5 Jahre später II

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Vegas POV

Ich war mit dem wunderbarsten Mann auf dieser Welt zusammen und bald würden wir schon unseren sechsten Hochzeitstag feiern. Seit Tay und ich offiziell ein Paar waren, war unheimlich viel passiert, aber trotz all der Zeit fühlte ich noch genau so wie bei unserer ersten Nacht. Es war surreal, wie sehr ich ihn und unser gemeinsames Leben liebte. Dieser Mann hatte mich mit einer Entscheidung zum glücklichsten Mann gemacht und ich konnte mir niemanden vorstellen, den ich lieber an meiner Seite und in meinem Bett hätte. Tay war für meinen Kopf meine Ruhe und für mein Herz mein zu Hause. Er war aber auch meine Aufregung, meine Freude und meine Inspiration.

Kinn und ich waren an der Spitze. Wir kontrollierten den ganzen Untergrund in Thailand und hatten uns einen größeren Namen und mehr Respekt erarbeitet, als unsere Väter. Ich war rundum zufrieden, vor allen, da Tay und ich seit zwei Monaten unsere Tochter bei uns hatten. Sie war ein außergewöhnliches Kind. Sie wirkte immer zufrieden und liebte neue Herausforderungen. Sogar unser Arzt sagte sie sei ein wissbegieriges und aufgewecktes Kind. Nur leider hatte Tay weniger Probleme damit, ihr nah zu kommen, als ich. Sobald ich im Raum war spürte ich, wie sie sich bemühte ruhig zu sein und jedes Mal, wenn sie noch mehr Abstand zwischen uns brachte fühlte ich mich wie ein Versager. Dabei tat ich alles für sie und versuchte auch eine Verbindung mit ihr aufzubauen. Dieser kleine Krümel hatte sich von Anfang an in mein Herz geschlichen und mich um den Finger gewickelt. Tay sagte immer, sobald er meine Enttäuschung sah, dass sie nur etwas Zeit brauchte und sich erst an mich gewöhnen müsse. Anders als mein Mann hatte ich nie Kontakt zu Kindern und es fiel mir schwer die richtigen Worte zu finden.

Meine einziger Lichtblick war, dass sie den kleinen gelben Stoffhasen, den ich ihr geschenkt hatte, als sie zu uns ins Auto gestiegen war immer in griffweite hatte. Ohne ihn verließ sie nie einen Raum und wollte auch nicht schlafen gehen. Sie brauchte mehr Zeit. Ich konnte es sogar verstehen. An ihrer Stelle, würde ich mich auch mit Mißtrauen heran tasten.

Außerdem hatte ich heute den ganzen Tag Zeit mit ihr. Tay war bei Kinn, der Porsche nach langem hin und her endlich einen Antrag machen wollte und Tays Kreativität dafür brauchte. Araya und ich hatten gemeinsam gefrühstückt,  draußen im Garten gespielt und nach dem Mittagessen hatte sie sich an ihr Puppenhaus gesetzt. Während ich ihr beim Spielen zu sah, ging ich die Berichte durch, bis mein Telefon mich aus meinen Gedanken riss.

-Macau! Lange nichts von dir gehört.- begrüßte ich meinen Bruder.
-Hi. Ja, die Uni ist auch verdammt anstrengend. Ein Professor hat mich zu seinem Assistenten ernannt.- erzählte er stolz. Ich freute mich für ihn. Die Uni hatte ihn viel erwachsener und selbstbewusster werden lassen.
-Sowas bekommen nur die besten Angeboten. Ich bin sehr stolz auf dich.-
-Danke. Ich wollte nur bescheid geben, in 5 Wochen sind Semesterferien und dann kommen wir nach Hause. Sag aber Tay nichts. Ich will ihn überraschen.-
-Meine Lippen sind versiegelt, aber ich freue mich. Wie geht's dir. Und wie läuft es mit Key?-
-Bei mir ist alles bestens. Außer dass meine Kommilitonen mich ständig versuchen zu überreden eine Party zu schmeißen.- meckerte er etwas. Macau war für sein Studium knapp vier Stunden von zu Hause entfernt. Es gab viele Diskussionen, doch als er zugestimmt hatte in einem Haus in der Nähe der Uni mit Key, Tip und vier weiteren Bodyguards zu leben, hatte ich keine Wahl und zugestimmt. Er sollte das studieren, was er wollte und in dieser Stadt gab es nun mal den besten Studiengang für Architektur.
-Nichts was aus dem Ruder läuft, aber wenn du ein paar Freunde einladen möchtest, habe ich nichts dagegen.- Macau war alt genug und in seinem Alter, hatte ich schon alles gesehen, was das Nachtleben zu bieten hatte.
-Ja mal sehen. Wie geht's meiner Nichte? Hat sie sich eingelebt? Ich bin so gespannt sie kennenzulernen...-

Sobald Macau auf Araya zu sprechen kam, sah ich zum Puppenhaus, wo sie plötzlich wie vom Erdboden verschluckt war. Ich sprang panisch auf und sah mich um. -Araya?- rief ich und fragte mich wie ich sie verlieren konnte. Ich war seit ich klein war darauf trainiert, auch nur die kleinste Bewegung in meinem Augenwinkel wahrzunehmen.
-Was ist los?- fragte Macau, den ich total vergessen hatte.
-Nichts... Sie hat das Zimmer verlassen. Ich muss auflegen. Wir hören uns.- verabschiedete ich mich und legte auf um die Sicherheitskameras an der Terrassen und Haustür zu checken. Glücklicherweise wurden diese nicht geöffnet. Ich ging durch das Untergeschoss und sah mich um. Wie konnte ich sie aus den Augen verlieren? Und wieso antwortete sie nicht auf meine Rufe? War ihr etwas passiert? Die Panik stieg weiter in mir hoch. Sie war doch noch so winzig. Was wenn sie die Treppe heruntergefallen war?

Seit dem du da bistGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt