Kapitel 202: Feuer-Diamanten

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Er lachte, dann drehte er sich mit ihr in die andere Richtung; das eigentliche Ziel.
Ein großes Gebäude mit einem runden Kuppeldach, es war in weiß gehalten, hob sich aber nicht besonders von der Umgebung ab, bis man nicht genau wusste, worauf man achten musste.
Hermine dachte, dass es wohl magisch geschützt sein musste. Sie sah ihn an.
„Das sieht aus wie ein Observatorium bei den Muggeln... eine Sternwarte.", sagte sie unschlüssig.
„Das ist es.", meinte er schmunzelnd, er nahm ihre Hand, gemeinsam gingen sie den Pfad hoch zum noch etwas höhergelegenen Observatorium.
Severus klopfte an die ebenfalls weiße Tür, die ein metallisches Geräusch abgab.

Nach kurzer Zeit öffnete ein gebeugter älterer Mann die Tür, er hatte graue Haare, hellbraune Augen, einen wachsamen Blick, eine große Nase und einen grauen Bart.
Er trug einen weißen Kittel und begrüßte die beiden herzlich.
„Professor Snape, Professor Snape", er nickte zwischen beiden umher, seine Stimme war rau und klang schon sehr alt, er hatte eine einzigartige Aussprache der Worte, die er wählte.
„Guten Abend Professor Umbrenus", meinte Severus dunkel, „Danke, dass Sie uns zu dieser Stunde empfangen."
„Meine Arbeit fängt jetzt erst an", sagte der alte Zauberer lachend und winkte sie in die Sternwarte.
„Professor Umbrenus ist ein Professor und Meister der Alchemie, er beschäftigt sich vorwiegend mit der Veredlung von Metallen aus Meteoriten.", sagte Severus erklärend und folgte ihm mit ihr an der Hand.
Hermine hörte aufmerksam zu, sah sich interessiert um, ihr Blick flog über die Objekte und Zeichnungen, Berechnungen, Behälter mit Flüssigkeiten und Gesteinen und konnte sich ein aufgeregtes kleines Grinsen nicht verkneifen.

„Es ist mir eine Ehre, dass Sie hier sind Professor Snape", sagte der alte Mann, drehte sich dann um und funkelte zu Hermine. „Lazarus hat mir erzählt, dass Sie eine ganz besondere Verbindung zu den Sternen haben", sagte er und seine hellbraunen Augen blitzten auf.
„Ich würde sagen... Lazarus übertreibt gerne ein wenig."
„Gewiss nicht. Er ist kein Vampir der vielen lobenden Worte... wenn er so über jemanden schwärmt wie über Sie, dann hat das schon seine Gründe.", er lächelte gütig und nickte ihr zu.
Hermine errötete leicht, „na gut... dann.. werde ich das einfach mal als Kompliment annehmen."
Professor Umbrenus nickte vergnügt, sah dann zu Severus und winkte ihn zu sich, „Komm mein Junge, ich habe etwas für euch vorbereitet.", dann drehte er sich wieder um und lief weiter in das Gebäude hinein. Severus musterte Hermine schmunzelnd, dann folgte er ihm; Hermine ebenso.

Er stellte sich vor ein großes Teleskop, welches magisch modifiziert und verändert war; das Bild, welches man durch ein normales Teleskop nur durch die Linse mit einem Auge sehen konnte, wurde mit diesem Teleskop in den Raum projiziert.
Die sonst weißen Wände färbten sich schwarz, wie der Nachthimmel und gaben einen guten Blick auf die zu sehenden Sterne.
Hermine sah sich fasziniert um, nun stand sie wirklich in der Milchstraße.
Der alte Alchemie Professor beobachtete sie, sah, wie sie sich einem besonderen Stern näherte und lächelte. Severus folgte seinem Blick.

Hermine stand vor einem Doppelstern, sie vergrößerte mit einer Handbewegung die Projektion und musterte sie.
„Ein Doppelstern... etwas, was nicht so häufig im Universum vorkommt, vielleicht häufiger als man glaubt, aber trotzdem selten.", erklärte er.
„Sie kreisen umeinander", sagte sie, während sie die Sterne betrachtete.
„Ja richtig. Sie kreisen um einen bestimmten Punkt, eine Gravitation, die sie beide gleichermaßen anzieht. Manche Wissenschaftler sind der Meinung, dass die Sterne durch die Gravitation der jeweils anderen Masse angezogen werden und umeinander tanzen."
Hermine lächelte, was für eine schöne Vorstellung, dachte sie.

„Es ist interessant, dass Sie sich genau diese Sterne ausgeguckt haben", meinte Umbrenus als Hermine sich zu ihm umdrehte, „vor unzähligen Jahren hat dieser Stern einen Meteoroiden losgeschickt, wir haben ihn mehr als 50 Jahre beobachtete, wie er durch das Universum gezogen ist.... Bis er eines Tages, auf die Erde aufschlug. Können Sie sich vielleicht vorstellen, welcher Tag es war?", seine aufmerksamen Augen lasen die Emotionen auf Hermines Gesicht ab.
Hermine dachte nach, „der Tag des Erwachens", hauchte sie und sah zu ihm.
„Genau", er nickte anerkennend, „ich konnte den Meteoriten ausfindig machen, er strahlte eine besondere Kraft aus, wie ich sie auch gerade hier spüre.", er drehte sich um, ging zu einem Tisch und holte eine mittelgroße Schachtel von ihm und gab sie Hermine.
Sie sah verwirrt auf die Schachtel, dann zu Severus, er nickte ihr zu.

Hermine öffnete die Schachtel und sah auf einen unebenen Stein ganz in schwarz, er schien trotz der Unebenheit sehr samten auszusehen, fast schon weich. Hermine sah auf Professor Umbrenus.
„Was soll ich damit machen?", fragte sie unschlüssig.
„Nehmen Sie ihn in die Hand.", sagte er kurz und knapp. Hermine wusste zwar nicht wieso, nahm den Stein aber aus der Schachtel und hielt ihn in der Hand.
„Und jetzt lassen Sie das Feuer durch ihn fließen.", sagte er wissend.

Sie konzentrierte sich, schloss kurz die Augen, ließ zuerst sie selbst das Mondfeuer durchströmen und übertrug es dann mit erst kleinen, dann immer größer werdenden Blitzen auf den Stein.
Sie umschloss ihn mit ihrer Hand, drückte die Hand zusammen und leitete die Blitze weiter in das Innere des Meteoriten.
Die Blitze in ihrer Hand wurden so grell, dass das Licht der Sterne um sie herum in Vergessenheit geriet und sowohl Professor Umbrenus als auch Severus sich die Hand vor die Augen halten mussten, solange, bis die Blitze langsam abflauten.

Es roch nach geschmolzenem Stein und Hermine öffnete langsam wieder die Hand.
Der obsidiane Meteorit war ungefähr um die Hälfte geschmolzen und gab ein Geheimnis preis.
Eine bernsteinfarbene, leicht pulsierende Masse lag in Hermines Hand, die Blitze zogen durch das Amber des Steins, wenn man es weiter als Stein bezeichnen konnte.
„Ich wusste, dass in diesem Meteorit ein Geheimnis lag... ich wusste nur nicht, wie man daran kommt.", er sah interessiert zu Hermine, näherte sich ihrer Hand und musterte den Inhalt.
Nach und nach kühlte sich der Stein ab, veränderte dabei seine Form ohne, dass Hermine etwas tat.
Nach einer Weile glitzerte er mit einem inneren Funkeln im Licht der Sterne.
Umbrenus nahm sich eine riesige Lupe, hob den Stein leicht aus ihrer Hand und hielt ihn gegen eine helle Lichtquelle auf seinem Schreibtisch.
„Ein... Diamant aus Troilit und... das kann nicht sein... Calaverit...", er schüttelte ungläubig den Kopf.
„Professor...?", fragten Hermine und Severus gleichzeitig.
„Oh Verzeihung. Troilit ist ein Mineral, das sehr selten ist weil es nur in Meteoriten vorkommt. Calaverit hingegen ist zwar auch sehr selten, kann aber in Minen abgebaut werden... zwei Stoffe, die in keiner Verbindung zueinanderstehen könnten und schon gar nicht zusammen vorkommen", sagte er ungläubig.

Hermine und Severus sahen einander an, keiner der beiden verstand so richtig, was der Professor da erzählte und warum er so aufgeregt war.
Sie fanden, dass es ein schöner Edelstein war, die Bedeutung davon war ihnen jedoch nicht bewusst.
„Dieser Diamant ist einzigartig...", sagte er begeistert, er sah zu Hermine, „aber er gehört Ihnen."
„Was? Nein.. Sie haben ihn gefunden.", meinte sie.
„Ich habe ihn gefunden durch die Macht, die er ausstrahlte... die auch Sie ausstrahlen. Sie haben ihn geformt. Er ist Ihrer.", er hielt ihr den Diamant hin und nickte bekräftigend.
Zögerlich nahm Hermine nahm Hermine den ca. drei Zentimeter großen diamantförmigen Edelstein.
„Darf ich?", fragte Severus Hermine und zog seinen Zauberstab, sie nickte und sah zu, wie Severus eine Kette um den Diamanten zauberte, die ihn magisch hielt, ohne ihn zu berühren.

Er nahm die Kette, stellte sich hinter sie, Hermine hielt ihre Haare nach oben und er legte ihre die Kette um den Hals.
Als der Diamant ihre Haut berührte, fing er an zu schimmern und strahlte ein warmes Amber in die Umgebung.
„Bei Merlins magischem Bart", sagte Umbrenus leise und starrte sie an, „...Ignis Adamantes... Feuer-Diamanten"
Severus legte den Kopf schief, ging um Hermine rum und bestaunte das, was Umbrenus immer noch anstarrte.
Kleine Blitze die unbemerkt aus Hermine traten tanzten über den Diamanten, er schimmerte immer noch in einem warmen amber-orange und tauchte Hermine in ein mystisches Licht.
Es war, als würde der Edelstein wie ein Katalysator für ihre innere Energie sein, der das Licht in ihr nach außen brachte.

Er verabschiedete sich von Professor Umbrenus und dankte ihm, für alles, was er für Severus getan hatte, Hermine konnte sich nur kurz verabschieden, denn Severus zog sie mit nach draußen.
Er atmete tief durch, als die kühle Nacht ihn umschloss. Hermine ging zu ihm.
„Das ist das schönste Geschenk, was ich jemals bekommen hab", sagte sie und strich ihm liebevoll über die Brust, als sie sich nah vor ihn stellte.
„Wieder einmal wird mir bewusst, dass du das Wertvollste in meinem Leben bist.", sagte er ernst und musterte sie, dann sah er zu dem immer noch schimmernden Diamanten. Er schnaubte auf und schüttelte den Kopf.
Sie zog ihn zu sich und vereinte ihre Lippen mit seinen.

Schlimmstenfalls wird alles GutWo Geschichten leben. Entdecke jetzt