Große Flammen legten sich nah um sie, Hermine konnte die Hitze spüren, es nahm ihr fast die Luft zum Atmen.
Der Feuerring breitete sich weiter aus und wirbelte in kreisenden Bewegungen um sie herum.
Plötzlich stand Dumbledore in ihrer Mitte und schwang seinen Arm über ihren Köpfen, als zöge er die Feuerkreise um sie herum, ein Wind begleitete die Walze und ließ seinen Bart und seine Haare im Sog der Feuerluft tanzen.
Hermine erinnerte sich, dass Dumbledore diesen Zauber schon in der Höhle, in der sie das Medallion und den vermeintlichen Horkrux fanden, entfesselte und sich und Harry vor den Inferi schützte.
Sie sah zu ihm auf, seine Augen glühten, sein Blick war herrisch und konzentriert, sie spürte die ungeheure Macht, die von ihm ausging.
Sie hörte aufgebrachte flüsternde Schreie um sich herum als die Spinnen in den Flammen verbrannten, sie fingen Feuer, liefen aufgeregt in Richtung Wald, aber die Feuerwalze, erreichte sie, bevor sie sich in die schützende Dunkelheit retten konnten und löschte sie aus.
Severus half Hermine aufzustehen, George und Ron rappelten sich gegenseitig wieder hoch.
Als Severus auf Albus sah schluckte er, er erinnerte ihn an den Meister der Unterwelt, eine todbringende, alles zerstörende Macht.
George und Ron fanden keine Worte oder Gedanken und standen einfach nur perplex im wandelnden Feuerring.
„Partis Temporus", sprach Dumbledore mit lauter, dröhnender Stimme, sie hallte über die Landschaft und wurde vom Wald schlussendlich verschluckt.
Vor ihnen tat sich eine Gasse auf, rechts und links die Mauern aus Feuer, die ihnen einen Weg ebneten, hinauf zum Schloss.
„Lauft.", forderte der Schulleiter und die vier setzten sich in Bewegung.
Sie liefen so schnell sie ihre Füße trugen den Weg hoch, über die schiefe Brücke, zum Innenhof, durch das Portal in die Eingangshalle.
Dumbledore blieb an Ort und Stelle und säuberte die Ländereien von den Spinnen. Er legte ein magisches Feuer an den Rand des Waldes, rundherum um die Ländereien. Es glomm und glühte hellblau auf, als würde es am Rand lodernd darauf warten, dass eine Spinne oder eine andere Kreatur eben diesen Rand überqueren wollte.
Als die vier in der Eingangshalle ankamen und aufatmen konnten, kamen ihnen direkt einige Lehrer und Auroren entgegen und vergewisserten sich, dass es ihnen gut ging.
„Was ist passiert?", wollte Remus als erster wissen.
„Der ganze Wald war voller Spinnen", sagte Severus laut.
„Sie haben uns schon bei der ersten Runde angegriffen", fügte Hermine hinzu, „aber George und Ron konnten sie vertreiben."
„Als wir weiter gingen, sah Hermine etwas im Wald, sie meinte, ich solle Severus und Ron einen Patronus schicken, wir sollten sofort ins Schloss zurück...", erklärte George weiter.
„Und als wir dann schnell zu der Gabelung liefen, auf George und Hermine trafen, griffen die Spinnen plötzlich an... sie kamen von überall her, wir haben versucht sie zurück zu drängen, aber es waren einfach zu viele.", fuhr Ron fort.
„Dann waren da plötzlich überall Flammen... die Spinnen verbrannten...", sagte Hermine und hatte das Bild vor Augen, die Schreie, der Geruch.
„Die ganzen Ländereien wurden von Flammen eingehüllt... wir dachten schon, wir würden angegriffen werden...", sagte Tonks, die neben Remus stand.
„Es war auch ein Angriff", sagte eine laute Stimme hinter ihnen, Albus war zu ihnen gestoßen und musterte jeden der vier, „geht es euch gut?", wollte er besorgt wissen.
Alle nickten.
„Wie ist das möglich Albus?", fragte Severus, sein Blick flog unruhig zwischen Albus Augen hin und her.
„Offenbar wurden sie von etwas oder jemandem getarnt... damit der Schutz sie nicht als Gefahr erkennt...", sagte er nachdenklich.
„Aber... was machen wir jetzt?", fragte McGonagall, die bisher still zugehört hatte.
„Keiner wird die Mauern mehr verlassen...", sagte Dumbledore ernst, „an jedem kleinen Eingang, der genutzt werden könnte, um ins Schloss zu gelangen werden drei Auroren postiert.
Fawkes wird die Ländereien Tag und Nacht bewachen, seinem Auge entgeht keine Bewegung.", er ging langsam zur Großen Halle und blickte in den wolkenverhangenen Himmel über ihnen.
„Etwas lauert in der Dunkelheit...", sagte er gedankenverloren, seine Stimme hallte von den Wänden der leeren Halle zurück, verlieh ihr ein schauriges Echo.
Die Lehrer und Auroren standen ratlos in einem Halbkreis vor der Großen Halle und sagten nichts.
„Professor", hauchte Hermine, Dumbledore drehte sich um, sah in ihre glühenden Augen, „Hagrid...", sagte sie leise und Dumbledore war verschwunden.
Nach wenigen Sekunden kam er mit einem aufgelösten Hagrid an der Hand zurück. Der Halbriese schrie und fluchte, konnte kaum ein klares Wort hervorbringen, in seinen Armen hielt er Fang, der Saurüde jammerte und Blut quoll aus zwei großen Bissspuren an seinem Körper.
Hermine lief zu Hagrid, der seinen Hund vorsichtig auf den Boden der Eingangshalle legte. Er strich ihm über den Kopf und weinte dicke Tränen, die den Boden unter ihm schnell tränkten.
„Macht doch was!", schrie Hermine aufgeregt, als ihr ebenfalls die Tränen über das Gesicht liefen.
Severus kniete sich hastig hin, legte seinen Zauberstab auf die Wunden und murmelte leise Worte.
„FAWKES", brüllte Dumbledore, der Phönix erschien und setzte sich neben Fang nieder. Weinte die heilenden Tränen auf den großen Hund.
Wie gebannt starrten die Anwesenden auf das grausame Schauspiel vor ihnen. Severus legte den Zauberstab beiseite, seine Hand zitterte. Fangs Wunden schlossen sich langsam, Fawkes ließ weiter Tränen kullern.
Professor McGonagall hielt sich die Hand vor den Mund, Tonks stand an Remus gekrallt und sah auf den Hund.
Fang wachte langsam auf, hob den Kopf hoch zu seinem Herrchen, das Wimmern hatte sich gelegt, Hagrid brachte ein Lächeln auf sein verweintes Gesicht, strich seinem treuen Freund über den Kopf, dieser schleckte seine Hand ab, dann legte er den Kopf wieder ab, eine letzte Regung legte sich auf seine Züge, es sah aus wie ein leichtes Lächeln.
Dann schloss er die Augen, für immer.
Hagrid keuchte auf, George, Ron, Remus, Tonks und McGonagall hielten den Atem an.
Albus sah traurig auf Fang, legte dann eine Hand auf Hagrids Schulter, welche bebte. Unaufhaltsame Tränen bahnten sich ihren Weg durch seine Augen, tropften auf den toten Hund vor ihm.
Er schrie auf, ein markerschütternder Schrei, der spätestens jetzt allen Anwesenden das Herz zerriss. Hagrid weinte so laut, dass es im ganzen Schloss zu hören war.
Die Laute hallten durch die Treppen, drangen an die Gemälde und Türen der Häuser, die Trauer war im ganzen Schloss zu spüren und legte sich schwer über die Gemüter.
Hermine saß wie ein Häufchen Elend neben Hagrid und Fang, Severus nahm langsam ihre Hand, drückte sie, zog sie zu sich und stand mit ihr auf.
Als Hermine in die Gesichter sah, schmerzte ihr Herz noch mehr. Ron und George weinten, Arm in Arm. Tonks drehte sich von der Situation weg, an Remus gelehnt und schluchzte in seine Schulter.
Remus Gesicht trug einen undurchdringlichen Ausdruck, leise Tränen liefen seine Wangen entlang, auch aus McGonagalls Augen floss die salzige Flüssigkeit.
Hermine ließ sich von Severus führen, als sie ein aufgeregtes „Was ist passiert?", von Harry hörte, der die Treppen herunter gerannt kam.
Er sah auf die Runde, die sich um etwas versammelte hatte, alle schienen zu weinen. Er sah zu Hermine, welche ihn ungläubig ansah, die Augen rot und glasig, dicke Tränen flossen aus ihnen.
„Was ist passiert?", wiederholte er und sah Severus an, welcher sich zusammenreißen musste, seine Fassung aufrecht zu erhalten, auch er gab Harry keine Antwort.
Harry ging langsam zu dem Punkt, vor dem alle standen und konnte Hagrid auf dem Boden knien sehen.
Er schob sich langsam an den Personen vorbei und sah auf den am Boden liegenden Fang, daneben saß Fawkes mit einem gesenkten Kopf, hinter Hagrid stand Dumbledore, die Augen ebenfalls glasig.
Harrys Augen füllten sich mit Tränen, als er sich zu Hagrid setzte und den toten Hund vorsichtig berührte.
Hagrid sah auf, das Gesicht zu einer von Trauer zerfressenden Maske geformt, „er wollte mich retten...", sagte er mit einbrechender Stimme.
„Er hat sich einfach vor mich gestellt als die Spinnen kamen...", er schluchzte auf.
Harry legte seine Arme um Hagrid, versuchte ihn zu umarmen.
Hagrid weinte noch heftiger, „warum is er nich wie sonst immer weggerannt? Dieser dumme Hund...", er weinte laut.
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Schlimmstenfalls wird alles Gut
Fiksi Penggemar7 Jahre nach Ende des Krieges- Hermine, Ron und Harry arbeiten im Ministerium. Ron und Harry sind gefragte Auroren, Hermine hat ein Studium in Zaubertränke und Arithmantik abgeschlossen. Ihr Leben verläuft ruhig bis zu dem Tag, an dem sie vom Minis...
