„Oh, ich hab dich gar nicht gesehen", sagte sie und lächelte ihn entschuldigend an.
„Hab ich gemerkt", meinte er und lachte wieder, „ist alles gut?"
„Ich glaube schon", erwiderte sie und legte den Kopf schief.
„Du glaubst?", wollte er mit einer hochgezogenen Augenbraue wissen und lächelte weiter.
„Ich weiß auch nicht...", sagte sie schwach lächelnd.
„Dir schwirrt zu viel im Kopf rum, mh?", fragte er wissend.
Sie seufzte laut auf und nickte. Er ging einen Schritt auf sie zu, „zerbrich dir nicht immer deinen schönen Kopf. Der wird noch gebraucht.", meinte er schmunzelnd.
Sie lachte leicht auf, „ich bin froh, dass du wieder du selbst bist.", sagte sie und strahlte ihn an.
Er sah leicht verwirrt auf sie, „was meinst du?"
Sie schürzte die Lippen, biss sich auf die Zunge, „nichts, alles gut."
Er musterte sie, spürte, dass sie irgendetwas wusste, was er nicht wusste. Er wollte in ihre Gedanken horchen, aber hörte nichts.
Hermine ließ die rehbraune Verkleidung ihrer Augen abflauen und Lazarus erkannte, dass sich das Mondfeuer in ihre Augen schob.
„Bitte tu das nicht...", sagte sie, sie hatte vermutet, dass er ihre Gedanken lesen wollte.
Er seufzte, „wirst du mir sagen, was du weißt?"
„Nicht jetzt.", sagte sie entschuldigend.
„Das erste Geheimnis vor mir...", sagte er und sah sie gespielt enttäuscht an. Sie schüttelte den Kopf und atmete laut aus, lächelte dann leicht und ging wieder weiter.
„Wenn du reden willst, ich bin für dich da.", sagte er und musterte sie. Sein Lächeln war aufmunternd, Hermines Magen zog sich etwas zusammen.
„Ich weiß.", sagte sie und drehte sich leicht zu ihm. Dann drehte sie sich wieder um und lief weiter.
Lazarus sah ihr noch einmal hinterher, schob dann die Gedanken beiseite und ging weiter in Richtung Krankenflügel.
Er wollte Albus Severus Potter in der Welt begrüßen, mit einem seligen Lächeln lief er durch die Gänge.
Hermine ging weiter, kam an ihren Räumen an, öffnete die Tür und trat ein. Sie atmete einmal tief durch und lehnte sich dann an die geschlossene Tür.
Sie schloss die Augen und legte den Kopf nach hinten an das Holz. Sie dachte an Harry und Ginny und ihr Baby und musste lächeln. Es war immer noch so surreal.
Sie ging zur Couch und ließ sich darauf sinken, legte die Beine ebenfalls darauf, entzündete ein Feuer im Kamin und lauschte dem Knacken, sie roch den Duft des Feuers und es beruhigte ihr aufgewühltes Gemüt.
Wieder legte sich diese Müdigkeit auf sie und sie schlief zügig ein.
Sie war in einem stillen Raum, es kam ihr sehr bekannt vor. Vor ihr konnte sie eine Erhebung sehen, darauf einen Torbogen mit einem seichten Tuch zwischen dem gemauerten Bogen.
Sie ging näher und hörte ein leichtes Flüstern. Sie versuchte zu hören, was die Stimmen sagten, aber sie konnte keine genauen Worte ausmachen. Sie ging weiter auf den Bogen zu, sah sich im Raum noch einmal um. Es war der Raum in der Mysteriumsabteilung des Zaubereiministeriums.
„Da bist du ja", erschreckte sie eine dunkle angenehme und bekannte Stimme. Hermine drehte sich langsam um, ihr Gesicht war emotionslos.
„Sirius", hauchte sie. Er lächelte sie an und steckte die Taschenuhr zurück in die kleine Tasche seiner Weste unter seinem Sakko. Seine grau-blauen Augen ruhten auf ihr, ein Lächeln umschmeichelte seine Lippen.
Er ging einen Schritt auf sie zu, das Lächeln wurde breiter, er nahm ihr Gesicht in seine Hände, „Hermine... meine liebe Hermine...", strich ihr leicht über die Wange und drückte sie an sich.
Hermine war zu perplex, um irgendetwas zu sagen oder zu machen, sie fühlte zwei Hände um ihr Gesicht, dann einen warmen Körper an sich gedrückt.
Es fühlte sich so real an, als würde er wirklich vor ihr stehen und sie umarmen. Es fühlte sich so warm und vertraut an, Sirius war immer schon ein wundervoller Umarmer und genauso fühlte es sich gerade an, genau wie früher. Hermines Augen füllten sich mit Tränen, als sie erkannte, dass ihr das sehr gefehlt hatte. Seine Stimme, sein unerschütterlicher Optimismus, sein Wesen.
Als er sich langsam von ihr löste, war sein Blick warm und er lächelte.
„Sei nicht traurig", meinte er und drückte ihre Schulter.
„Du fehlst", war das erste, was sie ihm sagen konnte.
„Ich bin stets bei euch", sagte er freundlich und legte eine Hand auf seine Brust in der Höhe seines Herzens.
„Was machst du hier? Oder... was mache ich hier?", fragte sie verwirrt und sah sich um.
„Dein Unterbewusstsein hat mich gerufen... bitte bring dich nicht in Gefahr meinetwegen.", sagte er und sah sie eindringlich an.
Ihr lief eine Träne über die Wange, „es wäre unfair allen eine zweite Chance zu geben, nur dir nicht", sie sah ihn traurig an, er konnte ihren Schmerz in ihrem Gesicht ablesen.
„Das ist mein Schicksal. Es gibt keine Möglichkeit und das ist in Ordnung.", sagte er aufmunternd.
„Aber Harry-", fing sie an.
„-Harry und Ginny kommen klar, genau wie Remus und Tonks.", meinte er. „Sie haben es verdient."
„Du auch..", sagte sie und sah ihn erschüttert an.
„Du hast mich schon mit Harry gerettet, ihr habt mich vor den Dementoren geschützt, du hast mich aus dem Verlies geholt... ihr habt mir euer Vertrauen geschenkt.
Die Zeit, die ich mit euch hatte, im Haus der Blacks... das war wie früher mit Lily, James und Remus... die dunklen Jahre in Askaban waren vergessen... ich hatte meine Chance und ich habe sie genutzt. Ich habe Harry geschützt.
Bitte versprich mir, dass du mich ruhen lässt."
Hermine sagte nichts, zu groß war die Trauer in diesem Moment, die Tränen liefen ihr die Wangen herunter. Er nahm sie wieder in den Arm und drückte sie fest an sich.
„Ich bin so stolz auf dich...", flüsterte er in ihr Ohr. Hermine spürte einen heftigen Stich in ihrem Herzen.
„... und auf Harry und Ginny... und Remus und Tonks... Fred und George.. auf euch alle. Ihr fehlt mir, aber ich bin immer bei euch.", meinte er, als er sich löste und ihr die Tränen aus dem Gesicht strich.
„Und ich bin vor allem stolz auf Schniefelus", sagte er und grinste. Hermine sah ihn erst böse an, dann lachte sie.
„Dieser Name...", sie schüttelte den Kopf.
„Ist äußerst passend!", sagte er energisch und lachte kehlig. Hermine sah ihm tief in die Augen.
„Mal im Ernst... Ich erkenne Severus fast nicht wieder. Du hast ihn vollkommen verzaubert...", er lächelte sie stolz an.
„Er ist ein guter Mensch, es war nur nicht die richtige Zeit für ihn...", sagte sie und sah traurig zu Boden.
„Jetzt ist die Zeit da... und er macht sich gut. Es freut mich wirklich sehr...", sagte er und in seinen Augen lag Güte.
Hermine lächelte ihn an.
„Du solltest langsam gehen...", meinte er und kniff ihr leicht in die Wange.
„Werden wir uns noch einmal wiedersehen?", fragte sie mit zitternder Stimme.
„Ich glaube nicht", meinte er freundlich. Hermine weinte stille Tränen.
„Auch wenn ihr mich nicht sehen könnt... ich bin da.", ein letztes Lächeln, dann drehte er sich um, ging langsam in den Bogen und das seichte Tuch umschloss ihn. Er war fort.
Mit einem Schrei und einem Ruck war sie aufgewacht und saß kerzengerade auf der Couch.
Sie sah sich um, sie war in ihrem Raum, das Feuer knisterte noch. Auf dem Sessel neben der Couch saß Lazarus, der sie ansah und musterte. Ihr Gesicht fühlte sich nass und kalt an, sie strich über ihre Wange, eine Tränenspur verteilte sich darüber.
„Du hast geweint...", meinte Lazarus, als er ihren Blick bemerkte.
Sie setzte sich auf, legte die Ellenbogen auf die Knie und stützte ihren Kopf darauf, strich sich dann die restliche Nässe aus dem Gesicht.
DU LIEST GERADE
Schlimmstenfalls wird alles Gut
Fanfiction7 Jahre nach Ende des Krieges- Hermine, Ron und Harry arbeiten im Ministerium. Ron und Harry sind gefragte Auroren, Hermine hat ein Studium in Zaubertränke und Arithmantik abgeschlossen. Ihr Leben verläuft ruhig bis zu dem Tag, an dem sie vom Minis...
