Kapitel 89: Der neue alte Schulleiter von Hogwarts

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Als sie in den Gang des Kerkers traten und die Treppen hinauf liefen, war Hogwarts von einer unerklärlichen Unruhe erfüllt.
Die Geister der Häuser flogen aufgeregt durch die Gänge und Räume der Schule, die Große Halle war geschmückt, wie sonst nur an besonderen Anlässen.
McGonagall hatte alle Schüler und Lehrkräfte zum Frühstück gebeten. Severus und Hermine gingen ahnungslos zu ihren Plätzen am Lehrertisch.
Es standen einige Stühle mehr an ihm, Kingsley Shacklebolt war da, so wie alle noch lebenden Mitglieder der 1. und 2. Orden des Phönix, der Zaubereiminister begrüßte Hermine und Severus herzlich und fragte die beiden, ob sie wüssten, was los sei. Beide verneinten, hatten aber so eine Ahnung.

Neville, der neben Professor Sprout saß, blickte ratlos zu Hermine, diese zuckte nur mit den Schultern.
Harry, Ron, Ginny und George standen neben Molly, Arthur und Teddy. Ron sah betroffen zu Hermine, die ihm aufmunternd zulächelte. Severus vermied es, in die Richtung zu blicken.
Firenze, der Zentaur aus dem Verbotenen Wald war ebenfalls da, so wie Professor Slughorn, natürlich Hagrid, Rita Kimmkorn und allerlei Hexen und Zauberer die irgendwie Rang und Namen hatten. Lazarus hielt sich recht verdeckt in einer der Ecken auf, er wollte nicht mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen, als nötig war.

Professor McGonagall trat ans Rednerpult und es wurde ganz still in der Halle.
„Liebe Schüler, Kollegen, sehr verehrte Gäste. Es freut mich, Sie alle hier so zahlreich begrüßen zu dürfen. Es gibt eine wichtige Neuigkeit, die ich Ihnen nicht länger vorenthalten will und kann.
Mit dem heutigen Tage trete ich als Direktorin der Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei zurück.
Ich werde, wie zuvor auch, die stellvertretende Schulleitung sein.", aufgeregtes Getuschel erfüllte die Luft und brauste auf, wie eine Welle auf rauer See.
McGonagall räusperte sich, es wurde wieder leiser.
„Ich danke Ihnen allen, für das Vertrauen, welches mir in den letzten Jahren entgegen gebracht wurde. Sie waren eine große Stütze. Ich gebe nun das Wort an den neuen Direktor von Hogwarts ab.", sagte sie und ging schnell zu ihrem Platz.

Der große Stuhl in der Mitte des Lehrertisches blieb leer und sie setzte sich links neben ihn.
Wieder wurde es laut in der Halle, das Getuschel flammte erneut auf, wurde aber jeher unterbrochen, als sich ein großer goldschattierter Phönix mit schwarzen Schwanzfedern auf das Rednerpult setzte.
Alle blickten gespannt zu ihm und auf das, was wohl kommen würde.

Kingsley erhob sich als erster von seinem Platz und besah sich den Vogel aus einiger Entfernung. „Bei Merlins Bart, das ist doch Fawkes.", nuschelte er leise.
Der Phönix breitete seine Schwingen aus und schrie laut auf, er schlug aufgeregt mit den Flügeln und ein starker Wind löschte jegliche Beleuchtung im Raum, die Fenster verdunkelten sich. Nur noch die Augen des Phönix erhellten den Raum.

Dann öffnete sich langsam die schwere Tür der Großen Halle, alle Augen flogen nach hinten. Sie erkannten nicht viel, außer viele kleine leuchtende Punkte auf einem Gewand.
Die Tür schloss sich wieder und die Person am Ende der Halle sprach laut, „Fawkes".
Niemand wagte es, auch nur ein Wort zu sagen.
Der Phönix stieß einen weiteren lauten Schrei aus, erhob sich dann, flog hoch zur Decke der Halle und als seine Schwingen die Decke berührten, verwandelte sie sich in ein Lichtermeer, welches die ganze Halle sofort in ein helles, warmes Licht tauchte.

Alle in der Halle hielten sich die Hand vor die Augen, da die vorherige Dunkelheit in völligem Kontrast zur neu entflammten Helligkeit stand. Der Phönix führte seinen Flug fort und landete auf einem ausgestreckten Arm eines Mannes.
Dieser Schritt durch den Flur der Tische und befand sich schließlich am Rednerpult, als die Anwesenden sich an die Helligkeit gewöhnt hatten.
Allen blieb der Atem weg.

Am Rednerpult vor ihnen, stand kein geringerer als Albus Percival Wulfric Brian Dumbledore, jener, der vor acht Jahren seinen Tod auf dem Astronomieturm fand.
Keiner konnte etwas sagen, sie sahen einfach nur perplex zum Rednerpult.
„Zu Anfang meiner Reden habe ich sonst immer um Ruhe gebeten, das scheint heute nicht nötig zu sein. Schön. Ich kann eure erstaunten Gesichter verstehen, vor euch steht kein Geist. Ich bin real und sehr lebendig. Für diejenigen unter euch, die mich nicht persönlich kennen, ich bin Professor Albus Dumbledore, Mitglied im Orden des Merlins, Begründer der Orden des Phönix, ehemaliger Schulleiter und mit dem heutigen Tag wieder ausführender Schulleiter von Hogwarts....", er blickte in die Runde der Schüler. Ein Lächeln legte sich auf die Züge von McGonagall, sie fühlte sich gut und stolz, diesen Tag miterleben zu dürfen.
Der Tag an dem Albus Dumbledore nach Hogwarts zurückkehrte und wieder Schulleiter war. Er fuhr in seiner Rede fort:
„Mein Schicksal wurde von 8 Jahren auf dem Astronomieturm hier besiegelt, ein treuer Freund hat mir damals einen gut überlegten Wunsch erfüllt, der mein Leben forderte. Wahrscheinlich fragen sich jetzt alle von euch, warum steht dieser offenbar verwirrte alte Mann jetzt vor uns und schwingt große Reden? Eine unerwartete Wendung der Geschehnisse hat die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verändert und mir eine 2. Chance gegeben. Ich stehe hier vor euch, weil eine ehemalige Schülerin mit einer Kraft beschenkt wurde und damit in die Vergangenheit reisen konnte, sie hat sich in Gefahr gebracht, um mich zu retten, um mich hier hin zurück zu bringen.

Liebe Schüler und Gäste, Herr Zaubereiminister, die Zauberwelt wird erneut von einer dunklen Macht bedroht, ein Obscurus ist auf der Bildfläche erschienen und wütet in unserer Welt, ich bitte und warne euch gleichermaßen nicht leichtfertig nach ihm zu suchen. Ihr könnt euch sicher sein, dass ich mich persönlich um diese Bedrohung kümmern werde. Eure Mienen sind besorgt, ich spüre Angst und Ungewissheit vor mir, hinter mir.
Der Obscurus wird die Mauern dieser Schule weder betreten noch erschüttern können. Bisher hat er keine Ahnung, wo sich Hogwarts befindet und das soll auch so bleiben. Die Auroren des Ministeriums werden sich in der Umgebung von Hogwarts aufhalten und Patrouille laufen. Die Professoren und ich werden Bannkreise um die Ländereien ziehen. Ihr werdet sicher sein!

Seid Gewiss, auch wenn ein Feuer brennt und lodert und zerstören kann... selbst aus dem Verbrannten kann wieder etwas gedeihen, wie ein Phönix, der aus seiner Asche aufersteht...und jetzt", er klatschte zwei Mal in die Hände, „ab zum Unterricht."

Niemand rührte sich, niemand sagte ein Wort. Ein plötzliches Geräusch, ein Kratzen von Holz über Holz riss alle in der Halle aus ihren Gedanken.
Hagrid war langsam aufgestanden, seine Augen waren Tränengefüllt, er sah glücklich zu Dumbledore und fing an in seine riesigen Hände zu klatschen.
Professor McGonagall stimmte dem Klatschen bei, danach Kingsley und die Ordensmitglieder. Immer mehr Schüler, stimmten dem Beifall bei, langsam wurde die Halle durch ein tosenden Beifall beschallt, selbst die Geister von Hogwarts wohnten dieser merkwürdigen Szene bei. Hermine lächelte glücklich, sie war ebenfalls aufgestanden und klatschte freudig. Severus Blick glitt durch die Reihen, er erwartete, wie sonst auch immer eine böse Überraschung. Aber niemand hätte auch nur den Mut gehabt, Dumbledore oder die Wiedereinführung anzugreifen oder zu stören. Hermine legte ihre Hand auf seine Schulter und beugte sich zu ihm herunter. Sie umarmte ihn und war einfach glücklich.

Hermine und Severus wurden erneut überrascht, als Dumbledore ein weiteres Mal in die Hände klatschte und die Wimpel von Hogwarts an der Decke das Motiv änderten.
Die Wimpel flatterten in einem Windzug, als sie wieder in Position hingen, erkannte Hermine, dass eine geflügelte Gryffindor-Löwin auf grünem Hintergrund stand. Mit geweiteten Augen und offenem Mund starrte sie nach oben, dann zu Professor Dumbledore.

Sie hörte seine Stimme in ihrem Kopf, als er ihr zulächelte, „die Ehre gebührt dir."
Sie sah schnell zu den Weasleys und Harry. George und Ron kamen ebenfalls aus dem Staunen nicht mehr heraus, war es ja immerhin Georges Feuerwerk, welches hier quasi gezeigt wurde. Sie fragten sich alle gleichermaßen, woher Dumbledore dieses Bild hatte.

Severus zog ungläubig eine Augenbraue nach oben und sah zu McGonagall, die ebenfalls recht verwirrt schien.
Neville lag auf der Erde und wurde von Professor Sprout umsorgt, er war wohl umgekippt, als Dumbledore den Raum betreten hatte.
Hagrid stapfte zu Professor Dumbledore, schnäuzte wieder einmal in sein überdimensionales Taschentusch und drückte ihn an sich. Dumbledore wusste gar nicht, wie ihm geschah und versuchte Hagrid irgendwie zu trösten und aufzuheitern.

Schlimmstenfalls wird alles GutWo Geschichten leben. Entdecke jetzt