-Tay!- erkannte ich Vegas Stimme. Er hatte mich gefunden... Natürlich hatte er das. Vegas kannte mich besser als sonst jemand. Er wusste, mit nur einem Blick ob ich fröhlich, traurig, müde oder verärgert war. Und obwohl ich mich am liebsten in seine Arme geworden hätte, weil ich endlich meine Dämonen bekämpft hatte, war ich unsicher. Er hatte einen Plan für Win und je länger ich an dieser Wand gelehnt saß, desto bewusster wurde mir, dass ich diesem Scheißkerl einen gefallen getan hatte. Er war frei von dem, was Vegas noch mit ihm getan hätte. Keine Schmerzen mehr, keine Angst und kein Leiden mehr. Und obwohl es wichtig für mich war, bestand die Möglichkeit, dass Vegas wegen seiner nicht vollendeten Rache wütend werden würde. Also blieb ich sitzen und wartete ab. Vegas kam in den Raum und sah erst Win und dann mich mit riesigen Augen an. Es war, als wollte er einen Schritt auf mich zu machen, entschied dann aber da wo er war stehen zu bleiben. Ich wusste nicht genau, wie ich ihn gerade einschätzen sollte, aber bevor ich reagieren konnte, sagte er ganz vorsichtig. -Ich komme jetzt zu dir und werde dich in den Arm nehmen ok?- mit den Worten kam er langsam auf mich zu, so als ob er mich nicht erschrecken wollte. Vegas hielt mir seine Hand hin und obwohl meine voller Blut war, zog er mich hoch und drückte mich fest an seine Brust. Er hielt mich und schenkte mir die Geborgenheit, die ich so dringend gebraucht hatte.
Vegas ließ mir Zeit, hielt mich einfach im Arm und streichelte ab und an über meinen Hinterkopf. -Er hat mich provoziert und ich habe ihm ohne es zu merken in die Karten gespielt. Ich fühle mich schuldig, weil du wahrscheinlich noch mehr mit ihm geplant hattest, aber es tut mir nicht leid. Ich musste das tun, um endlich wieder frei sein zu können. Der Gedanke, dass er einfach wieder auftauchen könnte, hat mich eingeschränkt, aber jetzt fühle ich mich besser.- gestand ich ihm ehrlich.
-Der Bastard ist mir egal. Ich brauche keine Rache. Du bist für mich das wichtigste. Das warst du immer.- versprach er und legte meine Hände langsam um seinen Nacken. Seine Worte erleichterten mich und ich nickte an seiner Brust.
-Lass uns duschen gehen. Du musst dieses Blut los werden.- entschied er irgendwann und nahm meine Hand.
Vegas brachte mich in sein altes Schlafzimmer und half mir unter der Dusche jeden Tropfen Blut loszuwerden. Seine Hände fuhren liebevoll über meine Haut und als wir uns abgetrocknet hatten, gab er mir eine seiner Jogginghosen und einen Pullover. -Bist du wütend auf mich?- fragte ich ihn, als er sich selber etwas anzog. -Nein, ich bin besorgt. Du hättest ihn nicht wiedersehen sollen, du hättest ihm nicht allein gegenüber treten sollen und du hättest ihn niemals so sehen sollen.- sagte er und führte mich zum Bett. -Babe, ich habe versprochen, dich jeden Tag glücklich zu machen und als du bewusstlos im Krankenhaus lagst, dachte ich meine Welt bricht zusammen. Dieser Bastard hat dir wehgetan und ich habe ihm und mir geschworen, dass er es für den Rest seines Lebens bereuen wird. Er hat es verdient und ich hätte ihn bis zu meinem Tod jeden Tag an seinen Fehler erinnert. Baby, Ich liebe dich, so sehr dass es unendlich weh tut dich traurig oder besorgt zu sehen und ich will dich glücklich machen, aber ich schaffe es nicht. Nachdem du das gesehen hast, verstehe ich es, wenn du dich von mir und meinem Leben abwenden würdest...- sagte er traurig. Wie kam er auf diese Idee? Ich konnte mir nicht vorstellen ohne ihn zu leben. Er hatte sich für mich gerächt und wer weiß was ich Win angetan hätte, wenn mich seine Anwesenheit nicht so überrumpelt hätte. Also nahm ich sein Gesicht in meine Hände und sah in seine wunderschönen warmen Augen. -Ich habe keine Angst vor dir Vegas. Ich bin glücklich. Auch wenn wir streiten. Kinn sagte einmal zu mir du würdest mich herausfordern, mir die Möglichkeit geben, alles zu hinterfragen und mich auf eine Weise lieben, die ich niemals wieder finden werde. Und er sagte du bist entweder das schlechteste oder das beste was mir jemals passieren wird.- erklärte ich und streichelte seine Wange. -Ich habe lange darüber nachgedacht und er hat Recht. Du könntest mich ohne viel Aufwand zu Grunde gehen lassen, aber du hast dich dafür entschieden meine Weltsicht, meine Wünsche und mein Leben zu respektieren und mir diese Art von Liebe und Zuwendung zu schenken, die ich mir immer gewünscht habe. Ich werde dich für das was du bist und was du tust niemals verurteilen. Wir haben beschlossen gemeinsam unser Leben zu teilen und ich will nicht nur ein Teil in deinem sein. Schließ mich nicht mehr aus. Du wirst nichts tun können, was mich an meiner Entscheidung zweifeln lässt, außer dich von mir zu entfernen.-
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Seit dem du da bist
RomansaEine Geschichte über Tay und Vegas. Seid offen, ich war es auch
