinderfrau wären wir aufgeschmissen."
Ich:"Alles machbar. Aber schon wahr. Wir wären ohne Großeltern aufgeschmissen."
Arzu:"Großeltern Vorort. Ich beneide euch. Ich muss nun wirklich los. Philipp hat die Kinder eingesammelt und die Klinik ruft. Tschüß." und geht.
Ich:"Tschüß."
Frederik:"Nette Leute. Wobei Jens nicht wirklich spricht."
Ich:"Wer weiß, ob er darf?"
Frederik schaut mich fragend an.
Ich:"Greta spielt Klavier, reitet, geht zum Balett und ab und zu noch zum Yoga."
Frederik:"Was? Mit 6? Warum?"
Ich:"Weil das ihre Hobbies sind."
Frederik:"Wer das glaubt."
Emma steht vor uns. "Gehen wir nach Hause?"
Frederik und ich nicken.
Jeder hält eine Hand von ihr und wir spazieren nach Hause.
DU LIEST GERADE
Das verlorene Kind
FanfictionDr. Charlotte Engel ist 32 Jahre, Ärztin und arbeitet in der Klinik am Südring. Sie ist eine gute, beliebte Ärztin. Von ihren Kollegen wird sie sehr geschätzt, u.a. für ihre einfühlsame Art, wie auch ihrer Hilfsbereitschaft. Sie versucht jeden Fall...
