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Bedrückt sah ich auf meinem Handy, dass Time wiedermal angerufen hatte. Er versuchte es wirklich oft, nur leider zu den unpassendsten Momenten. Meistens bekam ich es nicht mit und wenn ich zurück rief, ging er nicht ran. Vegas umarmte mich von hinten und küsste meine Wange. -Was ist los? Bist du unzufrieden mit deiner Kleiderwahl?- fragte er und schaukelt mich vorsichtig. Traurig lächelte ich. Nein, mein Outfit war perfekt. Ich trug eine cremefarbende weite Stoffhose und die neue olivgrüne Bluse mit tiefen V-Ausschnitt. Als Schmuck hatte ich Macaus Armband, schlichte goldene Creolen und die Brosche, die Vegas mir geschenkt hatte.
-Nein, ich habe immer noch nicht mit Time gesprochen und jeder weiteren Tag lässt mein schlechtes Gewissen wachsen.- erklärte ich ihm.
-Dann ruf ihn an. Wir können auch später losfahren, wenn du Zeit brauchst.-
-Nein, ich lasse meine Eltern ungern warten. Ich werde ihn morgen so lange anrufen, bis er ran geht. Ich möchte das wirklich geklärt haben.-

Die restliche Woche war super. Ich habe sehr viel Zeit in meinem Atelier verbracht. Nach dem Autosex sprudelten die Ideen nur so aus mir heraus. Die Abende kam Vegas dazu und nachdem wir gegessen hatten und er duschen war, saß er mit seinem Laptop auf dem Bett und sah mir beim malen zu. An einem Abend sah er mich gebannt an und bemerkte den Videoanruf von Kinn garnicht. Als ich ihn darauf hinwies sagte er "Ich würde beim malen gleichzeitig pure Freude und meditative Ruhe ausstrahlen." An einem anderen Abend kam er völlig nackt ins Zimmer und bat mich, seinen Körper zu bemalen. Er stand mitten im Raum und begutachtete jeden weiteren Pinselstrich auf seiner Haut. Das war eine unglaubliche Erfahrung. Ich konnte jeden Muskel und jeden hervortretenden Knochen einzeln erkunden und ihn unterstreichen. Zu meinem bedauern endete es im heißen Sex, bevor ich ein Bild von ihm machen konnte. Allerdings setzte Vegas sich währendessen auf meinen Tisch und hinterließ so einen gelb grünen Abdruck seines perfekten Hintens für die Ewigkeit. Als wir fertig waren hatte sich die Farbe zwischen uns verteilt und wir haben ewig gebraucht um uns und die Dusche danach zu säubern. Trotzdem hatte es sich gelohnt und diese Nacht wird für immer als eine der Wunderschönsten in meinen Erinnerungen bleiben.

Heute feierte mein Vater seinen Geburtstag. Vegas und ich verbrachten den Vormittag im Bett und kuschelten. Ich war für solche Momente unglaublich dankbar. Unsere Liebessprache war Körpernähe und obwohl Vegas ein Frühaufsteher war, blieb er am Wochenende lange mit mir im Bett. Ich kuschelte mich noch näher an ihn und verteilte Küsse auf seiner Brust. Vegas streichelte federleicht meinen Rücken.
-Du hast bald Geburtstag, hast du einen Wunsch?- fragte ich ihn irgendwann. Ich könnte ihm Kleidung holen oder einen Urlaub schenken oder ein neues Motorrad, aber ich wollte ihm etwas schenken, was er sich wirklich wünschte. Ich hob meinen Kopf und sah ihn an.
-Was darf ich mir denn wünschen?- fragte er.
-Alles was du willst. Es ist dein Geburtstag.- erwiederte ich mit einem Lächeln.
-Ich will dich.- Er sah mich ernst an und ich hatte das Gefühl etwas nicht ganz verstanden zu haben. Ich küsste ihn und legte meine Hand in seinen Nacken.
-Du hast mich. Und du kannst immer alles mit mir machen was du möchtest.- versprach ich. Es gab mindestens 1000 verschiedene Arten Sex mit Vegas zu haben und jede einzelne faszinierte mich.
-Das reizt mich sehr, aber ich möchte dich in mir spüren. Du hast zwei Wochen, um dich emotional darauf vorzubereiten. Denkst du das reicht dir?- Er analysierte mein Gesicht.

Plötzlich schlug mein Herz schneller. Er meinte es also wirklich ernst? Ich versteckte meinen Kopf an seinem Hals. -In zwei Wochen?- rief ich etwas panisch. Ich fühlte mich wie in meinen Teenager Zeiten. Die Aufregung stieg mir zu Kopf. Zwei Wochen waren nicht genug. Ich war mir nicht sicher ob ich es wollte und wenn, was ich tun musste. Ich würde es niemals schaffen, entspannt an diesen Versuch zu gehen. Vegas war immer so selbstbewusst bei allem was er tat und gab mir damit Sicherheit.

Er drehte uns um und lag auf mir. -Was verunsichert dich?- fragte er und sah mich an. Seine offene Art beruhigte mich etwas. Es war so einfach mit ihm. Er fragte immer gerade heraus, wo das Problem war und was es auslöste. -Ich.. weiß nicht ob ich dafür die richtige Wahl bin. Ich will nicht, dass es wegen meiner Unerfahrenheit eine schlechte Erfahrung für dich wird.- Niedergeschlagen sah ich ihn an.
-Tay, du bist meine einzige Wahl. Ich will alles mit dir erleben, was man erleben kann. Nur mit dir und ich will nicht, dass du irgendwann bereust etwas nicht getan zu haben. Ich habe keine Erwartung und es ist kein Wettkampf. Ich möchte einfach nur spüren, wie du dich in mir anfühlst und vielleicht gefällt es dir sogar. Wenn du fragen hast, dann kannst du sie mir jeder Zeit stellen. Und wenn du mitten drin sagt, du magst es nicht, dann brechen wir das ab. Ohne Druck. Ok?- Vegas streichelte meine Wange und küsste meine Stirn. So wie er davon sprach, klang es garnicht mehr so beängstigend wie in meiner Vorstellung. Ich nickte und lächelte aufmunternd. Er drehte uns wieder zur Seite und zog mich in seine Arme und in einen tiefen, langen Kuss.

Seit dem du da bistWo Geschichten leben. Entdecke jetzt