117

220 17 8
                                        

Vegas POV:

Mit einem unguten Gefühl wachte ich aus einem langen, tiefen Schlaf auf. Ich wusste nicht was passiert war. Ich wusste nicht welchen Tag oder Monat wir hatten. Mein Körper war wahnsinnig schwer und träge und ich schaffte es nicht meine Augen zu öffnen. Fieberhaft versuchte ich mich an das letzte zu erinnern. Tay hatte meinen Antrag angenommen und ich erinnerte mich wie überwältigend glücklich ich war. Hatten wir schon geheiratet? Ich erinnerte mich an nichts. Doch plötzlich tauchte ein Link vor meinem geistigen Auge auf. Ich sah mir in der dritten Person dabei zu, wie ich ihn öffnete und dann prasste alles auf mich ein. Bilder, wie Tay immer und immer wieder geschlagen wurde, die Ruine und wie Tay leblos in meinen Armen lag. Leere, Schmerz und Hilflosigkeit durchströmte mich und jeder Knochen, jeder Muskel an meinen Körper fühlte sich an, als würde er brechen, zerreißen und verbrennen. Nein, ich konnte ihn nicht verloren haben! Er musste es überlebt haben! Oder war ich auch tot und befand ich mich in der Hölle? Waren all die Schmerzen der Preis dafür, dass ich ihn nicht retten konnte? Hieße das, mein wundervoller perfekter Mann befand sich im Himmel und ich würde ihn niemals wieder sehen? Diese Vorstellung machte mir unheimliche Angst. Ich könnte mit allem auskommen, aber nicht ihn niemals wieder sehen zu können. Ich vermisste sein Lachen und seine warme Umarmungen und seine Augen, die jedes Mal sobald er mich ansah funkelten, wie unzählige Diamanten.

Ich würde mit allem klar kommen, außer auf ewig sein totes nicht mehr schlagendes Herz als letzte Begegnung in Erinnerung zu haben. Nein! Ich konnte nicht sterben. Ich musste zurück in die Wirklichkeit, um ihm notfalls mein Herz zu geben. Vor ihm hatte es keinen nutzen und ohne ihn würde ich es auch niemals brauchen. Vielleicht könnte ich ihn so retten?

Mit dem Gedanken brach ich aus der Dunkelheit heraus und schwamm an die Oberfläche. Mein Körper war immer noch schwer und der Schmerz saß in jeder Zelle, allerdings war mein Wille größer. Benommen öffnete ich meine Augen und sah mich um. Alles war weiß. Die Decke, die Wände und auch die Geräte neben mir. Das Zimmer war groß, kühl und leer. Ich setzte mich auf und bewegte meine Arme und Beine, was erstaunlich gut funktionierte. Erinnerungsfetzen kamen zurück, wie das Gebäude über mir zusammen brach und ich mit aller Kraft versucht hatte Tays Körper zu schützen. Wo war er? Hatte man ihn auch gefunden? Oder lag er immer noch in den Trümmern?

Vorsichtig zog ich die Nadel aus meinem Arm und stellte mich hin. Ich hatte einen leichten Schwindel und war wackelig auf den Beinen, aber es ging. Mit einer Hand an der Wand stützte ich mich ab und öffnete mit der anderen die Tür. Ich musste ihn finden. -Herr Theerapanyakul, seit wann sind sie wach? Wo wollen sie hin? Sie müssen im Bett bleiben und sich erholen.- sprach mich eine Frau in Schwesternkleidung an. -Mir geht es gut. Ich muss meinen Mann finden.- mein Hals kratzte bei meinen Worten, weshalb ich mich räusperte.
-Sie müssen sich hinlegen. Schauen sie doch wie blass sie sind.- sagte sie und fasste an meinen Arm. Wütend entzog ich ihn ihr und stellte mich gerade hin. -Ich werde mich nicht hinlegen. Wo ist ein Telefon?- fragte ich ungeduldig. Ich musste Kinn anrufen und ihn fragen, was passiert war.
-Herr Theerapanayakul. Hallo, ich bin ihr Arzt. Bitte beruhigen sie sich.- mischte sich ein Mann in weiß ein.
-Ich bin ruhig. Ich möchte nur telefonieren und dann meinen Mann suchen.- Wieso konnten mich nicht alle in Ruhe lassen! -Meinen sie den jungen Herr Romjakpoth?-

Sobald ich Tays Namen hörte, erstarrte ich. Wenn der Arzt seinen Namen kannte, dann musste er ihn auch behandelt haben oder? -Schauen sie, dort wird er gerade gebracht. Wir haben ihn zu einer Untersuchung mitgenommen. Also, darf ich sie bitten sich wieder hinzulegen? Ich werde sie noch nicht entlassen.-

Suchend sah ich mich um, bis ich ein Bett sah, welches in meine Richtung geschoben wurde. Ich erkannte seine Haare. Erleichtert atmete ich auf, doch im selben Moment gaben meine Beine nach und ich sackte zusammen. Der Arzt hielt mich davon ab zu fallen, half mir wieder auf und brachte mich zurück in das Zimmer. Auf dem Bett sitzend sah ich dabei zu, wie sie Tays Bett neben meinem stellten und ihn wieder an die Geräte anschlossen. Er hatte einen Schlauch im Mund, sein Gesicht war geschwollen und er hatte immer noch überall Blutergüsse. -Darf ich sie untersuchen? Und sie möchten bestimmt wissen, was passiert ist.- hörte ich die ruhige Stimme vom Arzt. -Wie gehts ihm?- fragte ich und sah Tay an. Mir war egal was mit mir war, ich wollte nur hören, dass er wieder gesund wird. -Herr Romjakpoth hat ein Schädelhirntrauma, ein Schleudertrauma, wahrscheinlich noch vom Autounfall, gebrochene Rippen und Muskelrisse. Wir haben ihn in ein künstliches Koma gelegt, damit sich sein Körper und sein Gehirn erholen können, aber die Untersuchungen sahen vielversprechend aus. Wir werden ihn höchstwahrscheinlich heute Abend aus dem Koma holen und hoffen, dass er wieder aufwachen wird.-

Seit dem du da bistWo Geschichten leben. Entdecke jetzt