Dieses Wochenende hätte nicht besser laufen können. Ich hatte nicht nur mein erstes Mal und Key auch meine Liebe gestanden, sondern er hatte meine Worte erwidert und mir seinen Ring geschenkt. Nachdem er mir die Kette angezogen hatte, zog er mich wieder in seine Arme und hielt mich fest. Wir lagen lange zusammen, kuschelten und redeten über Gott und die Welt. Wir waren immer noch nackt, aber das machte es sogar noch viel schöner. Mein Blick war auf unsere verschlungenen Finger fixiert, als sich mein Magen meldete. -Wir sollten was essen.- sagte Key und zog mich noch näher zu ihm.
-Geht es dir gut? Hast du Schmerzen? Oder musst du aufs Klo?-
Ich hatte tatsächlich einen tauben Druck, der aber laut den Artikeln völlig normal war. Trotzdem ging es mir fantastisch. -Mir geht's gut. Ich habe nur Hunger.- versicherte ich ihm.
-Ok. Was hältst du von einem Abendessen im Bett? Du bleibst liegen und ich hole das was du heute gezaubert hast.-
-Das klingt toll.- stimmte ich seinem Vorschlag zu und sah Key dabei zu wie er aufstand und sich seine Hose anzog. Er sah verdammt gut aus und war mehr als durchtrainiert. Ich konnte einfach nicht glauben, dass er mich ausgesucht hatte.
Den restlichen Abend verbrachten wir im Bett. Sahen uns einen Film an, küssten uns ununterbrochen und kuschelten, bis mich die Müdigkeit packte und ich an ihm gekuschelt einschlief.
Der nächste Morgen startete genau so vollkommen wie der Abend zuvor geendet hatte. Mein erster Gedanke war wie glücklich ich mit ihm war. Ich hatte mein erstes Mal mit meinem festen Freund, in den ich unglaublich verliebt war, doch als ich meine Augen öffnete war ich allein.
Ich war sofort hellwach und sah mich suchend um. Seine Sachen waren weg. Nicht nur seine Anziehsachen, sondern auch seine Tasche. -Key?- rief ich in der Hoffnung dass er im Badezimmer war. Ich zog mir eine Hose an und ging erst im Badezimmer und dann unten in der Küche nachsehen, doch nirgendwo war er zu finden. -Key! Das ist nicht lustig!- rief ich und spürte wie mir vor Verzweiflung ein Panzer über mein Herz rollte. Mit schnellen Schritten lief ich zurück in mein Zimmer und nahm mein Handy. Keine Nachricht also rief ich ihn an. Es klingelte und mit jedem weiteren unbeantworteten Piepen, erdrückten mich meine Gefühle. Seine Mailbox sprang an. -Bitte sag mir, dass du etwas zu essen holen bist.- sagte ich niedergeschlagen und legte auf. Ich legte mich ins Bett und als mich die Verzweiflung erdrückte, fing ich an zu weinen. Ich konnte ihn an meiner Bettwäsche riechen. Er war eindeutig hier, aber wieso war er ohne etwas zu sagen verschwunden? Wir hatten doch das ganze Wochenende zusammen geplant. War er gegangen weil er genervt von mir war? Oder weil er das bekommen hatte was er wollte und jetzt nicht mehr seine Zeit mit mir verschwenden musste?
Ich fasste an meinen Hals, wo immer noch seine Kette hing und atmete tief durch. Nein, er hatte mich nicht für Sex ausgenutzt, er hatte mir seinen Ring geschenkt. Irgendwas musste passiert sein. Mit zitternden Fingern rief ich ihn erneut an und wartete, bis die Mailbox ran ging, bevor ich ihm eine Nachricht schrieb. "Ich weiß nicht, wieso du gegangen bist ohne dich zu verabschieden, aber ich mache dir keinen Vorwurf. Bitte meld dich bei mir. Ich mache mir Sorgen."
Nach der Nachricht beschloss ich duschen zu gehen. Er war bestimmt nur etwas zu essen holen und ich wollte, wenn er wieder kommt vorzeigbar sein.
Beim Duschen spürte ich deutlich das, was wir letzte Nacht getan hatten und hätte jetzt eine Umarmung von ihm gebrauchen können, aber ich riss mich zusammen.
Zurück in meinem Zimmer zog ich mir Shorts an und legte mich wieder ins Bett. Ich wartete unheimlich lange, bis mir keine Ausreden mehr einfielen. Mittlerweile war ich nicht nur verunsichert, sondern auch sauer und beschloss ihm diese Aktion nicht so schnell zu verzeihen. Schon wieder nahm ich mein Handy und wählte seine Nummer, nur um erneut bei seiner Mailbox zu landen. -Du bist ein Arsch! Wie kannst du nur so sein?!- rief ich meinen Frust heraus nachdem ich aufgelegt hatte. "Warum bist du so? Ich verstehe es nicht. Was habe ich falsch gemacht?" Schrieb ich ihm die nächste Nachricht. Wahrscheinlich war ich erbärmlich, aber wie sollte ich mich sonst verhalten, wenn mein Freund nach unserem ersten Geschlechtsverkehr einfach verschwand. Wenn es ihm nicht gefallen hatte, hätte er was sagen können. Er hätte es mir beibringen sollen. Wieso war die Nacht für mich traumhaft, aber für ihn anscheinend so abturnend, dass er mir morgens nicht Mal auf wiedersehen sagen konnte?
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Seit dem du da bist
RomansaEine Geschichte über Tay und Vegas. Seid offen, ich war es auch
