Das Katerfrühstück und der extra starke Kaffee waren fertig. Ich hatte schon den ersten Kaffee intus und klopfte vorsichtig an Erics Tür. Geduldig wartete ich, doch als ich keine Reaktion bekam öffnete ich diese, nur um festzustellen, dass sein Zimmer leer war. Verwundert lief ich zur Garage, wo ich nur Tip antraf, der aber auch nichts wusste. Zurück im Haus fiel mir auf, dass die Terassentür nur angelehnt war.
Erleichtert entdeckte ich Eric auf einen der Stühle. Er sah starr in den Himmel und schien mich nicht zu bemerken. -Eric?- sagte ich vorsichtig und stellte mich neben ihn.
-Tay, du bist es. Ich warne dich direkt vor, ich bin noch nicht wieder nüchtern.- sagte er und sah in die Bäume.
-Das macht mir nichts. Darf ich mich setzen?-
Eric stimmte zu und ich setzte mich schweigend neben ihn. Es muss ein niemals endender Alptraum sein, die Liebe seines Lebens sinnlos verlieren zu müssen. Und dass er jedes Jahr aufs neue diesen Schmerz durchstehen musste, war noch viel schlimmer. Ich wollte ihn trösten und aufbauen, aber mit welchen Worten konnte man jemanden diese Art von Schmerz nehmen?
-Es tut mir wirklich leid. Ich hätte gestern nicht einfach herein platzen und deine Figur kaputt machen sollen. Ich werde sie dir ersetzen und ich schwöre, ich habe nichts gesehen.-
-Ach was Nein. Ich bin froh, dass du nach Hause gekommen bist, anstatt ziellos durch die Stadt zu irren. Und wegen der Skulptur musst du dir keine Sorgen machen. Es war Deko und so habe ich Grund shoppen zu gehen.- sagte ich aufmunternd.
-Danke. Du bist viel zu nachsichtig mit mir. Aber die Deko gehen wir gemeinsam kaufen ok?- fragte er.
-Auf jeden Fall!... Ich würde gerne etwas sagen oder tun, damit es dir besser geht, nur fallen mir keine passende Worte ein. Aber du sollst wissen, dass ich für dich da bin und du mit mir reden kannst.-
-Ich weiß. Danke.- sagte er und sah wieder in den Himmel. So saßen wir wieder einige Zeit schweigend bis mir das Essen wieder einfiel.
-Ich habe dir Frühstück gemacht. Willst du was essen?-
-Wenn du mit mir isst, dann gerne.- sagte er lächelnd.
Wir aßen zusammen und Eric bedankte sich bei mir. Danach schickte ich ihn schlafen und er versprach mir morgen früh wieder der Alte zu sein. Gerade als ich anfing die Küche aufzuräumen kam Tip herein. -Tay!- rief er bevor er mich in der Küche fand. Hinter ihm stand zu meiner Überraschung Arm. -Hi, was machst du hier?- fragte ich ihn verwundert.
-Vegas sagte ich soll hier die Stellung halten, so lange er weg ist. Ich bin schon was länger da und habe mich von Tip herumführen lassen.-
Mißtrauisch sah ich ihn einen zweiten Moment an und wollte gerade seine Worte hinterfragen, als Tip mich unterbrach. -Also ich werde jetzt Macau abholen fahren. Er sagte ich müsste unbedingt pünktlich sein.- sagte er ernst und ging hinaus.
Was ein merkwürdiger Tag. Irritiert bat ich Arm sich zu setzen, bot ihm was zu trinken an und trank mit ihm eine weitere Tasse Kaffee. -Was ist das zwischen dir und Vegas?- fragte ich ihn geradewegs heraus. Es war sehr ungewöhnlich, dass Vegas einen von Kinns Männern bat bei uns Stellung zu halten. Außerdem fragte ich mich, seit wann die beiden sich so gut verstanden. -Beeindruckend oder?- fragte er glücklich.
-Ich bin mir nicht sicher. Seit wann ist das so bei euch? Und wieso Vegas?- fragte ich mißtrauisch und eifersüchtig.
-Seit deiner Entführung. Irgendwann mussten wir drei Gruppen bilden und da Vegas und Nop allein waren, bin ich dazu gekommen. Ich habe dich wieder belebt und ich habe dich und Vegas aus dem Schutt gezogen. Vegas hat mir daraufhin einen Job bei ihm angeboten. Ich habe mir sein Vertrauen verdient.-
-Oh. Dann danke. Wirst du das Angebot annehmen?-
-Ich weiß es noch nicht. Ich bin zufrieden bei Kinn und ich habe Pol, aber es hat Spaß gemacht und außerdem bin ich ein Adrenalinjunkie und mit Nop verstehe ich mich auch sehr gut.-
-Und was hält Kinn davon?- fragte ich ihn. Es würde böses Blut geben, wenn Vegas Kinns Leute klauen würde.
-Er sagte es ist meine Entscheidung und ich sollte das tun, was mich glücklich macht. Ich wollte schon mal gehen. Manchmal sollte man gehen, bevor man sich nichts mehr zu sagen hat.- Arm wirkte traurig und ich hatte das Gefühl, als wäre mehr da hinter.
-Na dann. Also ich würde mich freuen.- sagte ich ehrlich, nachdem ich seine Verbindung zu Vegas wusste.
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Seit dem du da bist
RomansaEine Geschichte über Tay und Vegas. Seid offen, ich war es auch
