Kapitel 125: Verwirrungen

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„Albus kümmert sich darum... komm, du musst dich beruhigen.", er half ihr aufzustehen, doch Hermine sackte gleich wieder zusammen und wurde von einem erneuten Weinkrampf überrollt.
Severus legte sie auf die Couch, zauberte einen starken Trank für traumloses Schlafen herbei und gab ihn ihr.
In ihrer Aufregung achtete sie gar nicht darauf, was sie nahm und war schnell weggedämmert.

Severus atmete durch als sie eingeschlafen war und strich sich über sein Gesicht. Er hoffte, dass Albus Lazarus finden würde und ihn wieder zu Verstand bringen konnte.

———
Albus war schnell zu verschiedenen Orten gesprungen, er suchte überall, wo er je Gedanken von Lazarus gehört hatte, er konnte ihn nicht genau ausmachen, es war als schrien die Gedanken aus allen Richtungen zu ihm.
Bei Godric, Lazarus wenn du mich hörst. Bitte... tu es nicht.', versuchte Dumbledore mental mit ihm zu kommunizieren.

Plötzlich war alles still und leer, er konnte nur noch eines spüren und hören, tiefe Trauer vom höchsten Punkt des Schlosses.
Er apparierte sich zum Astronomie-Turm und sah Lazarus an der Brüstung stehen.
Er ging schnell zu ihm und legte ihm eine Hand auf die Schulter, „bitte, komm da weg.", sagte er leise und besorgt, zog ihn langsam zu sich.
Lazarus Gesicht war kalt und emotionslos, nein nicht direkt emotionslos. Es war von Trauer und Wut umschattet.

„Was ist in dich gefahren?", wollte Albus wissen, so kannte er Lazarus nicht, „Warum willst du dich vom Astronomie-Turm werfen?", wollte er wissen.
Lazarus sah auf, die Augenbrauen zusammen gezogen, „was will ich?"
„Hermine meinte, dass du irgendetwas zu Ende bringen willst... sie hatte Angst, du würdest dir das Leben nehmen wollen.", sagte Albus ruhig.
Lazarus lachte verzweifelt auf, „Sie macht sich immer solche Sorgen... um alle... ich wollte mich nicht umbringen.", sagte Lazarus und sah ihn ernst an.
„Was ist los?", fragte Dumbledore, seine Augen waren traurig, er wollte ihm so gerne helfen.
„Ich halte das einfach nicht mehr aus.", sagte Lazarus und drehte sich wieder in Richtung Brüstung. Er seufzte laut.
„Ich kann so nicht weiter machen. Jeden Tag diese Gedanken, jeden Tag diese Gefühle, die mich langsam aber sicher mürbe machen. Es ist wie eine Welle, die immer an eine Steinwand schäumt und sie nach und nach aushüllt... ich verfluche mich selbst dafür.", sagte er leise.
„Lass mich dir helfen.", meinte Dumbledore und ging einen Schritt auf ihn zu.

Lazarus sah ihn an, vermutlich konnte er hören, was Dumbledore vorhatte. Er senkte den Blick auf den Boden, seufzte und nickte dann schließlich.

Dumbledore legte den Zeige und Mittelfinger an Lazarus Schläfe, den Daumen unter sein Auge. Er drang in seinen Geist ein, murmelte einige Worte.
Die Anspannung, die sich auf Lazarus gelegt hatte, verschwand langsam von seinem Gesicht und Zufriedenheit machte sich breit.

Als er die gelben Augen mit der lila Iris öffnete und in die leuchtend-eisblauen Augen mit den umherwirbelnden Eiskristallen sah, wirkte er etwas verwirrt.
„Albus?", fragte er leicht lachend.
„Geht es dir gut?", fragte dieser und musterte ihn.
„Bisher ja, warum?", er sah sich um, er konnte sich nicht daran erinnern, auf den Astronomie-Turm gegangen zu sein.
Bis gerade war er noch im Kerker und hatte Severus davon abgehalten, sich auf einen minderjährigen Slytherin zu stürzen.
„Ist etwas passiert?", fragte er und sah Dumbledore an.
„Nein, es ist alles in Ordnung", meinte dieser und lächelte.
Er legte seine Hand an seinen Arm und war mit ihm verschwunden, kam in Severus Räumen wieder an.

Albus und Lazarus sahen sich um, Severus saß auf seinem Sessel, Hermine lag auf der Couch. Lazarus erinnerte sich, dass ihre Arme zerfressen waren durch die glühenden Ketten und lugte langsam über die Lehne der Couch auf ihre Arme. Es war alles verheilt, sie hatte nicht einmal Narben zurückbehalten. Er lächelte erleichtert auf. Dann wandte er sich zu Severus, welcher ihn fassungslos ansah.
„Severus, geht es dir gut?", fragte er langsam.
Severus Blick glitt zu Albus, der ihn mit einem aussagekräftigen Blick ansah und mit dem Kopf nickte.
„Ähm...", er räusperte sich kurz, „ja mir geht es gut und dir?", fragte er.
„Bestens", sagte Lazarus und lächelte breit, „nächstes Mal sag aber bitte eher Bescheid, wenn du einem Schüler an die Gurgel willst.", sagte er lachend.
„Ich hoffe es wird kein nächstes Mal geben...", meinte er dunkel und zog eine Augenbraue nach oben.

Langsam bewegte sich Hermine, sie wachte auf, öffnete die Augen und stöhnte. Ihr Kopf war immer noch durcheinander. Sie sah zu Severus, „w-was war das für ein Trank?", fragte sie lallend.
Severus sah zu ihr, rutschte auf den äußersten Rand des Sessels und strich ihr über den Kopf, „ein starker Schlaftrank."
„Als wäre die Schlafmütze nicht schon so immer müde", scherzte Lazarus und setzte sich auf die hintere Lehne der Couch, sah auf sie mit einem amüsierten Lachen.
„Lazarus?", hauchte Hermine und drehte sich unbeholfen nach hinten, von wo die Stimme kam.
„Du siehst mich an, als hättest du mich das erste Mal in deinem Leben gesehen", meinte Lazarus und lachte, ließ sich auf die Couch fallen, Hermine klammerte sich an ihn. Lazarus sah sie verwirrt an.

„Hermine, du weißt schon, dass Severus auch noch im Raum ist, oder? Das könnte eine komische Stimmung zwischen ihm und mir erzeugen", meinte er charmant und sah zu Severus, dann wieder zu Hermine.
Hermine schwirrte der Kopf immer mehr, sie hielt sich den schwirrenden Kopf wieder und Lazarus sah skeptisch auf sie.
„Ist das eine Nebenwirkung des Tranks?", wollte er wissen.
„Möglicherweise", meinte Severus trocken und sah zu Dumbledore.
Der ganze Raum triefte vor Verwirrtheit, Lazarus schob es auf den Vorfall von gerade eben.

Er löste Hermines Hände von seiner Weste und legte sie in ihren Schoß, „also... du solltest erstmal wieder bei klarem Verstand sein, wenn du dich dann immer noch an mich klammern willst, solltest du das mit Severus absprechen...", er lachte und stand auf. Hermine sah mit einem glasigen Blick auf ihn, dann zu Severus.
Severus sah auf Albus und Albus auf Lazarus.
„Ich werde mir mal die Zwillinge schnappen.", meinte dieser und verließ gut gelaunt Severus Räume.
„Kein Feuerwerk oder Weasleys-Scherzartikel in den Mauern!", rief ihm Albus hinterher.

Hermine konnte sich nicht mehr aufrecht halten und ließ sich wieder in die Couch fallen. Ihre Augen waren so schwer, als würden sie von einem Tonnenschweren Gewicht heruntergezogen werden. Ihr Geist war konfus, Gedanken stolperten übereinander, machten ihre Überlegungen noch unübersichtlicher, als sie sowieso schon waren.
Sie kämpfte nicht länger dagegen an und fiel wieder in einen tiefen Schlaf.

„Was ist passiert?", frage Severus leise an Albus gewandt. Er stand am Fenster, Severus stellte sich zu ihm.
„Er wollte sich nicht das Leben nehmen", meinte er lächelnd.
„Das beantwortet meine Frage nicht.", sagte Severus immer noch leise, aber etwas gepresster.
„Ich kann dir nur sagen, dass Lazarus für einen kurzen Moment sehr durcheinander war... aber das hat sich gelegt.", meinte er und seine Augen blitzten auf. Er drehte sich leicht um und sah auf Hermine, etwas Wehmütiges legte sich auf sein Gesicht, dann sah er auf Severus, der seinem Blick gefolgt war.
Sein Gesicht war immer noch besorgt.
„Es geht ihr gut, lass sie sich ausschlafen. Die Sorge um Lazarus ist vorüber...", meinte Albus und wollte ihn damit aufheitern.
Severus sah wieder zu Albus und nickte.

„Was für ein Tag...", sagte er und strich sich über die Augen. Er lehnte sich an die Fensterbank.
„Das wird sich nicht wiederholen.", Albus sah zu Severus, „Mr Nott wird sich vor dem Zaubergamot verantworten müssen. Auch wenn die Familie Nott ähnlich hoch angesehen wird wie die Malfoys, sie stehen unter Beobachtung.
Noctaris Vater wurde nach der Schlacht in der Mysteriumsabteilung nach Askaban gebracht. Seine Mutter besuchte ihn regelmäßig, vermutlich hat er sie dazu gebracht, die Lehre und Philosophie Voldemorts weiter an seinen jüngsten Sohn zu geben...", meinte Albus.

Severus presste die Kiefer aufeinander, er seufzte laut auf.
Er konnte sich an den Tag erinnern, er selbst musste in seiner Todesser Robe ebenfalls in die Mysteriumsabteilung.
Voldemort gab Malfoy den Auftrag die Prophezeiung zu holen, aber er vertraute ihm schon da nicht mehr völlig und schickte Severus hinterher.
Severus erinnerte sich daran, dass es Hermine war, die Noctaris Vater, für sie natürlich unbekannt, mit einem heftigen Fluch gegen die Wand der Abteilung schleuderte. Er war schwer verletzt und wurde von drei Auroren gefasst, die ihn daraufhin nach Askaban brachten.

„Ich hoffe, du machst dir keine Vorwürfe, Severus. Du kannst froh sein, dass Lazarus dich zurückgehalten hat. Trotz allem, war Noctaris ein Schutzbefohlener. Ich möchte meinen besten Professor nicht wegen so etwas verlieren.", seine Worte waren streng.

Severus nickte, er wollte nicht weiter mit Albus diskutieren. Er war froh, dass nichts Schlimmeres passiert war.
Albus verabschiedete sich und verließ die Räume.

Schlimmstenfalls wird alles GutWo Geschichten leben. Entdecke jetzt