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Da war er wieder. Time, mit seinen schrecklichen Manipulationen. Ich verstand nicht, wieso er immer für schlechte Stimmung sorgen musste. Heute sollte ein schöner Tag sein und ihn mit einem neuen Partner hier zu haben, fühlte sich im ersten Moment gut an. Als könnten wir freundschaftlich mit einander umgehen und die schwere Zeit hinter uns lassen. Er war mein halbes Leben nicht nur mein Partner, sondern auch mein Freund und mein Vertrauter. Aber jedes Mal wenn ich mit ihm zu tun hatte verletzte und enttäuschte er mich und die Menschen um mich herum.

Ich spürte, wie Vegas der Zorn packte. Was ich verstehen konnte. Time hatte es darauf angelegt und sein provokantes Grinsen bestätigte das, was ich sowieso schon wusste. Ich fasste hinter mich und nahm Vegas Hand, die auf meinem Rücken lag und hielt sie fest. Ich wusste, dass ihn Körperkontakt mit mir immer zurück holte und außerdem wollte ich Time zeigen, dass Vegas zu mir gehörte. Eigentlich konnte ich viel ertragen und ich ließ auch sehr viel mit mir machen, aber meine Toleranz gegenüber Time war ausgeschöpft.
-Oh mein Gott! Das hast du mir Wochen vor unserer Trennung versprochen! Tu nicht so als würden wir heimlichen Kontakt halten!- entgegnete ich wütend.
-Ach Tay. Du musst wirklich lernen deine Wut zu kontrollieren. Vor allem heute, denk an all die Journalisten...- sagte Time zuckersüß.

Entgeistert starrte ich ihm in die Augen.
-Warum bist du so?- fragte ich ihn entsetzt. Er stellte mich gerade vor all den Leuten als einen Verrückten dar. All meine Zuneigung, die ich für ihn noch übrig hatte verschwand und ich empfand nur noch Gleichgültigkeit. Jetzt hätte ein Meteorit auf seinen Kopf fallen können und ich hätte nicht mal mehr mit der Wimper gezuckt.
-Geh jetzt. Du bist hier nicht willkommen und ich werde dich auch nicht herein lassen. Geh. Leb dein Leben. Von mir aus in einem anderen Land oder auf einem anderen Kontinent. Du interessierst mich nicht mehr.- sagte ich kühl ging noch einen Schritt auf ihn zu.
-Das sagst du jetzt nur so. Ich kenne dich und weiß, dass du nicht ewig wütend sein wirst.-
-Ich bin nicht wütend. Du bist mir gleichgültig. Und du weißt absolut nicht wer und wie ich bin, wenn ich dich nicht mehr liebe.- jedes Wort war ernst gemeint und ich war bereit ihn aus meinem Leben zu verbannen. Ich hätte es schon früher tun sollen.
-Oh nein, du bist mir gleichgültig! Ich war aus Mitleid mit dir zusammen. Und im Bett hast du mir auch nicht ausgereicht! Aber trotzdem war ich da, nur du hast mich weggeschmissen und nicht einen Tag gewartet sondern dich sofort dem nächst Besten an den Hals geworfen. Du bist ein furchtbarer Mensch ohne Charakter! Und irgendwann wirst du ganz allein auf der Welt sein!- spuckte Time mir ins Gesicht. Ich war immer noch nicht wütend. Er konnte mich nicht mehr treffen. Jetzt nicht mehr! Vor allem, weil ich Vegas Hand immer noch hielt und seine Wärme spüren konnte. Nein Time konnte mich nicht mehr verletzten. Weder mit seinen Affären, noch mit seinen Worten.

Gerade als ich ihm meinen Rücken zukehren wollte, tauchte Macau vor mir auf und boxte Time mit all seiner Kraft auf die Nase. Und obwohl es wie in Zeitlupe war, hatte ich keine Möglichkeit zu handeln.
-Niemand! Redet so mit meiner Familie!- sagte er wütend. Time Gesicht flog und er musste taumeln, um nicht das Gleichgewichts zu verlieren. Er wurde rot vor Wut und er wollte gerade zum Gegenschlag ausholen, nur konnte ich das nicht zulassen. Ich zog Macau auf Seite und nahm seinen Platz ein. Diese Bewegungen hatte so viel Zeit gekostet, dass ich nicht weiter reagieren konnte und mich auf eine blutende Nase einstellte. Doch ich hatte Vegas vergessen. Er fasste gerade noch rechtzeitig Times Arm und stoppte ihn, bevor er mich treffen konnte. Danach verdrehte er Time den Arm und brachte ihn so vor die Tür. -Hau ab! Ansonsten wird das hier einer von uns beiden nicht überleben!- drohte er Time. Alles an Vegas war angsteinflößend. Seine Körperhaltung, seine Stimme und ich hätte auch schwören können, dass er diese Drohung toternst meinte.
Time musste es auch erkannt haben, denn er wich ohne ein weiteres Wort zurück und ging dann mit schnellen Schritten zu seinem Wagen. Er ließ den armen Typen, den er mitgebracht hatte weiß wie die Wand zurück. Er wusste wohl nicht, was ihn erwarten würde. -Kann ich dir ein Taxi rufen?- fragte ich ihn. Er konnte nichts für Times Auftritt. Allerdings schüttelte er nur erschrocken den Kopf und sobald Vegas nicht mehr in der Tür stand, lief er raus.

Seit dem du da bistWo Geschichten leben. Entdecke jetzt