Tay POV:
Ich bin sicher. Vegas passt auf mich auf. Hier kann mir nichts passieren. Er ist tot. Ich bin hier sicher. Vegas passt auf mich auf. Hier kann mir nichts passieren. ER ist tot. Ich bin hier sicher...
Vor fünf Tagen war ich aus dem Koma erwacht in dem ich angeblich war. Allerdings fühlte es sich nicht so an. Das letzte was ich wusste, war dass ich dachte Vegas wäre gekommen, dabei hatte ich ihn mir nur eingebildet. Alles danach, sein tatsächliches auftauchen, mein Herzstillstand, dass wir verschüttet wurden und ich ins Krankenhaus kam, all das konnte ich nicht glauben. Für mich war es, als hätte ich nur einen Moment die Augen geschlossen um Kraft zu tanken. Daher fühlte ich mich wahrscheinlich auch so unendlich erschöpft und schlief bis zum nächsten Morgen. Als ich danach wieder wach wurde, waren alle da. Meine Eltern, Kinn, Eric, Nop und Macau. Sie waren alle wirklich erleichtert, dass ich wieder aufgewacht war und benahmen sich, als wäre ich Zuckerwatte, die sich beim kleinsten Regentropfen in Luft auflösen könnte.
Es war schön, alle da zu haben und ihre glücklichen Stimmen zu hören. Aber dann kamen die Nächte. Vegas saß jeden Tag lange an meinem Bett, hielt meine Hand und streichelte mir ab und zu über mein Gesicht, was mir im Schlaf Geborgenheit gab. Doch dann kam der Moment, an dem er meine Hand los ließ und sich auch schlafen legte. Es waren nur vier Stunden. Aber in diesen vier Stunden packte mich wieder meine Panik, dass dieser Win plötzlich vor mir stehen könnte.
Ich verstand mich selber nicht. Es ist nicht viel passiert. Er hat mich verprügelt. Mehr nicht. Ich machte über zwanzig Jahre Kampfsport und kannte das Gefühl geschlagen zu werden. Nur alles drum herum hatte mir permanente Angst bereitet. Der dunkle Raum, aus dem ich nicht entkommen konnte. Die Fesseln, durch die ich mich weder schützen noch wehren konnte, Reds Tod, Porsche dem jeder Zeit das selbe hätte widerfahren können wie mir. Und mein Wunsch, dass Win nicht nur mir all das antat. In diesem Drecksloch hatte ich keine Hoffnung auf Entkommen oder Erbarmen und ich hatte wirklich angst, wieder dort zu landen.
Aus diesem Grund lag ich die Zeit, während Vegas schlief regungslos in meinem Bett, mit weit aufgerissenen Augen und lauschte auf jedes kleinste Geräusch. Und in einem Krankenhaus waren sehr viele davon. Am aller schlimmsten waren die Schritte einer Schwester, die ebenso unmotiviert ihre Schuhe über den Boden zog wie Win jedes Mal, wenn er wieder zu mir kam. Das war auch der Grund, wieso ich sobald ich wach geworden war, geweint hatte. Einen kurzen Moment dachte ich, ich wäre immer noch in dieser Hölle und hätte mir das Krankenhaus und Vegas nur eingebildet.
Ich bin sicher. Vegas passt auf mich auf. Hier kann mir nichts passieren. Er ist tot. Ich bin hier sicher. Vegas passt auf mich auf. Hier kann mir nichts passieren. Er ist tot. Ich bin hier sicher...
Nein, diese Nacht war besonders schlimm. Vegas war gerade mal eine viertel Stunde in seinem Bett und ich hatte beinahe schon zwei Panikattacken. Diese eigentlich sehr fürsorgliche Schwester hatte offensichtlich diese Nacht Dienst und brachte mich fast dazu einfach wegzulaufen. Aber wo sollte ich hin? Wo war ich sicher? Und wo würde ich endlich alles verarbeiten können, ohne direkt wieder gedanklich in diesem Drecksloch zu sitzen?
Nach Hause. Ich musste nach Hause in Vegas Arme. Ich brauchte Vegas. Ich wollte endlich wieder in seinen Armen schlafen. Er sollte mich die ganze Nacht halten und ruhig an meinem Scheitel atmen, so wie immer. Entschlossen wischte ich mir meine Tränen aus den Augen und sah mir den Zugang an, der mir ab und zu Schmerzmittel gab, damit meine Rippen und meine Schultern nicht so sehr pochten. Nein. Ich brauchte keine Schmerzmittel. Ich musste nach Hause, in mein Bett und in Vegas Arme. Also nahm ich mir ein Taschentuch, drückte auf die Stelle, wo die Nadel in meiner Haut steckte und zog sie heraus. Danach stand ich leise auf und nahm mir meine Anziehsachen, die Eric mitgebracht hatte. Eine Jogginghose und einen von Vegas Pullovern.
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Seit dem du da bist
RomanceEine Geschichte über Tay und Vegas. Seid offen, ich war es auch
