Die ganzen Jahre habe ich Time immer den Rücken frei gehalten, habe ihn unterstützt und gedeckt, doch er hatte mich immer nur verletzt und missachtet. Ich war fertig mit ihm und diese Aktion heute, hielt mir vor Augen, dass es ihm immer nur um ihn ging. Ich war es leid, meine Energie für ihn zu verschwenden. -Das ist mein Leben und meine Entscheidung. Du hast kein Recht darüber zu urteilen. Und vor allem will ich nie wieder ein schlechtes Wort über Vegas hören! Ich liebe ihn und das solltest du endlich akzeptieren.-
Time sah mich erschüttertert an. Er schüttelte leicht seinen Kopf und stellte seine Tasse ab. -Es tut weh, dass du so schnell mit uns abgeschlossen hast. Du hast von heute auf morgen alles weggeworfen, was wir hatten und dich am selben Tag dem nächsten an den Hals geworfen!- Danach sah er Vegas an. -Tay kann nicht wirklich lieben. Er macht dich abhängig von ihm, bis er entscheidet, dass du ihm nicht mehr würdig bist. Das wirst du auch eines Tages erkennen und dann denk an meine Worte.- Und dann ging er, aber er ließ es sich nicht nehmen, Geld für die Getränke auf den Tisch zu pfeffern.
Traurig und verunsichert sah ich Vegas an. -Das stimmt nicht. Bitte glaub ihm nicht.- Meine Stimme war belegt. Times manipulative Art hatte ich verdrängt, allerdings wurde sie mir gerade auf einem Silbetablett vorgeführt. Unsicher sah ich Vegas an und versuchte seine Augen zu lesen. Was war, wenn er Time glaubte? Es war ein Fehler, Vegas mitzubringen. Doch sobald ich meinen Satz beendet hatte, nahm er mein Gesicht in seine großen Hände. -Das weiß ich. Ich würde ihm niemals auch nur ein Wort glauben.- sagte er und küsste mich.
Vegas wollte meine Stimmung wieder anheben und schleppte mich in die Straße mit meinen Lieblingsgeschäften. Hand in Hand spazierten wir an den Schaufenstern vorbei und meine Laune wurde wirklich besser. Wir gingen in 2 Läden, in denen ich ein paar schlichte Jacken und zwei Hosen fand. Mit den Tüten liefen wir weiter, bis wir Macau plötzlich sahen. Gerade als Vegas ihn rufen wollte, hielt ich ihm den Mund zu. Es war in letzter Sekunde denn im selben Moment kam ein weiterer junger Mann dazu, der Macau einen Becher hin hielt und ihm lächelnd durch die Haare fasste. -Wer ist das?- fragte Vegas und ging einen Schritt näher auf ihn zu. Doch ich hielt seine Hand fest und zog ihn zurück zu mir. -Was machst du? Blamier ihn jetzt nicht. Wir können ihn später fragen. Komm!- forderte ich ihn auf und zog ihn in den nächsten Laden. Es war ein Suppenhaus, nicht meine beste Wahl aber ich musste ihn aus Macaus Sichtfeld nehmen. -Lass uns was essen.-
Mit den Worten hatte ich Vegas wieder bei mir. Er sah sich im Laden um und nickte sofort. Ein junges Mädchen kam zu uns und führte uns zu einem Tisch. Wir bestellten Nudelsuppe und ich nahm Vegas Hand in meine. -Was stört dich gerade?- fragte ich ihn ernst. Macau war kein Kind mehr und der Junge sah nett aus. Außerdem könnte es auch sein Pate aus der Schule sein. Jeder jünger Schüler bekam einen älteren zugeteilt, der ihm half. Ich erinnerte mich an meinen Schützling, und wie ich mit ihm auch öfter Essen gegangen war.
-Er ist ohne mein Wissen mit einem Fremden unterwegs. Ich dachte er wollte bei deinen Eltern bleiben.-
-Vielleicht hat er ihn spontan gefragt. Wir fragen ihn später, in Ruhe. Wenn du jetzt zu ihm gehst, dann fühlt er sich vorgeführt.-
-Und was ist, wenn er Macau ausnutzt? Er ist viel zu gutgläubig!-
Lächelnd streichelte ich über seinen Handrücken. -Macau hat eine gute Wahrnehmung. Er wird vorsichtig sein. Vertrau ihm ein bisschen. Und wenn du dir wirklich Sorgen machst, dann rede mit ihm und sag ihm, er soll ihn mitbringen, damit du ihn kennen lernen kannst.-
-Als ob er das machen würde. Macau hat mir noch nie jemanden vorgestellt.-
-Aber du ihm ja auch nicht. Ich habe mich selber vorgestellt.- erinnerte ich ihn lachend. -Außerdem kannst du sehr angsteinflösend sein. Vielleicht will er ihn nicht sofort vergraulen.-
Die Suppe kam und ich ließ Vegas Hand los. Die Kellnerin stellte sie uns hin und lächelte schüchtern. Sobald sie weg war, gab Vegas mir die Stäbchen und sagte dann.
-Du hast recht, danke. Hättest du mich nicht aufgehalten, wäre das im Streit geendet.-
-Das ist was schönes. Die erste Liebe ist immer besonders. Ich freue mich für Macau.-
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Seit dem du da bist
RomanceEine Geschichte über Tay und Vegas. Seid offen, ich war es auch
