„Warum freut ihr euch alle so?", wollte Hermine lachend wissen.
„Freust du dich nicht?", fragte Tonks besorgt.
„Doch schon...", sagte sie.
„War es nicht gut?", Tonks musterte sie.
„Doch es war sehr gut", sagte Hermine lachend. „Aber es macht mich traurig, dass ihr alle diese Erinnerungen habt und viel mehr wisst als ich, offenbar war da etwas zwischen Professor Snape und mir und auch wenn es sich jetzt sehr vertraut anfühlt und wirklich schön, ich hätte gerne gewusst, wie es vorher war.", meinte Hermine und sah sie an.
„Du bist auf dem besten Weg wieder dahin zu kommen.", sagte Tonks und lächelte sie an.
„War ich.. glücklich?", fragte Hermine und sah sie ernst an.
„Du warst nie glücklicher.", sagte Tonks und nahm ihr leicht aufkeimende Zweifel.
„Mit ihm?", wollte sie vorsichtig wissen.
Tonks nickte langsam.
„Vertrau auf dein Gefühl... was sagt es dir?", wollte sie von Hermine wissen.
Hermine dachte nach. Sie atmete tief ein und aus, sah zum Kamin, dann wieder zu Tonks.
„Es ist schön, wenn ich bei ihm bin. Aber es ist so ungewohnt, ich hab ihn sieben Jahre nicht gesehen, dann wache ich auf und er ist so nett zu mir, alles fühlt sich so vertraut an, ich fühle mich so wohl bei ihm, wenn ich in seiner Nähe bin, wenn ich diesen Kräuterduft rieche. Jeder weiß mehr als ich... das verwirrt mich alles so.", sagte sie und stand auf, ging zum Fenster.
„Du musst dir selbst Zeit geben, es sind doch erst ein paar Tage vergangen", meinte sie aufmunternd.
„Mhm... vielleicht hast du recht...", sagte Hermine und lächelte leicht.
„Natürlich hab ich recht.", sagte sie und lächelte fröhlich. Tonks stand auf, ging zu Hermine und nahm sie in den Arm.
„Ich muss jetzt wieder zu meinem Mann, damit wir uns gemeinsam für dich freuen können.", sagte sie und lachte herzlich.
Hermine seufzte, nickte dann.
Tonks verließ ihre Räume und Hermine war wieder alleine, immer noch ohne Erinnerungen aber mit einem schönen ersten Erlebnis ihres, hoffentlich zeitlich begrenzten, neuen Lebens.
Ich hab mit Professor Snape geschlafen..., sie grinste, als sie daran dachte, dann quiekte sie und ließ sich auf ihr Bett fallen, starrte in an die Decke und ließ das Erlebnis in ihrem Kopf noch einmal aufleben.
Er ist nicht nur ein guter Küsser, dachte sie und errötete bei diesen Gedanken, legte die Hände auf das Gesicht und lachte auf.
Aber... geht das nicht ein wenig schnell?, sie holte sich selbst von Wolke 7 und kam auf dem Boden der Tatsachen auf.
Selbst wenn sie sich vorher gut verstanden hatten, sie wusste nicht, von welchem Zeitraum sie sprachen.
Sie hatte keine Ahnung, dass gut ein Jahr vergangen war, seit ihrer Ankunft in Hogwarts und sie nur durch einen Zeitsprung wieder ein Jahr zurück geworfen wurden.
Vielleicht war ich ein paar Tage in Hogwarts... vielleicht 2-3 Wochen, wenn es hoch kam, es ist immer noch April. Nach so wenigen Tagen hab ich mit ihm...?
Hermine zog die Augenbrauen zusammen, das war nicht sie. Sie hatte 25 Jahre auf ihr erstes Mal gewartet und dann kam sie nach Hogwarts und schlief nach wenigen Tagen mit dem meist gehassten Professor der Schule?
Hermine was ist nur los mit dir?, Scham schob sich in ihr Bewusstsein. Sie fühlte sich irgendwie schmutzig.
Auch wenn es schnell ging, es fühlte sich nicht falsch an..., schallt ihre innere Stimme sie.
Sie verwirrte sich selbst recht erfolgreich und stand wieder am Anfang ihrer Gedanken. Sie schüttelte den Kopf, ging ins Bad, nahm eine Dusche und zog sich ihren Pyjama an.
Sie stieg ins Bett, ihr war egal, wie spät es war, sie deckte sich zu und schloss die Augen.
Sie war schnell eingeschlafen und wachte erst am nächsten Morgen wieder auf.
„Guten Morgen Dornröschen...", sagte eine angenehme weiche Stimme, als Hermine die Augen aufschlug und sich streckte.
„Guten Morgen Lazarus", sagte Hermine verschlafen.
„Also das mit der Müdigkeit wird sich wohl nie ändern", sagte er und lachte leicht. Hermine strich sich den Schlaf aus den Augen.
„Wer schläft, der sündigt nicht.", sagte sie nuschelnd.
„Das hast du gestern schon getan", sagte er und sah sie an. Dann lachte er leicht. „Severus' Gedanken... sehr laut und sehr glücklich", sagte er und schmunzelte.
Hermine sah auf das Bett, sie fühlte sich irgendwie schuldig, es tat ihr leid, dass Lazarus das mitkriegen musste.
„Du musst kein schlechtes Gewissen haben", sagte er und versuchte sie aufzumuntern.
„Ich will dir nicht vor den Kopf stoßen...", sagte sie leise.
„Tust du nicht.", meinte er und lächelte sie an.
Sie stand auf und ging ins Bad, machte sich frisch, band ihre Haare zu einem Zopf und zog sich an, dann ging sie wieder in ihren Raum.
„Ich gehe jetzt erstmal Frühstücken.", sagte Hermine, ihr knurrte der Magen. Lazarus nickte.
Sie lief durch die Gänge runter zur Großen Halle, sie sah sich um, alles war wie immer, die Tische, die Schüler.
Sie sah zum Lehrertisch und erkannte Neville aufgeregt winkend, neben ihm war ein Platz frei. Sie ging langsam zum Lehrertisch, als sie einen bekannten Kräuterduft hinter sich wahrnahm. Sie drehte sich um und sah in das Gesicht von Snape.
„Guten Morgen", sagte er freundlich.
„Guten Morgen Professor", meinte Hermine und lächelte ihn an.
Sie sah in das Schwarz seiner Augen und verlor sich wieder einmal in ihnen. Diese schwarzen Augen würde sie wohl nie wieder vergessen.
So kalt wie sie sonst für alle anderen wirkten, so heiß glühten sie für Hermine. Sie spürte seine Gefühle für sie und es ließ ihr den Kopf schwirren. Sie träumt vor sich hin, die Zeit schien für sie still zu stehen, alle anderen wurden ausgeblendet.
Er legte langsam den Kopf schief und schmunzelte sie leicht an.
„Kommen Sie, wir sollten frühstücken.", sagte er freundlich und fasste sie ganz sacht am Rücken an, um sie in Richtung Lehrertisch zu dirigieren, was ihr eine Gänsehaut bescherte.
Er ließ sie nicht aus den Augen, ging zu ihrem Platz, zog den Stuhl nach hinten und ließ sie Platz nehmen, dann schob er ihn mit ihr wieder an den Tisch. Er setzte sich auf die andere Seite von Neville und begann sein Frühstück zu essen.
Immer mal wieder sah er zu Hermine und erkannte, dass sie ihn ebenfalls die ganze Zeit beobachtete.
Er lächelte und sein Herz schlug ein wenig höher, als sie zurück lächelte.
Nach einer weiteren Weile, in der sich Hermine die Geschichten von Neville anhören musste, unterbrach sie ihn.
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Schlimmstenfalls wird alles Gut
Fanfiction7 Jahre nach Ende des Krieges- Hermine, Ron und Harry arbeiten im Ministerium. Ron und Harry sind gefragte Auroren, Hermine hat ein Studium in Zaubertränke und Arithmantik abgeschlossen. Ihr Leben verläuft ruhig bis zu dem Tag, an dem sie vom Minis...
