Vegas:
Dieser Alptraum verfolgte mich. Ich war in meiner persönlichen Hölle gefangen. Der einzige Mann, für den ich ein besser Mensch sein wollte, um auch nur ansatzweise einen Platz an seiner Seite zu verdienen, ist in meinen Armen zusammengeklappt. Er glühte und atmete so flach, dass ich kurz befürchtete, sein Herz hätte all das Leid und all die Strapazen nicht ertragen. Dieses wunderschöne, strahlende Geschöpf, musste an meiner Seite mehr dulden und aushalten, als eine einzelne Person je ertragen könnte. Er hat sich und seinen Körper für mich wie ein schützendes Schild vor mich gestellt und all den Schmerz, der mich seit meiner Kindheit heimsuchte, aufgefangen und ihn so für immer von mir genommen. Er hat mir unerschütterliche Liebe und endlich ein warmes Zuhause geschenkt.
Mit dem Mann in meinem Arm, um den sich mein gesamtes Universum drehte, kam ich im Krankenhaus an und übergab ihn unter seelisch Schmerz den Ärzten. Sie mussten seinen Körper heilen, damit er mich vor meiner Dunkelheit retten konnte. Ich wollte nicht mehr in ihr Leben, auch wenn sie das einzig Bekannte war. Ich hatte sein Licht gesehen und würde alles geben, um es für den Rest meines Lebens mein Herz wärmen zu lassen. Ich nahm mein Portmonee aus meiner Hose und zog dieses eine Bild heraus. Ihm wird es wieder gut gehen, es musste ihm wieder gut gehen.
Unruhig wartend, auf einem der Stühle im Aufenthaltsraum, kam Eric zu mir, gefolgt von Tip, Kinn und zwei seiner Bodyguards. -Nop wird wenige Tage hier bleiben müssen. Sie sagten, sie müssen den Elektrolythaushalt wieder in den Griff bekommen, aber er wird wieder. Gibt es schon was neues?-
Ich schüttelte den Kopf. Auch wenn ich erleichtert war, dass Nop all das überstehen wird, war meine Sorge um Tay viel zu groß. Rumsitzen und warten, war nie meine Stärke, aber ich war kein Arzt.
-Sir? Wissen Sie wo Macau ist?- Es war das erste Mal, dass Tip mich ansprach. Er war ein Trottel und nervig, aber Macau kam klar mit ihm. -In Amerika. Es gibt ein Handy, womit wir ihn kontaktieren könnnen, aber das ist in Vietnam, in einem Hotelzimmer.-
-Was? Amerika? Er muss sich unwohl fühlen...-
Ich schaltete seine nervige Stimme aus. Macau ging es gut. Er war bei den wundervollsten Menschen, die ich mir vorstellen konnte. Nein um ihn musste ich mir keine Sorgen machen. Ich hielt immer noch dieses eine Foto in meiner Hand, welches mir geholfen hatte, die letzten Stunden zu überstehen, als ich plötzlich Kinns Blick auf mir spürte. -Wenn du was zu sagen hast dann sag es. Starr mich aber nicht an, sonst kann ich dir nichts garantieren.-
-Danke. Ohne deine Warnung, wäre das heute anders gelaufen. Ich weiß es zu würdigen.-
-Das habe ich nicht für dich gemacht. Ich...-
-Herr Romjakpoth?- sagte einer der Ärzte in der Tür. Kinn, Eric und ich standen auf und folgten dem Mann in ein Zimmer, wobei Eric vor der Tür blieb. Das Zimmer war groß, kahl und schwach beleuchtet. Mitten im Raum stand ein Bett und drum herum standen Geräte. Ich ignorierte den Arzt und ging sofort zum Bett. Sobald ich ihn sah, entspannte sich alles in mir. Ich nahm seine Hand, küsste sie vorsichtig, streichelte danach sein Gesicht und schob ihm die Haare aus der Stirn. Seine Brust hebte sich sichtbar. Er war noch heiß, aber nicht mehr so am glühen wie zuvor.
-Herr Romjakpoth ist sehr erschöpft und hat die letzten zwei Wochen zu wenig Nahrung zu sich genommen und hat ein Paar offene Wunden. Eine von ihnen hat sich entzündet. Trotzdem ist es nichts ernstes. Geben sie ihm ein oder zwei Tage Ruhe und er wird wieder vollständig erholt sein.-
-Vielen Dank. Hat er Medikamente bekommen?- fragte Kinn und unterhielt sich noch weiter mit dem Arzt, doch ich konzentrierte mich nur noch auf Tays Atmung.
Der Arzt verabschiedete sich und Kinn sagte er gehe Porsche besuchen. Aber das war mir nur recht. Tay brauchte Ruhe. Ich streichelte ununterbrochen seinen Handrücken mit meinem Daumen. Irgendwann bewegte er sich ein wenig, drehte seinen Kopf und die Hand, die ich die ganze Zeit hielt, zuckte. -Sch, Schlaf noch was. Ruh dich aus, so lange, bis es dir gut geht. Ich werde hier bleiben und mein ganzes Leben warten, wenn es sein muss.- sagte ich ganz leise und küsste seine Stirn.
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Seit dem du da bist
RomanceEine Geschichte über Tay und Vegas. Seid offen, ich war es auch
