Kapitel 144: So sollte es sein

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Severus sah an die Stelle, an der gerade noch Albus stand, dann stand er auf, umrundete das Bett und setzte sich an Hermines Seite. Er musterte sie. Sie sah ihm schuldig in die Augen.
„Er... er hat mich geküsst... im Raum der Wünsche...", sagte sie leise, als sie den Blick senkte und auf seinen Bademantel starrte. Er schob die Lippen nach vorne und nickte langsam.
„Seine Gefühle für dich sind stark.", sagte Severus ruhig.
„Es tut mir so leid Severus..", sagte sie traurig.

Er sah sie verwirrt an, rückte etwas näher zu ihr und zog sie zu sich, nahm sie in den Arm. Hermine spürte einen festen Griff um sich, dann einen warmen Körper, an den sie gedrückt wurde. Sie schloss die Augen und drückte ihn ebenfalls. Er strich ihr über den Rücken, über den Kopf.
„Es ist nicht deine Schuld... genauso wenig ist es Lazarus Schuld.", sagte er dunkel.
Sie horchte auf, „du bist nicht sauer?", fragte sie und konnte die Überraschung in ihrer eigenen Stimme hören.
„Ich finde es nicht gerade gut, dass er sich nicht länger beherrschen konnte, aber... es ist nun einmal geschehen. Ich würde ihm nur raten, dass er es nicht wiederholt, das könnte weniger schön für ihn enden...", sagte er, die letzten Worte mehr in den Raum gesprochen, als könnte Lazarus ihn hören.
Hermine drückte sich von ihm weg, sah ihm ins Gesicht, „ich hatte schon Angst, du wärst sauer auf mich..."

„Du hast doch nichts gemacht", sagte er und lächelte sie an, er räusperte sich, setzte sich etwas auf, „ich weiß, dass ich in der Vergangenheit das ein oder andere Mal... aufbrausend war... ich will mich deswegen nicht mit dir streiten. Ich vertraue dir... du wirst das Richtige tun.", meinte er und strich ihr über die Locken.
„Severus... ich... würde immer und immer wieder nur dich wählen", sagte sie und versuchte seine Augen zu ergründen.
„Das kann ich dir nicht verübeln", sagte er mit einer hochgezogenen Augenbraue und einem arroganten Blick, „eine ehemalige Schülerin hat mir einmal gesagt, dass ich ein guter Küsser bin und dazu noch schön", er warf den Kopf in den Nacken und damit die Haare zur Seite, Hermine musste lachen.
„Woher wusste diese ehemalige Schülerin das nur?", fragte sie neugierig und zog ihn zu sich.
Er knurrte, lächelte verrucht, „Informationen aus erster Hand", nuschelte er noch, als er sie küsste. Sie lachte leicht in den Kuss.

—————
Die Wochen vergingen und um und in Hogwarts beruhigte sich wieder alles, die Stimmung im Schloss wurde von Tag zu Tag besser und die Sorgen, die sich nach dem Spinnenangriff auf die Mauern und die Bewohner darin gelegt hatten, lösten sich nach und nach auf.

Hermine entschuldigte sich bei ihren Freunden und Kollegen für die „unglaublich epische Szene", wie Fred und George es gleichermaßen betitelten in Dumbledores Büro, es war ihr unangenehm, dass sie so die Kontrolle verloren hatte, aber keiner ihrer Freunde schien es ihr übel zu nehmen.
Sie glaubte sogar in McGonagalls Augen einen Funken Stolz gesehen zu haben, als sie von ihrer Verwandlung sprach. Hermine lächelte dabei unsicher.
Auch Tonks und Remus wirkten mehr fasziniert als sauer darüber und nahmen ihre Entschuldigung mit einem Lachen und einer Umarmung an. Einzig Ron ging ihr noch etwas aus dem Weg, er nahm ihre Entschuldigung zwar an, vermied allerdings seitdem längeren Augenkontakt.

„Ach Mine... du kennst Ron... irgendwann wird er es vergessen", sagte Ginny, als Hermine sie und Harry besuchte.
Albus Severus war in den vergangenen Wochen recht schnell gewachsen und der dunkle Flaum auf seinem Kopf wurde langsam etwas dichter.
Seine grünen durchdringenden Augen strahlten sie an, als sie ihn hielt. Seine Hand wanderte jedes Mal in ihre Locken.
„Also deine Haare findet er ganz toll", sagte Harry und lachte leicht.
Hermine stupste ihm leicht auf die Nase und er lachte quietschend auf, sie lächelte ihn glücklich an. Ginny und Harry warfen sich einen vielsagenden Blick zu und grinsten ebenfalls.

Es klopfte an der Tür, Harry stand auf, um sie zu öffnen und ließ Remus, Tonks und Teddy eintreten.
„Tante Hermine!", schrie Teddy auf, rannte zu ihr und drückte sich an sie. Hermine lachte leicht, „Teddy pass auf, Albus Severus ist noch nicht so robust wie du!", sagte sie und strich ihm über die dunklen Haare.
Teddy sah interessiert in das Gesicht des Babys und strich ganz vorsichtig über seine Hand.
„Er hat so schöne Augen", meinte Teddy und funkelte das Baby an, dann wechselte er seine Augenfarbe ebenfalls zu dem durchdringenden Grün und lächelte Hermine an.
„Die hat er von seinem Vater", meinte Hermine und Teddy sah Harry an. Harry und Ginny lachten leicht. Remus und Tonks setzten sich zu ihrem Sohn auf die Couch.

„Hermine Granger, ein echter Kindermagnet", sagte Tonks und nahm Teddy auf ihren Schoß.
Hermine warf Tonks einen mahnenden Blick zu, Remus und Harry lachten auf.
„Wo ist Severus?", fragte Remus und wuschelte seinem Sohn durch die Haare.
„Zaubertrankprüfungen", sagte Hermine.
„Mal sehen, wie viele dieses Mal durchfallen...", sagte Tonks und lachte leicht.
Hermine schüttelte den Kopf, „ich hab ihm schon gesagt, dass er viel zu streng ist, aber er will sich ja nichts sagen lassen."
„Das ist Severus Hermine, was erwartest du?", fragte Remus und lachte, „Was die Schule betrifft, wirst du ihn nie ändern können. Er ist zwar... sehr streng... aber ein wirklich guter Professor, das kann ich ihm nicht abstreiten.", meinte Remus.
„Aber du bist doch auch ein guter Professor und du bist nicht so streng", sagte Hermine und sah ihn an.
„Ich bin ein anderer Typ Mensch..", sagte Remus schmunzelnd.

Tonks schmunzelte ihn ebenfalls an und strich ihm durch die Haare.
„Ich glaube, mit mir wärst du als Lehrer nicht fertig geworden", sagte Tonks und grinste ihn an, „das hat Severus schon besser geschafft..."
Remus Augen funkelten, „ihr kennt meine Tricks noch nicht", sagte er und lehnte sich zu Tonks, küsste sie ganz leicht auf die Lippen.

Es war das erste Mal, dass Tonks und Remus so öffentlich Zärtlichkeiten austauschten, was ihnen einen erstaunten Blick von Hermine einbrachte. Harry und Ginny haben es wahrscheinlich schon öfter gesehen, dachte Hermine, als keiner der beiden anderen reagierte.
„Diese Bestechung hast du dir doch von Severus abgeguckt...", meinte Tonks und lachte.
„Vielleicht hat er sich das von mir abgeguckt", meinte Remus und strich ihr über den Nacken. Hermine lächelte, als sie die beiden sah und schüttelte leicht den Kopf. Ein schönes Paar, dachte Hermine, sie hatten einander verdient, nachdem Tonks und Remus so viele Schwierigkeiten zu Anfang ihrer Beziehung hatten, der Altersunterschied, der sogar weniger groß als bei Severus und ihr war, Remus' Zurückhaltung und Ignoranz gegenüber ihrer Gefühle, er wollte sich nicht auf Tonks einlassen, weil er wieder einmal dachte, er würde ihr irgendwann weh tun, würde sie verletzen.
Er schämte sich für sein Werwolf-Dasein, aber Tonks ließ sich all die Zeit nicht abbringen, sie hat um Remus gekämpft, hat sich von ihren Gefühlen nicht abbringen lassen und nun waren beide mehr als glücklich mit einem wunderbaren Kind.
So sollte es sein.
Ihr Blick verlor sich in einem Punkt im Raum, Tonks nahm das wahr und sprach sie vorsichtig an, „Hermine, alles gut?"

Schlimmstenfalls wird alles GutWo Geschichten leben. Entdecke jetzt