Kapitel 74: Ein Phönix kommt jedem Dumbledore zu Hilfe, der Beistand benötigt

1.6K 96 5
                                        


Harry, Ginny und Ron begrüßten Remus, Tonks und Fred. Harry fiel als erstes auf, dass das Portrait von Professor Dumbledore leer war.
„Wo ist Professor Dumbledore?", fragte er und zeigte auf das Bild.
Professor McGonagall lächelte leicht und ein Blitzen huschte über ihre Augen.
„Da, wo er sein sollte.", sagte sie geheimnisvoll und Harry sah verwirrt zu der Schulleiterin. Hermine und Severus hielten sich im Hintergrund.
Remus und Tonks wirkten glücklich und lachten leicht auf, auch Fred musste Schmunzeln.
Harry verstand nicht, ebenso wenig wie Ginny und Ron.

Professor McGonagall sah zum Fenster hinaus, ging schnell an die Fensterbank und öffnete die großen Fenstertüren.
Harry konnte seinen Augen nicht trauen, ins Büro der Schulleiterin flog Fawkes. Der Phönix der Hogwarts vor acht Jahren verlassen hatte, kam zurück.
Harry ging fassungslos zu ihm und streichelte ihm über das Gefieder. Fawkes schnatterte aufgeregt und streckte seinen Kopf zu Harry.
Der Phönix schwang plötzlich aufgeregt seine Flügel und stieß einen hellen Schrei aus, er schien Feuer zu fangen, aber anders als sonst.

Er ging in Flammen auf, verbrannte aber nicht zu Asche, sein Gefieder wechselte offenbar die Farbe, das Rot-Orange wurde von einem Amber ersetzt, mit unterschiedlichsten Goldschattierungen. Seine Schwanzfedern waren nicht länger golden, sondern schwarz. Selbst Severus und Hermine starrten gebannt auf das Geschehen vor ihnen.
„Ein Phönix kommt jedem Dumbledore zu Hilfe, der Beistand benötigt.", kam es von einer Stimme über den Köpfen der Anwesenden.

Perplex starrten Ginny, Harry und Ron nach oben und erkannten einen strahlenden Albus Dumbledore, sein Gewand war dunkel und gespickt von kleinen leuchtenden Punkten.
Es schien, als hätte er das Universum in ein Geraderoben-Stück verwandelt.
Seine blauen Augen leuchteten ebenso stark wie die Sterne auf dem dunklen Hintergrund der Robe.
Hätte Hermine ihn nicht selbst zurückgebracht, hätte sie nicht geglaubt, dass es wirklich Dumbledore war, der dort oben stand und auf sie herunter sah.

Der verwandelte Fawkes erhob sich, flog zu Dumbledore und setzte sich auf das Geländer der Brüstung, an der Dumbledore stand. Dumbledore besah sich Fawkes, strich ihm gütig über das Gefieder und kitzelte den Hals des Phönix, was dieser mit einem fast lachenden Schnattern kommentierte.
„Schön, dass du wieder hier bist, mein treuer Freund.", sagte Dumbledore zu dem Vogel, dieser rieb leicht seinen Kopf an Dumbledores Wange.
Dumbledore lächelte glücklich, sah dann auf seine ehemaligen Schüler und das Lächeln wurde noch breiter.

„Harry... mein lieber, guter, mutiger Harry. Was soll ich nur sagen? Wie kann ich das jemals wieder gut machen?", er ging langsam die Treppe herunter und stellte sich neben Professor McGonagall an den Schreibtisch, genau gegenüber von Harry, er sah ihn stolz und liebevoll an.
„Wie ich sehe, warst du auch ohne mich recht erfolgreich und das noch in doppelter Hinsicht..", meinte Albus und schmunzelte zu Ginny.
„Herzlichen Glückwunsch Ginny!", sagte er, er ging auf die junge Hexe zu und nahm sie herzlich in den Arm.
„Ronald! Du hast immer noch den Deluminator bei dir, oder?", fragte er und klopfte ihm auf die Schulter.
Perplex nickte Ron nur. Hermine glaubte, mindestens einer der drei, würde gleich ohnmächtig werden.
Harry löste sich als erster aus dieser Starre und sprach Dumbledore an.
„Das ist nicht möglich. Wir träumen, oder? Severus, hast du uns draußen einen Trank gegeben?", fragte er aufgebracht und sah zu Hermine und Severus.
„Ihr habt euch mittlerweile vertragen?", fragte Dumbledore entzückt und sah zwischen Harry und Severus hin und her. Harry lief aufgeregt im Büro auf und ab, er konnte keinen klaren Gedanken fassen.
„Albus... das ist nicht der richtige Zeitpunkt für Späße", meinte Severus und sah ihn an. Albus nickte, er hob beschwichtigend die Hände und meinte, „du hast Recht Severus. Harry, bitte lass mich euch erklären, wie es möglich ist, dass ich hier vor euch stehe. Hermine, magst du vielleicht zu mir kommen? Immerhin bist du zum größten Teil daran beteiligt."

Harry, Ginny und Ron sahen zu Hermine, diese errötete leicht. Severus drückte ihre Hand kurz und nickte. Hermine schluckte und ging zu Dumbledore. Professor McGonagall hatte sich derweil an den Schreibtisch gesetzt und hörte aufmerksam zu.
„Hermine ist mit Hilfe von Abraxas und einem alten Freund in die Vergangenheit gereist und hat mich vor dem Todesfluch gerettet, bevor dieser mich treffen konnte. Dabei hat sie dich Harry und Severus mit einer falschen Erinnerung bestäubt."
„Was? Was für eine falsche Erinnerung?", fragte Harry immer noch aufgebracht.
„Ihr solltet alle denken, dass Severus Professor Dumbledore mit dem Unverzeihlichen von der Brüstung geschleudert hat. Abraxas hat die Zeit angehalten, bevor der Fluch Professor Dumbledore treffen konnte. Damit hattet ihr alle dasselbe gesehen. Severus hat den Todesfluch vermeintlich auf ihn gerichtet, so wie Voldemort es wollte.
Lazarus hat euch mit einem Trank und einem Zauber belegt, damit ihr diese Erinnerung so beibehaltet. Professor Dumbledore hat dann noch dafür gesorgt, dass ein Abbild seiner Leiche auf der Erde vor dem Astronomie-Turm lag. Das haben wir völlig vergessen Sir, Danke.", sagte Hermine und wandte sich am Ende zu Dumbledore um.
„Wer oder was sind Abraxas und Lazarus?", wollte Ron verwirrt wissen.
„Lazarus, würdest du bitte in das Büro der Schulleitung kommen?", fragte Dumbledore laut in den Raum hinein und alle bis auf Hermine und Severus sahen ihn an, als wäre er nun völlig übergeschnappt.
„Abraxas ist ein Freund von uns. Er ist das Oberhaupt einer Rasse, ein fliegendes Wesen mit magischer Geschichte.. ein Abraxaner, mit der Fähigkeit durch die Zeiten zu gelangen. Hermine und Lazarus sind auf ihm in die Vergangenheit gereist.", meinte Dumbledore vergnügt und linste über seine Halbmondbrille.
„Ich versteh gar nichts mehr..", sagte Ginny, hielt sich den Kopf und schwankte. Severus war schnell bei ihr und stützte sie. Er zauberte einen Stuhl und setzte sie darauf, Ginny nahm seine Hand und drückte sie zum Dank.
Dumbledore ließ mit einer Handbewegung für jeden eine Tasse Tee erscheinen und nippte an seiner.

Ein leises Klopfen riss ihn aus seinen Gedanken und mit einem lauten, freundlichen „Herein!", bat er Lazarus in das Büro.
Dieser trat mit einem Grinsen auf dem Gesicht in den Raum und ging gut gelaunt zu Hermine und Dumbledore.
Er verneigte sich vor Harry, Ginny und Ron und gab Professor McGonagall einen Handkuss und eine tiefe Verbeugung.
„Lazarus von Bethanien", sagte er in seiner engelsgleichen Stimme und sowohl Ginny als auch McGonagall hingen an seinen Lippen. Hermine musste schmunzeln, Severus verdrehte die Augen.
Harry zog die Augenbrauen zusammen, „Lazarus von Bethanien... war das nicht eine Bibelfigur?", fragte er misstrauisch.
Lazarus nickte, „in der Tat. Man bringt meinen Namen aber meist mit einem bestimmten Effekt in der Tierwelt in Verbindung.", sagte er lächelnd.
„Der Lazarus-Effekt", meinte Ginny verträumt.
Lazarus lachte, „ja genau. Er beschreibt das Auftauchen totgeglaubter Tierarten. In der Bibel steht mein Name neben dem von Jesus Christus. Ich war der erste Mensch, der durch Christus wieder von Toten ‚auferstanden' ist."
„Du bist ein Vampir, oder?", fragte nun Remus an der Wand, er hatte Lazarus genau beobachtet und seine Wirkung auf die Anwesenden.
„Sie müssen der Werwolf sein... Professor Lupin.", sagte Lazarus zum Portrait.
„Remus reicht", meinte dieser lachend.
„Remus in Ordnung... Ja du hast recht, ich bin einer... und ein Alchemist.", sagte Lazarus schmunzelnd.
Dumbledore lächelte vergnügt vor sich hin, „Nicolas hat immer sehr anerkennend über dich gesprochen. Er sagte, du hättest ihm einige Geheimnisse der alten Zeit anvertraut."
„Nicolas Flamel war ein wirklich sympathischer und sehr fähiger Zauberer und Alchemist. Es ist mir immer noch eine Ehre, ihn kennengelernt haben zu dürfen.", er legte eine Hand feierlich auf seine Brust.
„Ja das stimmt.", meinte Dumbledore, „wie dem auch sei. Ich danke euch beiden noch einmal, dass ihr dieses Risiko auf euch genommen habt. Und dir Severus, danke ich für den Trank. Habt ihr noch Fragen?" und sah vergnügt auf die drei ehemaligen Schüler vor sich, die verdatterter nicht hätten gucken können. Selbst McGonagall war überrascht vom Auftauchen des Vampirs und fragte sich wohl innerlich, seit wann er hier im Schloss wäre und warum ihr das nicht vorher aufgefallen war.

Schlimmstenfalls wird alles GutWo Geschichten leben. Entdecke jetzt