Er sah sie erst böse dann ungläubig an. „Sie können es wohl kaum erwarten sich ins Verderben zu stürzen was?"
„Aus dem Verderben sind wir doch schon alle lange wieder aufgetaucht.", meinte sie und lächelte ihn gütig an. Sie wollte seine Hand nehmen, hielt sich aber zurück, sie wollte ihn nicht verschrecken.
Sie wandte sich wieder ihrem Frühstück zu, er sah sie noch einen kleinen Moment an und bemerkte, wie erwachsen sie geworden war. Sie schaffte es, ihn aus seinen dunklen Gedanken zu reißen und dankte ihr still dafür.
Auch er machte sich nun an sein Frühstück, er stellte fest, dass Hermine eine angenehme Frühstückspartnerin war, die meiste Zeit schwiegen sie und genossen still und heimlich die ungestörte Nähe des Anderen.
Ihr blumiger Duft betörte ihn, sein Kräuterduft beruhigte sie.
Hermine lehnte sich in ihrem Stuhl zurück als sie fertig war, sie hatte gefühlt für die nächsten Tage genug gegessen und atmete laut aus, was ihr einen nun seinerseits belustigten Blick von Severus bescherte.
„Ich glaub, ich mach jetzt erstmal einen kleinen Spaziergang.", sie sah ihn eindringlich an und wartete.
„Nun... dann... viel Spaß?", er sah sie fragend an.
„Sie kommen mit!", antwortete sie mit einer Engelsmiene.
„Kommt nicht in Frage.", gab er ihr gepresst zurück.
Sie sah ihn mit einer hochgezogenen Augenbraue in Snape Manier an und er musste sich beherrschen, nicht laut loszulachen, auch wenn es zum Schreien komisch aussah, sie hatte ein gewisses Talent für den Blick.
Er seufzte, „Miss Granger..."
„Professor Snape...", sie spiegelte ihn. „...Bitte...", mit einer Stimme, der man(n) kein Nein entgegenbringen konnte.
Er stöhnte auf, er ließ sich von ihr schon wieder überreden.
„Aber wir nehmen die Wege abseits der üblichen Stellen!", beharrte er, er wollte keinen anderen Kollegen oder gar Schülern begegnen. Das würde nur Getuschel geben, aber dann könnte er Hauspunkte abziehen, er überlegte, dann schüttelte er jedoch den Gedanken ab. Wir nehmen die Wege, die niemand kennt, das ist das Beste, dachte er sich.
Hermine folgte ihm durch die Geheimgänge von Hogwarts, sie wusste überhaupt nicht, wo sie waren und hätte ohne ihn wahrscheinlich nicht zurückgefunden.
Sie kamen an einer Stelle an, zwischen dem Verbotenen Wald und dem See, die sie noch nie gesehen hatte. Die üblichen Wege führten nicht an diese Stelle.
Es war wunderschön, als wäre noch nie jemand hier gewesen. Der See lag ruhig in der Sonne, glitzerte im Schein des Feuerballs.
Severus stand im Schatten eines Ahornbaums, das Licht fiel durch die Baumkrone auf ihn, tänzelte auf seinen schwarzen Haaren, streichelte sein, wieder einmal, angespanntes Gesicht. Seine Augen lagen auf dem See, er verlor sich in Gedanken.
Hermine sah ihn an, sie stand an seiner Seite. Es gefiel ihr nicht, dass er so oft mit den Gedanken woanders war, sie war besorgt, dass es schlechte Orte waren, schlechte Erinnerungen, die seine Gedanken gefangen hielten.
Sie stellte sich vor ihn und schlang ihre Arme um seinen Oberkörper in der Höhe seiner Rippen. Sie legte ihre Hände unter seinen Umhang an seinen Rücken und drückte ihn einfach an sich.
Seine Gedanken rissen erst ab, als er einen warmen Körper an sich gepresst fühlte, er blickte nach unten und sah einen braunen Lockenkopf. Er musste schmunzeln, sie war keine Löwin, sondern eine Schmusekatze, aber das sagte er ihr lieber nicht.
Er stützte sein Kinn auf ihrem Kopf ab und legte seine Arme um ihre Schultern.
Als sie seine Berührung merkte, zog sie ihn nochmal ein Stück näher zu sich. Er lächelte und gab ihr einen Kuss auf den Kopf. Er atmete tief ein und aus.
Wieder ein Moment, von dem er nie wollte, dass er endete.
Hermine fühlte sich unheimlich wohl in seinen Armen, so nah an ihn gedrängt. Sie hätte ewig so stehen bleiben können, nach einer Weile streichelte sie seinen Rücken, fuhr langsam mit ihren Händen auf und ab, an seinen Schulterblättern, zu den Schultern, an seiner Wirbelsäule entlang bis zum Hosenbund, strich an seinen Seiten wieder nach oben und stoppte dann an ihrem Ursprungsort.
DU LIEST GERADE
Schlimmstenfalls wird alles Gut
Fanfiction7 Jahre nach Ende des Krieges- Hermine, Ron und Harry arbeiten im Ministerium. Ron und Harry sind gefragte Auroren, Hermine hat ein Studium in Zaubertränke und Arithmantik abgeschlossen. Ihr Leben verläuft ruhig bis zu dem Tag, an dem sie vom Minis...
