Severus hatte sich ebenfalls aufgesetzt und stumm zugesehen, wie sie sich anzog.
Sein Magen zog sich zusammen und als die Tür ins Schloss fiel, schlug er seine Faust mit voller Kraft in einen der Bettpfosten.
Sowohl der Pfosten, als auch seine Hand knackten, er spürte den unangenehmen Druck in seiner Hand, das Gefühl wie Knochen aneinander rieben. Seine Hand schwoll schnell an und färbte sich blau, mit jeder Bewegung spürte er die gebrochenen Knochen und die Spitzen der Fraktur, die sich in sein Fleisch bohrten.
Die Schlangen zischten wild und aufgeregt und zogen sich ins Holz zurück.
Er ging ins Wohnzimmer und ließ sich auf seine Couch sinken, versuchte den Schmerz in der Hand mit einem Whiskey zu unterdrücken. Er heilte seine Hand nicht, es war Selbstgeißelung, das wusste er. Aber es war ihm egal.
Hermine lief gedankenverloren durch die Gänge und wurde von ihren Füßen in den Innenhof getragen.
Sie spürte die kalte Luft an ihrem Gesicht, nahm einen tiefen Atemzug und sah in den Himmel. Die Sonne hatte ihre Strahlen über das Blau gelegt und hier und da, färbte sich der Himmel rot-lila.
„Na? Aus dem Bett gefallen?", eine samtige, engelsgleiche Stimme, drang an ihr Ohr und ließ Hermine herumwirbeln.
Sie sah in die dunkelgelben Augen von Lazarus, sie schimmerten gefährlich schön im Sonnenlicht.
Er lachte und knuffte Hermine in die Seite. Es fühlte sich so vertraut an mit ihm, Hermine überlegte, Lazarus erinnerte sie an jemanden. Diese lockere offene Art, immer ein flotter Spruch auf den Lippen und das Gefühl von Verständnis, das sie zu umgeben schien in seiner Nähe.
„Ja... ich konnte nicht mehr schlafen... und was ist mit dir?", fragte sie interessiert, sie musterte ihn. Er hatte immer noch die dunklen Schatten um die Augen, sein Blick war allerdings wach.
„Vampire schlafen nicht so viel", sagte er.
„Was machst du dann in der Nacht?", wollte Hermine wissen.
„Ich denke an Diamanten" und sah sie schelmisch an, „oder liege in fremden Betten.. manchmal jage ich", sagte er und das Lächeln auf seinem Gesicht wurde hart.
Hermine schluckte, sie hatte bisher nicht daran gedacht, dass Lazarus wahrscheinlich Blut trank.
„Keine Sorge, ich glaube an dir, würde ich mir die Zähne ausbeißen.", sagte er charmant und eine Doppeldeutigkeit schwang in dem Satz mit.
„Ich erinnere dich an jemanden oder?", sagte er lächelnd und musterte sie. Sie nickte.
„Wahrscheinlich nicht an unseren dunklen Professor in den Kerkern...", sagte er und lachte.
Ein trauriges Lächeln legte sich auf Hermines Gesicht, er nahm freundschaftlich ihre Hand und zog sich mit sich, sie machten einen Spaziergang.
Sie bemerkte, dass seine Hand sich jetzt gar nicht so kalt anfühlte, während ihre eigene ebenfalls so kalt war.
Sie seufzte, „nein... Severus ist ganz anders als du..." und antwortete auf seine Feststellung.
Ihm fiel auf, dass Hermine ihn bei seinem Vornamen genannt hatte und grinste, sagte aber nichts dazu, „er ist sehr speziell. Da gewöhnt man sich dran."
„Das ist es nicht...", sagte sie matt.
„Du magst ihn..." stellte er fest.
„Ist das so offensichtlich?", Hermine die sowieso schon rote Wangen hatte wegen der Kälte, errötete noch mehr.
Er grinste und nickte, „aber er mag dich auch. Das ist noch viel offensichtlicher.", seine Augen blitzten auf.
„Woher weißt du das?", fragte sie erstaunt.
„Ich bin über 2000 Jahre alt..., wenn ich eins weiß, dann wie sich Menschen verhalten, die etwas für jemanden empfinden. Und ihr beide schreit es förmlich heraus.", er sah Hermine in die Augen, sie erwiderte seinen Blick und versuchte sie zu lesen.
Selbst mit ihren Fähigkeiten hätte sie seine Augen nicht lesen können.
Es war ein undurchdringliches Gelb, welches sich um die Gedanken legte und vergessen ließ, warum man überhaupt in sie blickte. Er schaute weg und gab sie frei.
„Was hat er gemacht?", fragte er wissend. Hermine sah ihn nur verwirrt an.
„Du nennst ihn Severus, anders als noch in der Nacht, du bist so früh wach, läufst gedankenverloren nach draußen und gehst sogar mit einem alten Mann, den du kaum kennst spazieren. Letzteres ist nicht sehr klug Hermine... ich könnte sonst was mit dir anstellen" und tadelte sie gespielt, seine Augen blitzten auf.
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Schlimmstenfalls wird alles Gut
Fanfiction7 Jahre nach Ende des Krieges- Hermine, Ron und Harry arbeiten im Ministerium. Ron und Harry sind gefragte Auroren, Hermine hat ein Studium in Zaubertränke und Arithmantik abgeschlossen. Ihr Leben verläuft ruhig bis zu dem Tag, an dem sie vom Minis...
