Sie lachte leicht, „du bist schön", sagte sie nun etwas lauter und aus Severus' Gesicht verschwanden alle Züge, nur noch Verwunderung lag in seinen Augen.
Er blickte in das Rehbraun, in ihnen lag nichts als Wahrheit und Liebe, ihr Gesicht war freundlich, meinte sie das gerade ernst?
Als Severus erkannte, dass sie es durchaus ernst meinte, passierte etwas, was ihm schon sehr lange nicht mehr passiert war.
Er errötete.
Es war ihm sichtlich peinlich und er räusperte sich, wollte sich aufsetzen, doch Hermine hielt ihn davon ab.
„Severus...", meinte sie lachend, legte ihre Arme um seinen Oberkörper und zog ihn wieder zu sich.
Er war unsicher, fühlte sich etwas überfordert durch dieses Kompliment, was sehr wohl ernst gemeint war, was es für ihn noch schlimmer machte.
Brust an Brust lagen sie beieinander und Severus entspannte sich nach und nach wieder. Er atmete tief ein und aus.
Hermine sah zu ihm auf, lächelte immer noch, sie küsste ihn auf die Lippen und nahm ihm die restliche Anspannung.
„Du küsst mich, du schläfst mit mir, ich kenne dich nackt, du sagst, dass du mich liebst, aber wenn ich sage, dass du schön bist, dann ist dir das peinlich...", meinte sie zusammenfassend und lachte dabei kopfschüttelnd.
Er nuschelte etwas Unverständliches, Hermine meinte, „das kommt auch nicht so oft vor", gehört zu haben, fragte aber nicht weiter nach.
Sie legte ihre Wange an seine Brust und besah sich die zarte Haut, strich über eine kleine Narbe auf seiner rechten Seite.
Hier und da zierte vereinzelt ein kleines Muttermal seine schöne Haut.
„Magst du etwas essen?", fragte er unbeholfen. Irgendwie wollte er von dieser Situation ablenken.
Hermine zog eine Schnute und nickte, sie löste sich von ihm, setzte sich auf die Bettkante. Severus sah ihr hinterher, er seufzte.
„Hermine...", meinte er dunkel.
Sie drehte den Kopf leicht in seine Richtung, sah ihn aber nicht an, „ist schon gut.", es tat ihr leid, dass sie ihn damit offensichtlich verschreckte, auch wenn sie es nicht verstand, was ihn daran so störte.
Er schlug sich innerlich vor dir Stirn, setzte sich auch an die Bettkante auf seiner Seite. Sie saßen sich mit dem Rücken gegenüber und bereuten beide das, was sie gesagt hatten.
Sie stand auf, ging schnellen Schrittes um das Bett herum, sie zog sich das Pyjama- Oberteil näher um den Körper.
Er presste die Kiefer aufeinander und sprach sie noch einmal an, „Hermine.", sie blieb an seiner Seite stehen und wartete.
Er atmete laut aus, irgendwie musste alles immer noch so kompliziert sein.
Sie erkannte seinen inneren Konflikt und sprang über ihren Schatten, ging zu ihm und legte eine Hand in seinen Nacken.
„Ich werde dich weiter schön finden, auch wenn es dir nicht gefällt...", sagte sie.
„Es gefällt mir-"
„Ach jetzt doch?"
„Nein..."
„Mh?"
„Doch.... Du machst mich wahnsinnig.", meinte er und sah sie verzweifelt an.
Sie konnte nicht anders als loszulachen. Er sah sie weiter verzweifelt an.
„Ich liebe dich... da ist es doch nur von Vorteil, dass ich dich schön finde.", sagte sie lachend und strich ihm eine Strähne aus dem Gesicht.
Er legte den Kopf schief und lächelte leicht.
„Ich dich auch. Ich muss dir ja nicht sagen, dass du schön bist.", meinte er und sah zu Boden.
„Schade, ich höre es so gerne aus deinem Mund.", sie sah gespielt traurig zu ihm.
Er blickte auf, legte eine Hand an ihre Hüfte und zog sie etwas zu sich.
„Du bist so wunderbar schön. So schön.... Die schönste Frau, die ich kenne.", sagte er dunkel und langsam.
„Severus... ich hab es ernst gemeint.", sie drehte sich etwas aus seinem Griff.
„Ich meine es auch ernst.", er zog sie wieder zu sich und sah ihr fest in die Augen.
„Du bist die schönste Frau... und ich habe das unfassbare Glück, dass du ausgerechnet mich ausgewählt hast. Ein Wort über Schönheit aus deinem Mund ist wie...-"
„Wie... ein Lob für einen Zaubertrank aus deinem Mund?", fragte sie mit einem Schmunzeln.
„So ungefähr...", er nickte.
Sie beugte sich zu ihm runter und flüsterte an sein Ohr, „Severus... du bist schön.", als sie sich wieder aufstellte, blitzte etwas in ihren Augen.
Er senkte den Blick, sah auf ihren Bauch, strich sanft darüber, sie lächelte und setzte sich auf sein Bein. Legte einen Arm um seinen Nacken, schob sich nah an ihn und küsste ihn.
„Dagegen kannst du nichts machen...", flüsterte sie leise, als sich ihre Lippen lösten. Sie lehnte seine Stirn an ihre und sie spürte ein leichtes Kopfschütteln.
Er genoss die uneingeschränkte Nähe zu ihr, die Akzeptanz, den Respekt, die Liebe für ihn. Er vergrub sein Gesicht in ihren Locken und nahm einfach nur den wunderbaren Duft ihrer Haare in sich auf.
Auch Hermine verlor sich in diesem Moment in seiner Nähe, sie liebte es so nah ihn gekuschelt zu sein, die Wärme, die er ausstrahlte, die Geborgenheit, die sie jedes Mal empfand, wenn er seine Arme um sie legte.
„Können wir essen?", fragte sie nach einer Weile, ihr Magen knurrte ziemlich laut.
Er sah auf und lachte leicht, „ja, wir können essen."
Hermine stand auf, zog ihn mit sich und zusammen gingen sie in sein Wohnzimmer. Hermine setzte sich an den Tisch, knöpfte sich den Pyjama wieder zu, Severus bestellte Frühstück für sie beide, kurz danach kam Roxy mit einer gefüllten Platte und sah geradewegs zu Severus, der auch gerade sein Oberteil zuknöpfte, sie sah schnell zu Hermine und wünschte beiden einen Guten Morgen, dann stellte sie das Frühstück auf den Tisch und verschwand so schnell wie sie gekommen war.
Die beiden frühstückten und unterhielten sich angeregt, was für sie beim Frühstück recht unüblich war.
„Guten Morgen ihr beiden!", flötete plötzlich ein gut gelaunter Albus Dumbledore, der am Kamin stand und sie ansah.
Hermine schmiss fast das Brot aus der Hand, Severus verschluckte sich am Kaffee.
Albus lief schnell zu ihm und klopfte ihm auf dem Rücken, „das kommt weil du deinen Kaffee immer so runterstürzt...", meinte er kopfschüttelnd.
„Das kommt... weil du einfach... in meinen Räumen stehst.", sagte er hustend und stand auf, wehrte sich gegen das Klopfen. „Was soll das schon wieder?"
„Hermine, du solltest die Aprikosenmarmelade das nächste Mal probieren, die ist köstlich, schmeckt ein wenig nach Zitronenbrause...", seine Augen funkelten aufgeregt.
„Beim nächsten Mal... versprochen.", sagte sie leicht lachend.
„Al-bus", betonte Severus langsam.
„Du übernimmst bitte gleich Remus Klassen.", sagte er mit einem freundlichen Lächeln.
„Warum sollte ich das machen?", fragte er mit zusammengekniffenen Augenbrauen.
„Weil der Schulleiter es dir aufträgt", meinte Albus und sah ihn streng an, die Stimmung war sofort recht kühl.
„Geht es Remus nicht gut?", fragte Hermine und sah besorgt zu Dumbledore.
„Es ist wieder die Zeit... heute ist der schlimmste Tag für ihn. Tonks und Teddy sind zu ihrer Mutter gereist.", sagte Dumbledore freundlich und besorgt zu Hermine.
„Aber er nimmt doch den Trank... oder nicht?"
„Ja, den nimmt er, aber aus irgendeinem Grund geht es ihm trotz Trank an diesen Tagen sehr schlecht. Er verwandelt sich nicht in einen Werwolf, aber da ist trotzdem diese Wut in ihm...", er strich sich gedankenverloren über den Bart.
„Wann ist die erste Stunde?", fragte Severus zerknirscht.
„In 10 Minuten", meinte Albus, drehte sich zu Severus und amüsierte sich über seinen Gesichtsausdruck, „Hufflepuff und Slytherin. Danach Ravenclaw und Slytherin und danach Gryffindor... ja und dann hast du ja deine eigene Klasse Zaubertränke.", Severus sah ihn ungläubig an.
„Zieh dir aber etwas an, Severus... sonst sehen die Irrwichte wieder aus wie du.", sagte Albus noch und konnte ein Lachen nicht unterdrücken.
Hermine presste die Lippen aufeinander, sie musste an Nevilles Irrwicht denken, Severus in den Anziehsachen von Nevilles Oma.
Severus sah böse auf Albus, „und was ist mit-"
„Hermine wird sich schon beschäftigen können. Sie ist schon groß.", sagte Dumbledore und blickte zu Hermine.
Hermine wusste schon ganz genau, was sie machen wollte, was sie Severus aber nicht sagen konnte, sonst würde er sie hier festketten.
Dumbledore musste ihre Gedanken gehört haben, denn ein zustimmendes Glitzern legte sich kurz über seine Augen, dann nickte er ganz leicht.
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Schlimmstenfalls wird alles Gut
Fanfiction7 Jahre nach Ende des Krieges- Hermine, Ron und Harry arbeiten im Ministerium. Ron und Harry sind gefragte Auroren, Hermine hat ein Studium in Zaubertränke und Arithmantik abgeschlossen. Ihr Leben verläuft ruhig bis zu dem Tag, an dem sie vom Minis...
