Als ich zu meiner Kajüte ging sah ich schon Missandei vor mir. „Wo wart Ihr?", wollte sie wissen. „Auf der Burg. Also komm. Bring mir was bei!", ich ließ sie in meine Kajüte. Sie beachtete das ungemachte Bett gar nicht, da ich es so gut wie nie machte und Diener kamen auch nicht her. Nur um was zu Essen für mich und Theon zu bringen. „Habt Ihr gelernt?", wollte sie wissen und ich nickte. „Okay... dann machen wir mal weiter.", sie schlug das Buch auf.
Der Mond neigte sich schon zum untergehen. Anscheinend wurde das jetzt Brauch bis zum Morgen zu lernen. „Ihr müsst es etwas anders betonen. Ich weiß es ist schwer aber wenn Ihr die Mundart der Dothraki gelernt habt, wird es leichter!", versprach sie. „Wiederholt es! Wenn nicht können wir es auch weg lassen es ist nicht SO wichtig..." „Doch, doch. Es ist wichtig.", ich riss mich zusammen. „Wiederholt Ihr es noch mal?", bat ich sie. „Natürlich: Yer jalan atthirari anni!", wiederholte sie. Das war wirklich nicht leicht. „Y... Yer jalan a... atthiriari... a... anni!", stotterte ich. „Sehr gut! Noch mal!", Missandei schien zufrieden. „Yer jalan atthiriari anni!", erklärte ich mit fester Stimme. „Sehr gut!", lobte sie. „Was heißt das eigentlich wörtlich?", wollte ich wissen. „Also... es bedeutet. Du bist der Mond meines Lebens. Das sagt man eben bei den Dothraki zu seiner Geliebten. Weil sie glauben, dass die Sonne der Ehemann des Mondes ist. Davon leiten sich die Begriffe ab.", erklärte sie und ich nickte verstehend. „Sehr gut. Dann haben wir heute schon viel geschafft. Ich glaube Ihr habt Euch schlecht eingeschätzt. Ihr habt wirklich ein Talent für die Dothrakische Sprache.", lobte sie mich. „Danke. Ich bin selbst überrascht.", lächelte ich. „Dann sollte ich los. Die Khaleesi wird heute ein paar Lords empfangen und ich muss dort sein.", erklärte sie und ging. Ich ging zum Fenster. Noch zwei Stunden. Dann würde die Sonne aufgehen. Also sollte ich schlafen. Ich zog mir meine Jacke aus und meine Stiefel. Ich wollte gerade mein Hemd ausziehen als ich ein Schluchzen hörte. Ich hielt inne und lauschte. Wimmern. Ich ging aus meiner Kajüte und folgte den Geräuschen. Ich konnte mir gut denken wer das war. Das kam öfter vor.
„Theon?", besorgt klopfte ich an seine Tür. „Theon?", er antwortete nicht also trat ich einfach ein. Mein Bruder lag in seine Decke gekrallt in seinem Bett und weinte in sein Kissen. Er schlief aber war er komplett angespannt und verschwitzt. „Theon! Theon wach auf!", ich rüttelte an meinem Bruder der nun hochschreckte. „Was..." „Ssh... du hattest einen Albtraum.", ich setzte mich an seine Bettkannte und strich ihm über die lockigen braunen Haare. Er kuschelte sich an mich. „Asha... es... es war so schlimm...", weinte er. „Ssh... alles gut... was war denn?", wollte ich wissen. „Ich war wieder da! Im Hundezwinger von Winterfell! Du warst da und wolltest mich retten! Aber ich war so dumm und hatte solche Angst und... und ich hab... nicht mitgegangen. Und dann war ich bei Ramsey... er... er hat mich gelobt... ich durfte baden und dann hat er Sansa geheiratet und... und ich musste zusehen... er hat mich gezwungen zuzusehen wie er sie vergewaltigt hat... sie hat so geweint und geschrien... und ich habe nichts getan... er hat mich so im Griff gehabt...", weinte er. „Ssh... ruhig, Theon. Alles ist gut.", ich wollte aufstehen doch hielt er mich fest. „NEIN! Bleib da... bitte...", flehte er und ich blieb. „Soll ich hier schlafen?", wollte ich wissen. Theon nickte und ich legte mich neben ihn. Ich schloss meinen kleinen Bruder in meine Arme und schloss die Augen. Theons stockender, wimmernder Atem beruhigte sich langsam als er sich an mich klammerte und er schlief ein. Armer Theon. Ob er jemals darüber hinwegkommen würde?
Ich wachte auf als die Sonne in mein Gesicht schien. Ich wollte aufstehen doch klammerte sich der Körper meines Bruders an mich. „Theon? Hey? Aufwachen?", ich rüttelte vorsichtig an ihm bis er verschreckt seine Augen öffnete. „Komm. Wir müssen aufstehen.", meinte ich und schwang mich auf, als er seinen Klammergriff löste. „Ich geh in meine Kajüte. Wir treffen uns fertig vor der Burg.", erklärte ich und ging los.

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Salzliebe
FanfictionAsha Graufreud wurde von ihrem Onkel Euron entführt und ist nun nicht mehr von Wert im Spiel um den Thron. Doch dank ihres Bruders schafft Asha es wieder ins Spiel zurück und zu ihrer Königin. Denn als sie von Euron mitgenommen wurde war da etwas z...