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Porsche und ich saßen mehrere Stunden zusammen am Tisch. Ich hatte nach und nach gegessen und schüttete ihm mein ganzes Herz aus. Wie Vegas schon für mich da war, bevor wir uns körperlich näher kamen. Wie glücklich ich war, sobald Vegas bei mir war, wie er mir mit Time geholfen hatte und sogar einen geeigneten Ersatz für die Firma gefunden hatte. Wie er mir den Halt und die Geborgenheit gab, nach der ich mich sehnte und auch wie beschämt er war, als meine Mutter uns beim Geschlechtsverkehr erwischt hatte. Ich erzählte ihm von Vegas einnehmender Art beim Sex, die wie eine Sucht war und von seiner liebevollen Seite, die ich nie erwartet hatte.

Porsche war ein guter Zuhörer. Er lachte mit mir an den richtigen Stellen und hörte sich aufmerksam meine Geschichte an. -Ich weiß nicht wie ich ihn ansehen soll, wenn das Einzige, woran ich denken kann, er mit den anderen Typen ist. Ich weiß nicht wieso es sich so sehr in meinen Kopf gefressen hat. Ich...- Plötzlich erkannte ich die Wahrheit.

Das in den Aufnahmen war nicht Vegas, nicht mein Vegas. Das was ich gesehen hatte, hatte nichts mit dem zu tun was er mir gab. Während er mit mir schlief, war sein Mund die ganze Zeit auf mir. Er saugte, leckte, biss oder küsste mich. In den Videos fehlte dieser Aspekt. Er hatte keinen von ihnen auch nur einmal geküsst oder mit seinen Lippen die Haut berührt. Den Tag über, oder nach dem Sex mit mir hielt und umsorgte er mich. Er suchte meine Nähe, kuschelte mit mir und küsste mich unschuldig. Wie konnte es mir die ganze Zeit entgangen sein? Ich war nie nur eine weitere Person in seiner endlosen Liste.

Meine Eifersucht und all die Bedenken waren verschwunden. Ich sprang auf und fiel Porsche um den Hals. -Danke für alles, aber ich muss jetzt los. Wenn du noch hier bleiben willst, dann bleib. Die zweite Tür links ist ein Gästezimmer.- Danach nahm ich meine Schlüssel und stürmte mit meinem Handy in der Hand raus. Ich wählte Vegas Nummer und fuhr los. Leider war es aus. Aber wo sollte ich ihn finden? Ohne nachzudenken wählte ich Nops Nummer. Er ging sofort dran. -Hallo Tay.-
-Nop, kannst du mir sagen wo Vegas ist? Sein Handy ist aus.-
-Er hat mich irgendwann zu Hause rausgeschmissen und seit dem habe ich ihn nicht mehr gesehen. Ich war der Meinung er ist zu dir gefahren.-
-Nein, aber danke, dann suche ich ihn jetzt.-
-Er war ziemlich durch den Wind. Nicht dass er was dummes macht.-
Oh Gott, ist er zurück zu Kinn um seine Drohungen umzusetzen?
-Ok ich werde ihn finden. Danke.-
Ich legte auf und wählte Kinns Nummer. Er ging sofort dran. -Ist Vegas bei dir?- Fragte ich ihn bevor er was sagen konnte.
-Nein, wieso sollte er?-
-Gut, danke, tschüss.-
-Tay, warte! Ich ....- Doch da hatte ich wieder aufgelegt. Ich war nicht bereit ihm zu verzeihen. Zuerst musste ich das mit Vegas wieder grade biegen.
Die ersten drei Orte wo er hätte sein können, war er nicht. Das nächste was mir einfiel war die Lichtung, wo wir uns mal nachts getroffen hatten. Ich fuhr den Berg hoch und hoffte ihn dort zu treffen. Er saß schon mal da, um allein zu sein.

Vegas war nicht hier. Ich stieg kurz aus um mich umzusehen. Die Lichtung war ruhig. Gerade als ich mich wieder auf den Fahrersitz setzte, klingelte mein Handy. Ich las Nops Namen und schaltete die Fernsprecheinrichtung ein. -Nop, ich suche ihn noch.- begrüßte ich ihn. Für mehr hatte ich weder Zeit noch Geduld. -Sein Auto steht in der Stadt, in der Nähe besucht Vegas öfters eine Bar. Ich schicke dir die Adresse.-
-Danke.-
-Ach Tay! Ich weiß nicht was passiert ist, aber Vegas war völlig neben sich. Ich würde mich wohler fühlen, wenn ich auch dort hinkomme.-
-Nein, ich werde ihn finden. Das müssen wir zu zweit regeln. Sollte ich deine Hilfe brauchen dann schreibe ich dir.-
-Ok, ich werde auf eine Nachricht warten.-
-Danke.- ich legte auf. Glücklicherweise war der Verkehr frei und ich war in kürzester Zeit an der besagten Bar. Mit einer ausgewaschenen Jeans und einem schlichten weißen Shirt, fühlte ich mich nicht wirklich vorzeigbar, aber ich hatte mehr in meinem Kopf als mein Outfit. Sobald ich den ersten Fuß über die Schwelle gesetzt hatte, suchte ich ihn. Ich sah an jeden Tisch, konnte ihn aber nirgends entdecken. Nach einer Runde ging ich zur Theke. Dort stand ein heißer Typ, der gerade einen Cocktail mixte. Sobald er mich sah, zwinkerte er mir zu und kam zu mir. Nop sagte Vegas wäre öfters hier, vielleicht hatte ich Glück und er kannte ihn. -Hi Süßer, was darf ich dir bringen?- Ich setzte mein Lächeln auf, in der Hoffnung, so schneller an Informationen zu kommen. -Ich suche jemanden und hatte gehofft, du kannst mir da weiter helfen.-
-Klar, ich kenne fast jeden, der hier reinkommt. Und wenn nicht, dann könnte ich dir einfach Gesellschaft leisten.-
-Sein Name ist Vegas.-
-Den kenne ich nicht. Sicher dass er sich hier herum triebt?- fragte er, plötzlich kühler, viel zu schnell.
-Hast du heute was eingenommen? Natürlich kennst du Vegas. Er ist eben mit Jon nach hinten gegangen.- Mischte sich einer, der neben mir saß ein. Wut kam in mir auf. Vegas ging wirklich nur wenige Stunden, nachdem wir bei Kinn waren in eine Bar, um einen Kerl aufzureißen? -Wo ist das?- fragte ich den Typen neben mir
-Hier, die zweite Tür, aber das willst du dir bestimmt nicht ansehen. Lass uns doch noch etwas trinken.- Während er sprach, stand ich auf und ging auf die Tür zu, die mir beschrieben wurde. Blind vor Wut und ohne nachzudenken, riss ich sie auf.

Seit dem du da bistWo Geschichten leben. Entdecke jetzt