Kapitel 127: Das Mondfeuer

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Albus ging schnell durch sein Büro, er hatte die Lösung gefunden, die Lösung für Hermines Zustand, er wollte sie schnellstmöglich davon in Kenntnis setzen.
Er war oft in Severus Räumen gewesen und hatte sich die Donnervogelfeder angesehen, er wusste, dass sie irgendetwas damit zu tun hatte.

Er wusste, dass Hermine bei Severus war und er musste sein eigenes Versprechen brechen, nicht in Severus' Räumen aufzutauchen, was er eigentlich schon so oft gebrochen hatte, wenn Hermine bei ihm war.
Die beiden hatten in den letzten Tagen viel erlebt, sie hatten den Vorfall in den Kerkern mit Noctaris Nott gut verarbeitet und auch Lazarus war wieder der Alte.
Er wollte die beiden nicht stören, er war sehr glücklich darüber, dass Severus sich an Hermine hielt und sie womöglich wirklich liebte und noch glücklicher war er darüber, dass Hermine offenbar ebenso fühlte.
Ein leises Lächeln schlich sich auf sein Gesicht und dann war er verschwunden. Er kam vor Severus' Tür in den Kerkern wieder zum Vorschein und klopfte an eben jene dunkle Holztür.

Sie wurde recht schnell von einem nach hinten gedrehten und lachenden Severus geöffnet und Albus blickte erstaunt und erfreut gleichermaßen in das neugierig blickende Gesicht von Severus.
„Albus, was kann ich für dich tun?", fragte Severus freundlich und erstaunte ihn damit noch mehr.
„Ich muss dringend mit Hermine sprechen", sagte er ruhig.
„Komm rein.", Severus trat zur Seite und gab dem Schulleiter den Weg damit frei.
„Guten Morgen Professor Dumbledore", sagte Hermine, die gerade ein Glas Kürbissaft in der Hand hielt und entspannt auf der Couch saß
„Hermine, ich muss mit dir sprechen. Ich habe etwas herausgefunden.", sagte er und setzte sich zu Hermine.
„Ich ziehe mich zurück", sagte Severus und wollte gerade in sein Privatlabor gehen, als Hermine ihn aufhielt.
„Nein bitte Severus, ich möchte, dass du bleibst. Das geht dich genauso viel an, wie mich."
Severus sah zu Dumbledore und dieser lächelte zustimmend.
Severus ging wieder zurück zur Couch, ließ sich dann in den daneben stehenden Sessel sinken.

„Ich habe dir doch von der indianischen Legende erzählt. Ich habe endlich gefunden, wonach ich gesucht habe.
Es war tatsächlich eine Legende, ein anderer Stamm als ich ursprünglich im Kopf hatte, aber ich glaube die uns fehlende Information gefunden zu haben.
Als ich vor ein paar Wochen in deinen Räumen war, sah ich eine Donnervogelfeder auf deinem Tisch liegen Severus.
Eine indianische Legende besagt, dass der Donnervogel, der dort eine mythologische Figur darstellt mit dem Erwachen real wird. Das Erwachen.... das war das Wort, welches mich gefesselt hat. Erwachen... die Legende spricht über das Erwachen von Magie in Nichtmagiern, vom Auftauchen mythischer Wesen, Zauberwesen- und Tieren, verschobenen Parametern und die Umstrukturierung von Naturebenen.
Quasi alles in der Umwelt hat sich durch das Erwachen verändert..", sagte er und strich sich nachdenklich über den Bart.
„Davon habe ich noch nie etwas gehört...  aber inwieweit betrifft das mich?", fragte Hermine.
„Der Tag von der Schlacht in Hogwarts, der Tag an dem Harry Voldemort besiegt hat..."
„Sie denken... das war der Tag des Erwachens?", fragte Hermine erstaunt.

„Es war ein besonderer Tag in der Welt, ich habe recherchiert, die Zauberwelt wurde nicht nur gerettet, auch in der Welt der Muggel war dieser Tag bedeutend. Es gab eine totale Sonnenfinsternis..."
„Der Mond hat sich vor die Sonne geschoben...", sagte Hermine und dachte an Professor Sinistra.
„Dazu kam, dass Merkur, Venus und Mars in einer Reihe standen..."
„Im Sternbild der Virgo?", fragte Hermine.
„Ja.. richtig.", Albus blickte auf Hermine.
„Wenn Sonne und Mond sich vereinen, der Feuerschein die Oberfläche trifft und die Planeten durch das Sternbild der Virgo ziehen, dann werden aus der Dunkelheit, Kometen aufsteigen und das, was noch kommen wird, durch das, was schon geschehen ist, verändern."

Sowohl Severus als auch Dumbledore sahen verwirrt auf Hermine.
„Professor Sinistra hat uns diese Vorhersagung erzählt, als wir bei ihr waren."
„Es nennt sich Mondfeuer... die Kraft die in dir steckt... es ist das Mondfeuer."
„Also... hatte ich dieses Mondfeuer schon seit der Schlacht von Hogwarts?", fragte Hermine nachdenklich.
„Ich vermute es...", antwortete Albus.
„Vielleicht hab ich dich deswegen gefunden.", sagte Hermine und sah zu Severus, „Ich dachte immer, jemand hätte mich zu ihm geführt, dabei war es die ganze Zeit die Kraft?", sie wandte sich wieder an Dumbledore.

„Das ist sehr gut möglich..."
„Warum hat es sich erst nach so langer Zeit bemerkbar gemacht?", wollte sie wissen. Zwischen der Schlacht und ihrem Wiedererscheinen in Hogwarts, lagen sieben Jahre.
„Ich denke, du hast es all die Jahre unterdrückt. Du bist aus Hogwarts geflohen, nachdem du mich gerettet hast, du bist geflohen und hast das verdrängt, was alles passiert ist.", meinte nun Severus.
„Und was passiert jetzt? Bleibt das Feuer oder erlöscht es irgendwann?", fragte Hermine, sie konnte eigentlich keinen klaren Gedanken fassen.
„Das konnte ich nicht genau erkennen, das müssen wir wohl oder übel irgendwann herausfinden.", endete Dumbledore.

Er verabschiedete sich von den beiden, als er an der Tür stand drehte er sich nochmal herum, „Hermine, wenn du Fragen hast, dann scheu dich nicht, mich aufzusuchen."
Hermine lächelte und nickte, Dumbledore verabschiedete sich und ließ die beiden allein.

Sie stand auf und ging zum Fenster, sie sah hinaus.
Es war fast Ende Februar, der Schnee zog sich langsam zurück, die ersten Knospen streckten ihre Köpfe durch die zarte Schneedecke. Severus sah sie an, er wollte ihr Zeit lassen das alles zu verarbeiten.
„Ich muss zum Unterricht", sagte er langsam. Hermine reagierte nicht. Severus ging zum Schreibtisch, nahm Feder und Pergament und schrieb ihr den eben-gesagten Satz nochmal auf den Zettel und legte ihn auf den Tisch an der Couch.

Die Zeit verging und Hermine blickte immer noch nach draußen, langsam wurde es dunkel, sie stand im Raum, der nun auch stetig dunkler wurde.
Die Sterne traten an den Himmel.
Warum dieses Mondfeuer? Warum ich? Was haben sich die Gestirne dabei gedacht?
Ihr fiel etwas auf, was Panik in ihr auslöste. Sie fühlte etwas Nervöses in ihrem Magen, ihr wurde schlecht. Sie keuchte auf und beugte sich nach vorne, stützte sich an der Fensterbank ab.

Schlimmstenfalls wird alles GutWo Geschichten leben. Entdecke jetzt