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Tay POV

Mit Vegas Lippen an meinem Nacken kam ich wieder in das hier und jetzt zurück. Ich streichelte über seinen Unterarm, der mich immer noch hielt und saugte seine Nähe in mich auf.
-Ich habe keine Geheimnisse.- beantwortete ich die Frage von vorhin.
Vegas glitt aus mir heraus und fuhr meinen Arm entlang. -Dann bin ich beruhigt.- sagte er und öffnete die Manschetten an meinen Handgelenken.
-Du hattest einen Stripper auf deiner Party.- Als er das sagte, klang er unsicher weshalb ich mich zu ihm umdrehte. Ich wollte seinen Augen sehen. -Du nicht?- fragte ich, woraufhin er lächelte.
-Nein. Mein Partyplaner hielt es wohl nicht für notwendig.-
-Aber... gehört das denn nicht dazu? Wer hat deinen Junggesellenabschied geplant? Der wird was von mir zu hören bekommen!-

Ich hatte mir vorgestellt, wie mindestens fünf Männer gleichzeitig eine gute Show für ihn parat hatten. Man musste ihm schon etwas liefern, bei all dem was er bereits gesehen und getan hatte. Ich hatte mir vorgestellt, wie er sie mit Öl eingerieben hatte und ein letztes Mal Spaß an andere Männer hatte. Natürlich ohne ihnen zu nahe zu kommen.
-Ich habe den Abend geplant.- sagte er und streichelte mir liebevoll durch mein Gesicht. Fragend sah ich ihn an.
-Ich wollte keinen. Dieses Leben habe ich hinter mir gelassen.- erklärte er. Zuerst freute ich mich unheimlich über diese Aussage, aber das war absolut nicht der Vegas den ich kennen gelernt hatte.
-Du musst dich wegen mir nicht ändern oder zurück halten. So lange du dich nicht verliebst oder mich betrügst, kannst du dir so viele Shows mit nacken Männern angucken, wie du willst.-
-Das will ich aber nicht. Es gibt nichts mehr was mich reizen würde, außer dir. Glaub mir mein Abschied war genau so wie ich ihn wollte. Wir können ihn allerdings noch mal nachholen, zusammen. Dann würde ich sehr viele versaute Dinge tun.- sagte er fröhlich und zwinkerte.

-Und was hast du mit deinem Stripper gemacht?- fragte er mich. Er wollte es beiläufig klingen lassen, aber ich hörte heraus, dass ihm die Frage auf der Zunge brannte.
-Das habe ich dir doch gestern erzählt. Er hat getanzt, sich ausgezogen, mich durch die Gegend gewirbelt und ist gegangen.-
-Sonst nichts? Sah er gut aus?-
-Sonst nichts!- versprach ich und küsste seine Brust. Ich fühlte mich in seinen Armen so sehr geliebt und geborgen.
-Ich lasse niemanden näher an mich ran. Und mich sexuell zu erregen schafft nur der für den ich Gefühle habe.- versicherte ich ihm. -Und das bist ausschließlich du.-

Offenbar reichte ihm meine Antwort, denn er legte seine Hände um mein Gesicht und gab mir einen sehr warmen Kuss. -Lass uns baden gehen. Ich will dass du dich entspannst.- schlug er vor.
-Ich bin gerade tiefenentspannt, aber baden klingt schön.- stimmte ich zu.

Wenig später lagen wir gemeinsam im heißen Wasser und Vegas massierte meinen Nacken und meine Schultern.
-Time ist in Jos Bar aufgetaucht.- erzählte er plötzlich. Erschrocken drehte ich mich, um ihn ansehen zu können.
-Was?! Wieso?- fragte ich erschöpft. Wieso musst Time nur immer wieder provozieren? Sollte es nicht langsam langweilig werden?
-Um mir den Abend zu versauen?- überlegte er laut.
-Hat er was gesagt?-
-Ja, ziemlich viel sogar. Er denkt immer noch, er würde dich besser kennen als ich. Aber im Großen und Ganzen hat er dich frei gegeben. Er sagte er würde sich von dir fern halten und dir die Chance geben dein Leben zu Leben. Und er hat mich daran erinnert, dass er da sein wird, wenn ich es verbocke.-

Ich konnte nicht sagen, ob Vegas glücklich oder traurig über das Treffen war. Aber anscheinend hatte mein letzte Gespräch mit Time ihn endlich wach gerüttelt. Er hat begriffen, wie ernst es mir mit Vegas ist und dass ich meine Entscheidung getroffen hatte.
-Du wirst es aber nicht verbocken. Ich glaube an uns und mit dir an meiner Seite, bin ich glücklicher als sonst irgendwann.- sagte ich und zog mich an seinem Nacken hoch. Wir sahen uns in die Augen. Vegas war ein guter Mensch. Ein liebevoller Mann und ein loyaler Partner. Das alles sah ich in ihm. Aber er war noch so viel mehr. Er hatte ein wunderschönes Lachen, war fürsorglich und geheimnisvoll, auf eine gute Weise. Er war aufopfernd und er hatte mir sein Herz geschenkt. Es gehörte mir! Und dafür war ich dankbar.

Seit dem du da bistWo Geschichten leben. Entdecke jetzt