Vegas POV
Die letzten Tage waren unfassbar mühsam. Nicht nur, weil mein Cousin mit Porsche im Sexurlaub war und ich seine Aufgaben übernehmen musste, sondern auch weil ich Tay nur noch schlafend zu Gesicht bekam. Ich war selbst Schuld. Bei drei Partnern war der Abschluss so gut wie in der Tasche, weshalb ich mich um tausend Extrasachen kümmern musste. Dazu kam, dass Tian, Vaters ältester Freund aus China mir jeden Tag mit neuen Hirngespinsten auf die Nerven ging. Vater und Tian hatten eine perfekt durchdachte Partnerschaft, wovon beide Seiten nur profitierten. Aber ich hatte nicht vor, diese Partnerschaft weiter laufen zu lassen. Tian war ein Schwein, genau wie Vater und hatte mir von klein an versucht seinen Willen aufzuzwingen. In den Ferien wurde ich oft bei ihm abgeschoben, wo mir "Manieren" beigebracht wurden, wobei ich schon bestraft wurde, wenn ich seiner Meinung nach falsch geatmet hatte.
Nein, mit Tian hatte ich kurz nach Vaters Tod gebrochen und geplant unsere Zusammenarbeit zu unterbinden. Nur musste ich den Verlust ausgleichen und habe Monate dafür geopfert, ihn zu stürzen und ihm all seine Kontakte und Bündnisse wie in einer feindlichen Übernahme zu enteignen. Mit Tians größten Konkurrenten Li lief alles zu meiner Überraschung sehr glatt über die Bühne. Er hatte die Japanische und Philippinische Mafia an seiner Seite und wollte schon lange in Thailand Fuß fassen. Mein Glück.
Alles war vorbereitet und Tian hatte auch den letzten Mann verloren, doch dann kam Li auf die verrückte Idee ich sollte seiner Tochter unseren Einfluss und unsere Wirtschaft zeigen. Lai überraschte mich. Sie wusste alles über mich, meine Familie und meine Arbeit. Sie würde bald in die Fußstapfen ihres Vaters treten und Chinas Untergrund leiten, was mir einen Vorteil verschaffen wird, da ich sie persönlich kennen lernen würde. Allerdings hatte ich nicht damit gerechnet, wie narzistisch, besitzergreifend und tödlich sie war. Sie hatte einem Kellner die Hand mit einem Buttermesser abgehackt, weil er ihr Glas Wein falsch abgestellt hatte und den Chauffeur kurzerhand das Genick umgedreht, als dieser ihr beim Umziehen durch den Rückspiegel zugesehen hatte. Mein Vorteil war, dass sie meine Gesellschaft genoss und sie mir nach drei spaßigen Tagen das Bündnis versicherte.
Am zweiten Abend, nachdem sie unsere Wahrenhäuser von innen begutachtet hatte, bestand sie mit mir in ihrem Hotelzimmer anzustoßen. Wir saßen in je einem Sessel, rauchten und tranken Whisky, bis sie mich mit ihren Augen auszog.
-Ich kann dir jemanden besorgen, wenn du Geil bist.- bot ich ihr herablassend an.
-Oder du ziehst dich aus und ich überlege, ob du genug für mich bist.- konterte sie und fuhr mit ihrem langen spitzen Fingernagel über meinen Arm. Ich ließ sie ihr Ding durchziehen, obwohl ich den Drang verspürte, ihre Finger zu brechen.
-Ich stehe nicht zur Verfügung. Du hast meine Zeit, meine ungeteilte Aufmerksamkeit und ich mache alles was du möchtest zu deinem, aber ich und mein Körper gehören nicht zum Deal.-
Lai seufzte gelangweilt und trank ihr volles Glas leer. -Ich hätte niemals gedacht dass der große, angsteinflößende Vegas Theerapanyakul prüde ist. Bewahrst du dich für die richtige auf?- fragte sie voller Ironie.
-Ich bin bei Gott nicht prüde. Ich habe nur kein Interesse mehr.- erklärte ich genervt. Sie wusste es nicht besser.
-Deine Frau muss besonders sein. Weiß sie von ihrem Glück?-
-Mein Mann. Ja, das ist er.- korrigierte ich sie.
-Ugh, langweilig. Ich dachte ich würde dich noch rum kriegen, aber gegen einen Schwanz habe ich wohl verloren.-
Ich lachte über ihre Arroganz und trank mein Glas leer. -Auf was stehst du?- fragte ich sie und schenkte uns nach. -Auf dich. Ein selbstsicherer Mann mit einem festen Ziel und einem sehenswerten Körper.-
-Dann verlieb dich besser nicht.-
-Ich liebe keine Männer, die andere Frauen lieben, oder in deinem Fall einen anderen Mann. Dafür bin ich zu selbstveliebt.- Mit den Worten stand sie auf, öffnete ihr Kleid und ließ es an ihrem Körper heruntergleiten. - Aber ich habe nichts gegen ein wenig Spaß...-
Ich verdrehte meine Augen und zündete mir eine Zigarette an.
-Stell mir diesen besonderen Mann vor. Ich will ihn kennenlernen.- forderte sie.
-Nein.- sagte ich deutlich.
-Ach komm schon. Angst, ich könnte ihn umdrehen?-
-Das ist lächerlich. Genieß den Whisky. Ich lasse dich morgen abholen.- entschied ich, stand auf und verließ die Suite. Eric stand draußen und seinem Blick nach zu urteilen hatte er Lai in ihrer Unterwäsche gesehen.
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Seit dem du da bist
RomanceEine Geschichte über Tay und Vegas. Seid offen, ich war es auch
