Sie nickte und senkte den Blick.
„Wer und wie?", wollte er wissen.
„Fred durch eine Explosion, ich kannte den Todesser nicht. Abraxas hat ihn außer Gefecht gesetzt... Tonks durch Bellatrix... Remus durch Dolohow."
Er sah aus dem Fenster, atmete laut aus.
„Teddy wäre ohne Eltern aufgewachsen... hätten sich Harry und Ginny um ihn gekümmert?", fragte Severus in Gedanken.
„Ja... sie haben sich fantastisch um ihn gekümmert. Er war ein toller kleiner Junge.", meinte Hermine und strahlte bei dem Gedanken daran.
„Teddy ist immer noch großartig", meinte Severus und lächelte, „Harry und Ginny erwarten ebenfalls ein Kind. Es dürfte nicht mehr lange dauern."
„Was ist nach der Schlacht passiert? Hast du dich mit Remus ausgesprochen?", fragte Hermine, ihr fehlten diese Informationen.
„Ja, er hat sich ebenfalls die Erinnerung angesehen, die ich Harry gegeben hatte. Nachdem du mich gerettet hast und danach Hogwarts verlassen hast, haben Remus und ich alles aus der Welt geschafft, was damals passiert ist. Er war immer schon derjenige, der eher Fehler verziehen hat.
Wir haben uns beide für unsere Taten entschuldigt, Teddy kommt oft zu mir, oder viel mehr zu uns. Harry ist weiter sein Patenonkel geblieben. Remus hat auch McGonagall auf die Idee gebracht, dich für das Projekt zu gewinnen.", sagte er und sah sie an.
Es hatte sich doch recht viel geändert, sie sah verwirrt auf den Bademantel.
„Es hat sich etwas verändert, oder?"
Sie nickte, Tränen stiegen in ihre Augen. Sie fühlte sich sehr überfordert.
„Niemand weiß, wie es ohne die drei war, nur ich. Niemand hat mehr eine Erinnerung an den Schmerz, nur ich. Ich fühle mich so allein. Verstehst du das? So... anders.
Wenn ich Remus und Tonks sehe, hab ich als erstes ein Bild von ihren toten Körpern im Kopf, wie sie da lagen, auf der Bahre in der Großen Halle, die Köpfe zueinander gedreht, die Hände berührten einander fast, aber sie konnten sich nicht erreichen.
Ich sehe Georges Trauer vor mir, wie er zusammengebrochen ist, als er seinen Zwilling auf der Bahre liegen sah. Wie alle Weasleys um ihn herumstanden, wie eine Welt für sie zusammen gebrochen ist.
Wie Teddy regelmäßig mit Harry nach Hogwarts ging, um seine Eltern in den Portraits zu sehen.
Wie George mir sagte, dass er seit 7 Jahren nicht mehr in den Spiegel sehen konnte, weil er Fred sah... ich habe das Gefühl zu explodieren. Es treffen so viele verschiedene Emotionen aufeinander. Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Es war anders, als wir Albus hier her gebracht haben, wir waren alle auf demselben Stand. Aber das jetzt...", Hermine beugte sich nach vorne, als wäre die Last auf ihrem Herzen zu schwer, um sie zu tragen.
Severus sah hilflos auf sie. Er verstand was sie meinte, aber er konnte sich nicht mal im Ansatz vorstellen, was sie alles fühlte und wie sehr es sie belastete.
„Sag mir was ich machen kann", forderte er sanft von ihr.
Sie fing an zu weinen, sie weinte die ganzen angehäuften Emotionen aus sich heraus. Sie fing an zu schreien und zu toben, ihre Augen glühten, ein ungeheurer Druck staute sich in ihr auf und mit einem Mal schoss er aus ihr heraus, Blitze legten sich auf Severus, schmiegten sich an seinen Körper, als würden sie ihn schützen wollen, eine Druckwelle zerstörte das Glas des Fensters und wirbelte die Vorhänge heftig umher.
Severus schützte sein Gesicht und drehte sich vom Fenster weg.
Die Atmosphäre, die sich um ihn gelegt hatte, schützte ihn vor den Splittern, die im ganzen Raum verteilt wurden.
Kraftlos ließ Hermine sich wieder in die Kissen fallen. Ihr Gesicht war matt und fahl.
„Was ist passiert?", fragte Dumbledore, der aus dem Nichts in Severus Schlafzimmer aufgetaucht war und Severus einen halben Herzinfarkt bescherte.
„BEI SALAZAR, ALBUS", brüllte er und musste sich zwingen ihn nicht aus dem offenen Fenster zu schmeißen.
„Severus, was ist passiert?", wollte der Schulleiter wissen.
„Ich weiß es nicht, sie sagte, dass sie damit nicht klar kommt...", sagte er fahrig, strich sich durch die Haare.
„Womit kommt sie nicht klar?", hakte er nach.
„Sie hat die Erinnerungen, dass Nymphadora, Remus und Fred bei der Schlacht gestorben sind, sie freut sich, dass sie leben, aber sie wäre die einzige, die diese Erinnerungen an das Schlechte hat. Sie sieht Remus und Tonks vor sich, tot, wie sie auf der Bahre liegen. Genau wie Fred und die zusammenbrechenden Weasleys. Georges Trauer... sie ist überfordert. Dann hat sie angefangen zu weinen und zu schreien und dann hat diese Druckwelle das ganze Chaos hier angerichtet...", er sah sich um. Die Situation überforderte ihn selbst aufs Äußerste.
Er behielt sonst immer einen kühlen Kopf und konnte Lösungen finden, für alle möglichen Probleme. Aber sie zu sehen und nicht zu wissen, was er machen sollte, machte ihn wahnsinnig.
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Schlimmstenfalls wird alles Gut
Fanfiction7 Jahre nach Ende des Krieges- Hermine, Ron und Harry arbeiten im Ministerium. Ron und Harry sind gefragte Auroren, Hermine hat ein Studium in Zaubertränke und Arithmantik abgeschlossen. Ihr Leben verläuft ruhig bis zu dem Tag, an dem sie vom Minis...
