Severus wurde zuerst wach, er merkte wie seine Muskeln sich verspannt hatten im Nacken und verzog leicht das Gesicht vor Schmerzen.
Seine Hand hielt noch immer die von Hermine und lag auf seiner Brust, der linke Arm um ihren Rücken geschmiegt. Er fühlte die Wärme, die von ihr ausging, das regelmäßige Atmen, ihren Duft. Er konnte sich nicht daran erinnern, wann er das letzte Mal so innerlich entspannt aufgewacht war, die Schmerzen im Nacken mal außer Acht lassend.
Er strich ihr leicht über den Rücken, was sie dazu brachte, sich nur noch mehr an ihn zu kuscheln. Er seufzte leise auf. Er genoss ihre Nähe, wurde auf der anderen Seite, aber auch immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück geholt, er konnte das nicht. Er konnte nicht so mit ihr hier liegen, in ihren Räumen, konnte sie nicht in seine Welt eindringen lassen.
Sie würde daran kaputt gehen, dachte er sich und früher oder später würde er ihr wehtun, so wie er es immer tat.
Ihre Worte im Raum der Wünsche hatten ihn schmerzlich an die Wahrheit erinnert, die er zu verdrängen versuchte.
Er hatte schon viele Menschen enttäuscht und das würde sich bei ihr nicht ändern, das redete er sich immer wieder ein und fast glaubte er es selbst.
Hermine erwachte unterdessen ebenfalls und blickte ihren ehemaligen Professor freudestrahlend an, als sie seinen Blick sah, wich jedoch jede Freude aus ihrem Gesicht.
Er wirkte gedankenverloren, in seinen Augen spiegelte sich Trauer, Ekel und sie fühlte etwas wie Abschied.
Sie löste sich aus der Umarmung und sah ihn besorgt an. Er registrierte gar nicht, dass sie sich aufsetzte und wurde erst durch ihre sanften Worte aus seinen Gedanken befreit.
„Bitte tun Sie das nicht Sir.", sie sah ihn flehend an. Er sah ihr schweigend entgegen, er fühlte sich irgendwie leer und kalt, jetzt da sie nicht mehr bei ihm lag.
Er zog die Augenbrauen zusammen und die Falte zwischen ihnen wurde wieder tiefer, die Lippen geschürzt, er hatte eine Ahnung was sie meinte, wusste aber nicht, woher sie es wusste.
Sie muss es gefühlt haben, dachte er sich. Es tat ihm weh und leid, dass sie sein Chaos wahrnahm und es sie ebenso belastete.
Er nahm ihre Hand, sah sie mit einem undefinierbaren Blick an und gab ihr einen Handkuss, stand auf, ließ ihre Hand schweren Herzens los, schwenkte seinen Zauberstab und war wieder vollkommen angezogen, er ging zur Tür als Hermine aufsprang und sich vor ihn stellte und ihm damit den Weg versperrte, er konnte nicht einfach so gehen, das konnte er einfach nicht.
Sie blickte ihn entgeistert an, eine Mischung aus Enttäuschung, Unglaube und Wut mischten sich mit darunter.
„Bitte!", flehte sie noch einmal.
„Es tut mir leid.", gab er knapp zurück, er hatte eine Entscheidung gefasst und würde sich dieses Mal nicht wieder davon abbringen lassen.
Er schob sie leicht zur Seite und öffnete die Tür, ein letztes Mal sah er ihr in die Augen, er verbot sich in sie zu tauchen.
Er stand an der Klippe und starrte in den Abgrund der rehbraunen Augen, die sich langsam mit Tränen füllten.
Er bemerkte das aufkommende Amber und schloss die Augen, er drehte sich rum und lief schnell und elegant davon, der Umhang bauschte sich hinter ihm auf.
Er konnte die elektrisierte Luft fühlen, die sich auf sein Gesicht legte, er wusste, dass sie es war. Er bog um eine Ecke und verschwand in einem Geheimgang.
Hermine stand fassungslos in ihrer Tür, sie war traurig und wütend, ließ zu, dass die Kraft sich ihrer bemächtigte. Er war gegangen und sie wusste, dass es nicht nur für jetzt war.
Er hatte es beendet, er hatte etwas beendet, was noch gar nicht richtig angefangen hatte. Er wehrte sich mit aller Kraft gegen das, was hätte vielleicht werden können. Sie atmete laut und schwer, fühlte wie die Kraft ihre Sinne benebelte.
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Schlimmstenfalls wird alles Gut
Fanfiction7 Jahre nach Ende des Krieges- Hermine, Ron und Harry arbeiten im Ministerium. Ron und Harry sind gefragte Auroren, Hermine hat ein Studium in Zaubertränke und Arithmantik abgeschlossen. Ihr Leben verläuft ruhig bis zu dem Tag, an dem sie vom Minis...
