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Das Haus stand abgelegen, zwischen großen Feldern und nur ein kleiner Schotterweg führte zum Haus. Vegas hatte die Großeltern vier Wochen beschatten lassen. Er wollte zunächst prüfen, ob es sicher war und ob die Familie nicht doch noch Dreck am stecken hatte. Aber sie waren sauber. Die Großeltern arbeiteten hart auf den Feldern und versuchten dem Mädchen eine schöne Kindheit zu ermöglichen. Und ihre Kontakte begrenzten sich auf die Nachbarn.

Ich war unheimlich nervös und kurz bevor wir vor dem Haus ankamen, nahm ich Vegas Hand. -Ich weiß nicht was ich ihnen sagen soll. Was ist wenn sie mich nach ihrem Sohn fragen werden?- Ich war wirklich schlecht im lügen und obwohl ich jede ihrer Reaktionen verdient hätte, wollte ich nicht ihren gesamten Schmerz abbekommen.
-Du schaffst das. Ich bin die ganze Zeit an seiner Seite. Aber wenn du umdrehen möchtest, dann können wir auch wieder fahren. Du bist ihnen nichts schuldig.- sagte er ernst, nahm meine Hand und küsste meinen Handrücken.
-Nein, ich will das. Ich will nicht der Grund sein, wieso ein kleines Mädchen und ihre Großeltern auf der Straße landen werden.- entschied ich.

Eric hielt den Wagen an und wir stiegen alle aus. Die Wäsche hing draußen und es wurden Gewürze zum trocknen in die Sonne gelegt, aber es war niemand zu sehen. Tip war für den Koffer verantwortlich, worin das Geld war. Vegas stand direkt an meiner Seite und nachdem er mit einem Finger meinen Handrücken streichelte, nahm ich meinen Mut zusammen und klopfte, aber niemand öffnete die Tür. Entmutigt sah ich zu Vegas. Ich hatte mir alles anders vorgestellt. Dass wenn wir ankommen, alle draußen waren. Die Oma Beeren pflückte, während das Mädchen fröhlich mit ihrer Puppe spielte. Allerdings wirkte es hier, wie ausgestorben.

Vegas stupste mein Kinn an und stellte sich danach vor mich. -Mr. Phunlakmaj! Öffnen Sie die Tür an sonsten sehe ich mich gezwungen mir gewaltsam Zutritt zu verschaffen!- rief er und schlug fest mit seiner Faust gegen die Tür. Entgeistert fasste ich an seinen Arm. -Babe, keine Gewalt.- bat ich ihn und nahm seine Hand in meine. Seine Stirn lag noch immer wütend in Falten, aber seine Augen waren ruhiger. Ich lächelte ihn liebevoll an, als ich plötzlich hinter mir eine junge Mädchenstimme hörte. -Verschwindet! Meine Großeltern haben nichts gemacht!- rief die kleine mutig und hielt eine Puppe in der Hand. Ich ließ Vegas Hand los, ging in ihre Richtung und hockte mich hin. -Es ist alles gut Süße. Wir wollen nur etwas abgeben.- sagte ich ruhig und lächelte sie aufmunternd an.

-Nein! Nicht das Kind! Lasst sie in Ruhe!- hört ich eine alte Männerstimme verzweifelt rufen. Der Mann stand in der offenen Tür und sah wild entschlossen in Vegas Augen.
-Lola! Was machst du da draußen?!- rief eine Frauenstimme und tauchte hinter dem Mann auf. -Bitte! Wir haben nichts!- sagte sie verzweifelt.
-Und plötzlich ist doch jemand zu Hause.- sagte Vegas. Er hatte mir versprochen ruhig zu bleiben, aber nach dem Satz erwartete ich alles von ihm.
-Hier gibt es nichts zu holen. Bitte gehen Sie wieder.- flehte die Frau und sah panisch zu dem Mädchen.
-Komm mal her Süße.- sagte ich zu der kleinen Maus und hielt ihr meine Hand hin. Sie kam zu mir und sah mich mit großen neugierigen Augen an.

Ihr ging es hier gut. Es war offensichtlich, dass sich die Großeltern gut um das Kind kümmerten.
-Du bist schön.- sagte sie unerwartet und hielt mir ihre Hand hin. Ich nahm sie und streichelte mit meinem Daumen über ihren Handrücken.
-Du bist auch sehr hübsch.- entgegnete ich gerührt.

-Bitte tun sie ihr nichts!- rief der Mann und wollte einen Schritt auf mich zu machen, aber Vegas stellte sich ihm in den Weg. Ich musste die kleine zu ihnen bringen, vorher würden sie mir nicht zuhören. -Du hast eine wirklich schöne Puppe. Halt sie gut fest und lass uns zu deinen Großeltern gehen, sie machen sich Sorgen.- mit ihr an meiner Hand ging ich zurück zum Haus und bei Vegas angekommen ließ ich ihre Hand los. Ich wollte nicht, dass sie aus Furcht weg läuft, oder sich nicht an den 3 großes Männern vorbei traute. Das Mädchen rannte in die Arme ihrer Oma die mich dankbar ansah.

Seit dem du da bistWo Geschichten leben. Entdecke jetzt