Vegas POV
Ich war nervöser, als ich jemals zugeben würde, denn als Pran mich um ein Gespräch gebeten hatte, gingen mir unzählige Dinge durch den Kopf. Wollte er mir sagen, dass ich seinen Sohn nicht heiraten konnte, wollte er, dass ich meinen Platz im Theerapanyakul Sitz aufgebe? Oder wollte er sowas wie einen Vertrag, einen Schwur, den ich mit meinem Blut ablegen musste? Ich würde allem zustimmen. Tay war Prans einziger Sohn und mir war klar, dass er ihn um jeden Preis beschützen würde. Außerdem hatte ich großen Respekt vor ihm. Er war Diplomat, hatte unzählige, einflussreiche Bekanntschaften und war sehr gut an der Börse. Außerdem hatte er viele Projekte am laufen, die unter anderem mit der Weiterentwicklung von erneuerbaren Energien zusammen hing und er hatte einen Plan für eine bessere Müllbeseitigung für unser Land. Wir redeten oft über sein Vorhaben und ich war immer wieder beeindruckt.
Außerdem hatte er eine wunderbare Frau an seiner Seite, die ihn nach all den Jahren immer noch anzuhimmeln schien und er hatte einen Sohn, auf den man nur stolz sein konnte. Tay war ein beeindruckender Künstler. Dazu kam, dass er von Grund auf ein positiver und einfühlsamer Mann war, der die Hälfte seines Geldes an Waisenkinder abgab.
Auch wenn Tay schöne Dinge liebte, war er nicht materiell. Er hatte das wunderschönste, reinste Herz auf diesem Planeten und er hatte beschlossen es mir zu überlassen.
Ich würde es vor jedem verteidigen und ihn jeden Tag glücklich machen, so wie er es verdient hatte. Daher ging ich voller Überzeugung mit Pran in seine Suite und nahm auf einem der beiden Stühle im Zigarrenzimmer Platz. George kam dazu und brachte Pran und mir einen Whisky und verabschiedete sich danach.
Pran kam zu mir und setze sich mir gegebenüber.
Ich hatte schon unendliche Gespräche mit den unterschiedlichsten Männern geführt, aber jetzt hier in diesem Zimmer, war Pran gegenüber zu sitzen, das einschüchternste, was ich je erfahren habe. Ich respektierte ihn, für seine Arbeit, seine Familie und für seine Persönlichkeit. Er hatte damals mit seinen Eltern gebrochen, um mit seiner Frau glücklich zu werden und ich hätte zweifellos genau so gehandelt. Er ist auf vielen Ebenen mein Vorbild geworden und mir war sein Segen sehr wichtig.
Ich sah ihm respektvoll in die Augen und wartete darauf, dass er anfing zu sprechen.
-Nun, Vegas. Du weißt, ich habe dir immer eine faire Chance gegeben und auch wenn ich Tay nicht alles wissen lasse, habe ich in deiner Vergangenheit gewühlt.- sagte er und legte einen Umschlag auf den Tisch. Ich überlegte fieberhaft, was sich darin befinden würde, nur hatte ich schon zu viel getan, als dass die Möglichkeit bestand es zu erraten. Die Nervosität packte mich, allerdings war ich perfekt darin, sie zu verbergen.
-Du weißt ja, dass meine Frau und ich Tay adoptiert haben, was aber keinesfalls bedeutet, dass wir ihn deswegen weniger lieben, als wäre er unser Fleisch und Blut. Er ist mein Kind. Ich habe ihn groß gezogen und ihm all seine Ansichten und Werte vorgelebt und ich habe keinen Tag damit aufgehört auf ihn zu achten.-
Ich nickte zustimmend. Tays Eltern hatten ihm ein wunderbares zu Hause geschenkt und sogar auf Macau aufgepasst.
-Bist du dir sicher, dass du weißt, was eine Ehe bedeutet?- fragte er mich diesmal ganz direkt und lehnte sich in seinem Stuhl zurück. Er wirkte sehr entschlossen und in diesem Augenblick sah ich wieder, wieso man ihm zum Diplomaten ernannt hatte. Seine ganze Ausstrahlung, sein Auftreten und seine Frage, in Kombination mit seiner Ruhe, riefen in mir sowohl Ehrfurcht, als auch Bewunderung hervor.
Ich straffte meine Schultern.
-Ich habe sehr viel darüber nachgedacht. Eine Ehe bedeutet für mich, meinem Partner ein Leben lang treu zu sein und respektvoll, nachsichtig und aufopfernd zu sein. Ich will ihn glücklich machen, ihn bei seinen Vorhaben unterstützen und für ihn sorgen. Ich will seine Wünsche, seine Vorstellungen und seine Werte mit ihm teilen und für sein Wohl sorgen.- erklärte ich und stellte mir bei all dem Tay vor.
-Pran, ich liebe deinen Sohn. Und auch wenn ich davor nie geliebt habe, weiß ich, dass es keinen anderen geben wird. Ich habe über alles sehr viel nachgedacht und war mir noch nie in meinem Leben so sicher wie bei ihm.-
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Seit dem du da bist
عاطفيةEine Geschichte über Tay und Vegas. Seid offen, ich war es auch
