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Sobald ich im Wohnzimmer ankam, sprang Macau auf und kam auf mich zugestürmt. -Tay! Ich bin auch sauer auf Vegas! Wenn du willst, kannst du bei mir schlafen!- rief er und umarmte mich. Lachend erwiederte ich seine Umarmung und sah Vegas an, der mehr als traurig über den Vorschlag wirkte. -Danke für das Angebot. Aber ich glaube das ist nicht nötig.- sagte ich und zwinkerte Vegas zu, dessen Gesichtsausdruck augenblicklich strahlte.
-Wie war die Fahrt?- fragte ich Macau.
-Es war so schön. Nächstes Mal musst du mitkommen!-

Ich begrüßte meinen Vater und bat meine Eltern sich noch zu uns zu setzen, aber sie wollten fahren. Sie verabschiedeten sich und sobald sie durch die Tür waren, plapperte Macau los. Währenddessen aß ich und spürte Vegas Blick die ganze Zeit auf mir. Macau erzählte von dem Essen, dem Meer, der Bootstour und der Leuchtturmbesichtigung.
-Tay, bekomme ich fünf Minuten?- unterbrach er Macau irgendwann, als meine Schüssel schon lange leer war.
-Na klar.- Ich drehte mich zu ihm und sah ihn erwartungsvoll an.
-Macau, kannst du Nop bescheid sagen, dass wir in 10 Minuten losfahren?-
Macau verdrehte seine Augen und sagte leise. -Du hast eben noch nach fünf Minuten gefragt!- Aber ein Blick von Vegas reichte aus, damit er aufstand und ging.

Vegas kam langsam auf mich zu und kniete sich vor mich hin. -Kinn hat mir geschrieben. Ich muss leider los. Ich hatte wirklich gehofft, dass wir vorher geredet hätten. Darf ich dich bitten, heute Abend auf mich zu warten?- seine Augen waren unglaublich traurig und plötzlich hasste ich mich dafür, ihn gestern nicht schon erlöst zu haben. Ich platzierte meine Hand an seine Wange und lächelte ihm aufmunternd an. -Natürlich warte ich auf dich. Konzentrier dich einfach auf die Arbeit und wenn du zu Hause bist reden wir ok?-

Vegas schmiegte seine Wange in meine Hand und schloss für einen Moment die Augen. -Ich würde dich gerade so gern küssen.- sagte er ganz leise. Ich wusste genau was er meinte. Die Vorstellung, dass er sich ohne einen Kuss verabschiedete missfiel mir. Ich brauche mindestens diesen einen Kuss und eine liebevolle Umarmung. Jetzt sein ausgesprochener Wunsch gepaart mit seinen aufrichtigen Augen ließ mich dahin schmelzen und beinahe hätte ich ihn gebeten, mich in unser Schlafzimmer zu schleppen.

Doch das ging gerade nicht. Er musste zu Kinn und ich wollte nicht der Grund für einen Streit zwischen den beiden sein. Darum beugte ich mich runter zu ihm und platzierte meine Lippen auf seine. Es sollte ein harmloser unschuldiger Kuss werden, aber ich hatte Vegas Einfluss auf mich vergessen. Sobald sich unsere Lippen berührten spürte ich dieses knistern in mir. Seine Lippen waren so wunderbar weich auf meinen. Vegas Hand landete in der selben Sekunde in meinem Nacken zog mich so näher an ihn ran. Ich spürte seine Zunge, die Druck auf meine Lippe ausübte und öffnete ihr leicht meinen Mund. Ich hieß seine hieß Zunge mehr als willkommen und lockte sie noch tiefer in meinen Mund. Mein Herz raste und mir entwich ein leises Stöhnen, was sich aber in seinen Mund verlor. Schwer atmend lösten wir uns von einander. Vegas platzierte einen letzten Kuss auf meine Stirn und nahm meine Hand. -Ich bin so schnell ich kann wieder da, versprochen. Ich liebe dich.- versprach er und küsste meine Knöchel. -Ich liebe dich auch.-

Ich saß mit Macau in der Küche, bis sein Handy klingelte. Seine Augen erhellten sich sofort und er fragte mich aufgeregt, ob er in sein Zimmer könnte.

Ich nutzte die Zeit, räumte die Küche und das Wohnzimmer auf und setzte mich mit meiner Post an Vegas Schreibtisch. Das meiste waren Rechnungen und Werbung. Eine Postkarte einer alten Freundin, die durch die Welt reist und offensichtlich gerade in Norwegen war. Ich nahm mein Handy heraus um ihr zu danken und sah mehrere verpasste Anruf. Alle waren von Time, bis auf eine mit unterdrückter Numer. Ich überlegte kurz ihn zurückzurufen, allerdings wollte ich Vegas nicht weiter verunsichern. Ich sollte erst mit ihm sprechen und ihm sagen, dass ich Time anrufen werde. Mit dieser Entscheidung setzte ich mich an den Laptop und tätigte die Überweisungen. Der letzte Brief war ein brauner Umschlag, ohne Absender, aber mit Poststempel. Ich öffnete ihn und kippte alles heraus.

Seit dem du da bistWo Geschichten leben. Entdecke jetzt